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?

Mittheilungen

auß

Handfıhriften und feltenen Drucwerken.

Bon

Dr. 3. V. Adrian,

ord. öffentl. Profeffor und Oberbibliothekar an der Univerfität Gießen, Ritter des Großh. Heffifchen Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen.

Paar ro *

Frankfurt am Main. J. D. Sauerländer’s Verlag.

1846

2752 m. 2%.

die Zellen glühender Andacht und Selbflverläugnung, und in die ftillen Haine der Wiffenjchaft blicken laſſen, mo unfere Profa ſich ihrer Befangenheit, ihrer ängftlichen Knechtſchaft entſchlug, und ihre Lieblichfeit und ihren Donner zuerft auf Kreuzwegen, auf freien Felde und auf Kanzeln vernehmen ließ, um fich dann im die Einſamkeit des Denkens zu flüchten ımd dem edlen Keime, aus welchem vie bentfche Philoſophie hervorgegangen, Leben. ımb Form zu geben.

Was in dem vierten Abfchnitte dieſes Werfes mitgetheilt worden, darf ben fhönften und evelften Blürthen beigezähft werben, welche jene wundervolle Zeit erzeugt bat.

Die drei übrigen Abtheilungen des Werfes gehören einer fpätern, in Form und Gehalt herbern, aber darum macht minder anziehenden Zeit an. Die Auswahl des Gegebenen bebingte bald die hiftoriſche Bedeutſamkeit der Denkmäler, bald ihre ſprachliches Sputerefte, bald ver von dem Heraus⸗ geber flet3 mit Vorliebe in das Auge gefaßte Zweck, vas Volksleben jener Zeiten nach allen Beziehungen zu ver- anfchaulichen, Die Volksſtimme unmittelbar ſprechen zu laſſen. Wer ven Ton des Volksliedes micht durch Die hefftiche Reimchronik tönen hört, bemiche ſich nicht um vas Verſtaͤndniß ſolcher Erzeugniſſe.

Da allen einzelnen Theilen dieſes Werkes die Quellen, aus welchen geſchöpft, und die Art, wie fie benutzt worden, mit der Genauigkeit, welche unſere Zeit von ſolchen Arbeiten fordert, vorangeftellt find, habe ich die Kremnde und Kenner ves vaterländifchen Alterthums nur noch um Nachſicht zu Bitten, wenn bet den vielfach ſehr fehwierigen Handſchriften Auge und Urtheil zumellen irre geleitet wurden.

Gießen im September 1846.

3.9. Adrian.

PBorwort . . . . . . . . . . . m

Erfte Abtheilung. Keim: Chroniten.

I. Bayerifche Reim» Chronif . . . .. 3 I. Reim-Chronik von Paſſan. . . . . 7 IN. Reim: Chronik von Ulm . . . . . . . . 110

Anhang.

1. Ein Nüves Lied, wie es nor bes Statt Ulm Ao. 1552 Im Marggrevifchen Krieg ik Zugangen . . . . 121 23. Das Helffenfleiner Lied . .. .. . 129 IV. Heſſiſche Reim-Ehronif . oo. . . . . . 136

Zweite Abtheilung. Zur Nechts⸗ und Sitten⸗Geſchichte des Mittelalters.

1. Bon denen meiſtern des ſchwerts und freyfechten. . 277 N. Zur Gefchichte ver Eriminaf-Hechtspflege in den mittlern Zeiten. 1. Beridt. Was jeder Grad der Beinligfeit over Tortur in ſich habe und wie gefangene over Inquiſiten darnady fharff eraminiret werden . . 299 . Copia Vhrtheils darinnen die Herrn Scabiri gene nfes bie Tortur befchrieben, wie folche vorzunehmen an Herrn Ambtmann zu Hemar Johann Chrinoph Wintern den

22. Jan. 1636 abgelaſſen. . .. 302 3. Actus Torture . . 0. . . . . 303 4. Urtheil . . . . . . . . . . 306

vv " Seite 5. Memorial, was in der Neitichin Inquiſtions - Sache biß⸗ hero paſſiret 305 6. Blutbann⸗Conceſſton Carl des V. von Wolfen von Rech perg auf Stadt und Schloß Helschlingen. 1549 . .. 308 IH. Zur Sittengefchichte. 1. Des Herren Fuckhers Schlafftrundd. 1629. . . . 31 2. Mandat des Stadtraths von Ulm wegen überflüffiger Pracht. 315 IV. Basquille. 1. Reichs und Welt Spigel 0. . 318 2. Famatira ein gemeine Landfag zue Braag angeſchlagen . 327 3. Das Fatholifche und Iutherifche Vaterunſer . 332

4. Das Spannifch pater noster . . 0. . 333 Anhang. Johann Pidel’s Chronit . . . . I. . 336

Dritte Abtheilung- Flugblätter.

1. Newe Mer von Erasmıs Amman. 1521. . 357 2. Eontrafactuer der Hifpanifchen und Englifchen Armada, wie R uf dem Britannifchen Meer einander angetroffen. Anno 1588.

9. Augufi . . . .. . 364 3. Newe Zeitungen. (1600.) i. 2. . . . . . . 365 4. Oſtende. 1601 . . . . . . . . 375 5. Der Tartaren Einfall in Rußland. 1601. . . . 376 6. Arm und reih. 1604 . . . . . . . . 379 7. Newe Zeitung. 1605 . . . 385 8 Moriz von NaffausDranien. 1605. 2. 200200. 39 9. Bayerifche Gefchlechtstafeln in Reimen . . . . . 397

10. Adler, Löwe und Roß, von Günther Strauß . 401 11. Portraits und Unterfchriften.

Wilhelm von Crumbach . . . . . . 410

Georg Zürft zu Anhalt ee ee 0. 810

Nicolaus Graf von Serin . . . . . . . Al

Moriz von Oranien. 44 41l1

Andreas Oſiandeer. 4 241è1

Vitus Theodorus . . . . . . . . . &12

Johann Matheflus . . . . . . . . 412

vu

Eeite Johannes Agricola . . . . . . . . &12 Gevrgius Maior . . . . . . . . . 412 Johannes Pfeffingerr . . . . . . . . 813 Erasmus Sarcerius . . . . . . . . &13 Konrad Klingenbed . . . . . . . . 413 Joachim Kamerarius . . . . . . . . 43 Sohannes Brentius . . . . . . . . 416 Cuspar Eruciger . .. . 414 Sohannes Ed . . . . . . . . . 414

Vierte Abtheilung. Allegoriſch⸗Myſtiſches.

J. Salomoͤnis huͤs . 817 1. Aus dem „Wunnepaum der minnenb fee. . . . . 656

vv Seite 5. Memorial, was in der Neitſchin Inquiſttiens · Sache biß⸗ hero paſſtret 305 6. Blutbann⸗Conceſſtion Carl des V. von Wolfen von Red perg auf Stadt und Schloß Heuchlingen. 1549 . . 308 IH. Zur Sittengefgichte. 1. Des Herren Fuckhers Schlafftrundh. 1629. . . 311 2. Mandat des Stadtraths von Ulm wegen überflüſſiger Pracht. 315 IV. Basquille. 1. Reihe und Welt Spigel 0. . 318 2. Famatira ein gemeine Landfag zue Brang angeſchlagen . 327 3. Das Eatholifche und Lutherifche Vateruuſer . 332 4. Das Spannifch pater noster . . 2000. 8333 Anhang. Sohann Pidel’s Chronit . . . . . . . 336

Dritte Abtheilung. Flugblätter

1. Newe Mer von Erasmus Amman. 1521. . 357 2. Contrafactuer der Hifpanifchen und Englifgen Armada, wie R uf dem Britannifchen Meer einander angetroffen. Anno 1588.

9, Auufli . . oo. nn. 364 3. Rewe Zeitungen. (1600.) 1. 2. . . en . 365 4. Oſtende. 1601 . . . . . . . . 375 5. Der Tartaren Einfall in Rußland. 1601. . . . 376 6. Arm und reich. 1604 . . . . . . . . 379 7. Newe Zeitung. 1605 ee. 385 8 Moriz von NaffausOranien. 160059... 002 6 33 9. Bayeriſche Gefchlechtstafeln in Reimen . . . . . 397

10. Adler, Löwe und Roß, von Günther Strauß . 401

11. Portraits und Unterſchriften. Wilhelm von Crumbach . 410 Georg Fürſt zu Anhalt ee ee 00. KO Nicolaus Graf von Serin . . . . . . . 411

Moriz von Drmien > 2 All Andreas Ofiander. . . . . . . . . All Vitus Theodorus. . . . . . . . . 612

Iohann Matheflus 2 442412

v1

Eeite Sohannes Agricola . . . . . . . .„ 42 Georgius Maior . . . . . . . . . &12 Johannes Pfeffingerr . . . . . . . . &13 Erasmus Sarcerius . . . . . . . . 413 Konrad Klingenbed . . . . . . . . &13 Joachim Samerarius . . . . . . . . 413 Sohannes Brentius . . . . . . . . 414 Euspar Eruciger . .. . 42414 Johannes Eck. . 414

Vierte Abtheilung. Allegoriſch⸗Myſtiſches.

I. Salomoͤnis huͤs . . . . 6417 I. Aus dem „Wunnepaum ber minnend jet. . . . . 456

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Mittheiluugen

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Handfchriften und feltenen Drucwerken.

Bon

Dr. 3. 9. Adrian,

ord. öffentl. Profeffior und Oberbibliothefar an der Univerfität Gießen, Nitter des Großh. Heffifchen Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen.

KIT Q

Frankfurt am Main. I. D. Sauerländer's Verlag. 1846.

278 m. 12S.

die Zellen glühenver Andacht und Selbftverläugnung, und in die ftillen Haine der Wiſſenſchaft bliden laſſen, wo unfere Profa fi ihrer Befangenheit, ihrer ängftlichen Knechtſchaft entſchlug, und ihre Lieblichkeit und ihren Donner zuerft auf Kreuzwegen, auf freien Felde und auf Kanzeln vernehmen ließ, um fich dann in die Einjamkeit des Denkens zu flüchten ımd dem edlen Keime, aus welchem vie beutfche Philoſophie hervorgegangen, Leben ımb Form zu geben.

Was in den vierten Abfchnitte dieſes Werfes mitgethetlt worden, darf ben fihönften und edelſten Blüthen beigezählt werden, welche jene wundervolle Zeit erzeugt bat.

Die drei übrigen Abtheilungen des Werkes gehören einer fpätern, in Form umd Gehalt herbern, aber darum nicht minder anziehenven Zeit an. Die Auswahl des Gegebenen devingte bald die Hiftoriiche Bedeutſamkeit der Denfmäler, bald ihr ſprachliches Syterefie, bald der von dem Heraus⸗ geber ftets mit Borliebe in das Auge gefaßte Iweck, das Bolfsleben jener Zeiten nah allen Beziehungen zu ver- anfchaulichen, die Volksſtimme unmittelbar fprechen zu laſſen. Wer ven Ton des Volksliedes wicht durch Die heffiſche Reimchronik tönen hört, bemühe fich nit um vas Verſtaͤndniß folcher Erzeugnifie.

Da allen einzelnen Theilen dieſes Werkes vie Quellen, aus melden gefchöpft, und wie Art, wie fie benußt worden, mit der Genauigkeit, welche unfere Zeit von folchen Arbeiten fordert, vorangeftellt find, habe ich die Freunde und Kenner ves vaterländifchen Alterthums nur noch um Nachſicht zu Bitten, wenn bei den vielfach ſehr fehwierigen Handſchriften Auge und Urtheil zumeilen irre geleitet winden.

Gießen im September 1846.

3.9. Adrian.

Borwort . . . . . . . . . . . m

Erfte Abtbeilung. Kein: Chroniten.

I. Bayerifche Reim⸗Chronik 0. 0. . . . 3 II. Reim-Ehronit von Palo . . . . . . . 17 II. Reim⸗Chronik von Ulm . . . . . . . . 110

Anhang.

1. Ein Nüves Lied, wie es vor ber Statt Ulm Av. 1553 Im Marggrevifchen Krieg ft Zugang . . . . 12 2. Das Helffenfleiner Li . .. . 129 IV. Heſſiſche Reim: Chronik . . . . . . . . 136

Zweite Abtheilung. Zur Nechto⸗und Sitten⸗Geſchichte des Mittelalters.

I. Bon denen meiſtern des ſchwerts und freyfechten. . 2377 I. Sur Gefchichte der Criminal-Rechtspflege in den mittlern Zeiten. 1. Beriht. Was jeder Grab der Beinligkeit over Tortur in fi habe und wie gefangene oder Ingniflten darnach

fharff eraminiret werden . . 299 2. Copia Bhrtheils darinnen die Herrn S cabini gene nfes es die Tortur beſchrieben, wie folche vorzunehmen an Herrn Ambtmann zu Hemar Johann Ehrineph Wintern den

22. San. 1636 abgelafien . . 302

3. Actus Torture . . . . . . . . 303

4, Urtheil . . . . . . . . . . 30&

\ Seite 5. Memorial, was in der Neitichin Inauiſtiene · Bade biß⸗ hero paſſtret 305 6. Blutbann » Eonceffion Cart des V. von Wolfen von Rede perg auf Stadt und Schloß Heuchlingen. 1549 . .. 308 II. Zur Sittengefchichte. 1. Des Herren Fuckhers Schlafftrundh. 1629. . . . 311 2. Mandat des Stadtraths von Ulm wegen überflüffiger Pracht. 315 IV. Basquille. 1. Reichs und Welt Spigel . . 318 2. Famatira ein gemeine Landſag zue Braag angeſchlagen . 327 3. Das Eatholifche und Iutherifche Vaterunſer . 332 4. Das Spannifd) pater noster . . . . . 333 Anbang. Johann Pickel's EChrnit . . . 336

Dritte Abtheilung. Flugblaätter.

Newe Mer von Erasmus Amman. 1321. 357 . Contrafactuer der Hiſpaniſchen und Englifchen Armada, wie fe uf

dem Britannifchen Meer einander angetroffen. Anno 1588.

9. Augufi . . 364 3. Newe Zeitungen. (1600.) 1. 2. ee. 365 4. Oſtende. 1601 . . nn. 35 5. Der Tartaren Einfall in Rußland. 1601. . . . 376 6. Arm und reidh. 1604 . . . . . . . . 379 7 8 9

[tu 0

. Newe Zeitung. 1605 ... 623888

. Moriz von Naſſau⸗Oranien. 1666066. 4333

. Bayeriſche Geſchlechtstafeln in Reimen . .397

10. Adler, Löwe und Roß, von Günther Shauß . .. 401 11. Portraits und Unterſchriften.

Wilhelm von Crumbach . 410

Georg Fürſt zu Anhalt .. 42410

Nicolaus Graf von Serin . . . . . . . 411

Moriz von Oranien . . . . . . . . dl

Andreas Oflander. . . . . . . . . All

Bitus Theodorus . . . . . . . . . 412

Johann Mitbfiu 2 nn 42412

v1

Eeite Johannes Agricola . . . . . . . . 412 Georgius Maior . . . . . . . . 412

Johannes Pfeffinger . . . . . . . . &3 Erasmus Sarcerius . . . . . . . . &13 Konrad Kindened 2 2 ee 0. BF Joachim Bamerarius . . . . . . . . 413

Sohannes Brentius . . . . . . . . 614 Euspar Eruciger . . . . . . . . . 414 Johannes ed . . nn. Al

Vierte Abthetlung.

Allegoriſch⸗Myſtiſches. Il. Salomönis Hüs . . . . . . . . . 617 1l. Aus dem „Wunnepaum der minnend fel’ . . . . . 456

Erfte Abtheilung.

Heim: CC hbronifen

T. Bayerifche Nein: Chronik.

Das hier ganz unverändert abgedrudte Bruchſtück einer Reims &hronif ift dem ehemaligen F. £. Reichshoftathe v. Sendenberg im Jahr 1764 duch Herrn von Pfeffel abfhriftlih mitgetheilt worden. Die Meber- fehrift Tautet fo: Excerpta ex Chronico Rhytmico San Nicolitano Bavarico Seculi XII, sed recentioris manus et styli aliquanfum corrupti. Die Handfchrift fand fich erſt Fürzlich unter ven Familien Papieren des Herrn v. Sendenberg und befteht aus zwölf Papier» Blättern in Quart, von denen Blatt I1b und 12 leer find. Das Ganze ift aus einer fpätern Handfehrift der Kaifer- Ehronif genommen.

Daß Buch chundet und Sus

das Rich Beſaz Do Seuerug,

Bei den zeiten war ze Baiern ein Gerzoge,

der waz im grozzem 2obe,

Der war gehaizzen Adelger,

vil diche tet er,

wider römifch riche,

daz Begund im hart mißliche, dem fünig chomen mäÄre,

daz in feinem Rich wäre,

Dehainre ſlaht werltlich man,

der wider in ſo dicke hiet getan,

und Vertrug er ims iht mere,

Ez ging im an all fein Ere,

da chomen Boten vrone,

Si geputen im hing Rome,

der hunid wold mit im red han,

Er bet wider in getan,

Der Herzog het einen Mann,

den Er offt an finen Rat nam,

1*

4

Er vordert in ze ſiner chemnaten, Er ſprach, nu ſoldu mir raten, di dinem danch ſind diche gut, Er ſprach ich han einen unmut, Romar hant nach mir geſendet, Ich furcht, daz ſy mich ſchenden, Es iſt ein grimmigiu diet,

mein gemut rat mir dar niht, mocht ich ſein überwerden,

Ich chum dar hart ungerne,

Do ſprach der alt ratgeb,

als gern, und ich nu Lebe,

ſo rat ich iwer Ere,

Ir furcht iz nicht zu ſere,

wild du mir Volgen,

Beſend dein holden,

Vazze ſie mit dem peſten gewant, daz man Vind im allen lande, du macht niht gerechten

wider romiſchiu rechten,

Var hintz rome,

darmit Ere die chrone,

Wette dem Chunik ſein harioſchar, alles rechtes wis im gar,

wil er icht darüber,

daz erget im vil übel

So Vaſt ſich der Herzoge,

gein Rom in dez kunigez hofe als er gelaiſtet di Bart,

Nicht wol er enphangen wart, als in der kunich an fach,

vil zornichlich er im zu ſprach wi getarftu zu mir geuaren

den Lip baftu zu recht Verlorn du haft mir vll ze Laid getan, dez wil ich rach über di han, Da fprach der Herzog abelger dein pot Belaitet mich her,

.

mit rechter Urtaile,

Romar alle gemaine,

und wil din huld gewinnen,

und nach Dinen genaden Dingen, do fprach der chunich Seuer,

ich waiz der genaben nicht mer, daz haubt fol man dir abflahen daz land fol ein andern herren haben, do wegten im Romar

Si fprachen, daz in dem rich wär, dehain milter man,

der chunig folt fein mine han,

in dem Senate,

chomen fi dez ze rate,

St fniten in ab fein gewant,

daz iz im an den chnie wider want, da wolten fie in ſchenden mit,

daz er daz har abfnit.

alfo wolten fi enteren,

ben allertiwriften herren

der ze. Baiern ie Lant gewan,

Es ward alles wol wider Tan, Do der Tiwerlich herzoge:

wider zu den herbergen chom Sined mutes waz er hart erbofgen do traurten all fein holven, | do ſprach der alt ratgebe,

herre, daz dein got phlege,

Nu la dein Trawren fein,

und Volg noch dez rated mein

Ez ergat nach dinen Eren,

di muzzen all Romer

Do fprach der Herzog Adelger, dein rath pracht mich her,

Machtu mit dinen guten finnen, Mich immer wider pringen,

an di Stat, da iche was,

ich getrawe dir nimmer deſter pas,

6

ich behab mein ere,

ich chum anders ze Baiern nimer, Der alt fprach im aber zu,

Nu haiz mir fam tun,

alfam dir ift getan,

darzu befend dein man,

du folt in Leichen und geben,

Daz ft fich lazzen befchern,

Nu waz wildu de; mere,

ich behert bir all dein Ere,

ober ich verlius den Lip mein,

Ia mich herre dez Todes fein,

Der Herzog vodert fein man, Sunder fprache hindan,

Er fprach few mir zu meiner nöt Stat wirt mein immer rat, |

dem wil ich leichen und geben,

der fich durch mich lat befchern,

Do fprachen alle fein man,

Si wolten ſich befchern Ian,

Si waren im berait untz in dem Tot, Si gefwihen im ze dhainer not, allen finen willen,

wolten fl gern volpringen, . Vil ſchir fi ſich befcharen,

di mit im auschomen waren,

fi fniten ab ir gewant,

daz iz in an den chnien wider want, di held waren lanch gewahfen

und alfo herlich gefchaflen,

Si waren alfo zierlich, Ez ward nie dehaim chunich fo rich, ze minnen, und ze eren,

So fprachen di tiwriften herren, Des andern morgen vil fruo

der herzog chom ge Hof do,

als in der Kaifer ane fach,

mit fenften er im zufprach

7 _

Au ſag du mir gut man,

wer hat dir difen rat getan,

Do ſprach der herzog adelger,

Sch furt mit mir ber,

ainen meinen dienftman,

der hat mir dig Lieb getan,

auch ift unfer gewohnhait dahaim, Swaz ainem gefhicht ze Laide, daz muzz wir all gefich dolen,

als wir ber fein chomen,

Er fi arm, oder riche,

Wir tragen ez alle gemainigliche Unfer fit alfuß

da fprach der chunig Seuerus Nu gib mir denfelben man,

den wil ich in minen hof han, So du nu fchaibeft Hinne,

des haſtu mein minne.

Hinen fur immer mere

mit allen gut Bon ich dir gern, Bil ungern ez der Herzog tet, iedoch gewert er in der pet,

Er nam den dinftman bi der hant, Er enphalch in den chunig ze hant, der berzog, und fein Mann,

von dem chunig urlaub nam,

Do fpracden alle Romär,

wi willich fl im wären

von danne ſchied der herzog,

Er fund in dem Höchften Lob, Sp dehain Teutfch man,

Solch er ze Rom ie gewan,

do fi chomen underwegen,

do rieten aber die ratgeben,

Er fant ze Batern in daz Lant Er gebot in: allen fi der zefiven hant, Swer lechens recht wolt haben oder ritters namen

Si erten den Herzogen damit,

daz ft ir gewant abfniten,

und fwelich daz verbaren,

daz ft daz bar iht we aus fcharen, di beten alle den Leip verloren al8 die mar do auschomen,

daz fich di Baier befniten,

do hebt in der fiten,

daz ſich al di nah im befcharn

di in Deutfchen richen waren. Darnach Stund ez unlange,

Unzt di Sriundtfchafft waz ergangen, Zwifchen dem Kunig Seuero

und dem Herzogen Adelgero.

Aber ze hof geruget

mit Lugen fer betrubet,

Romar fprachen alle darzu,

wi er daz Torft getun,

Man gebot dem herzogen Aoelgere, als lieb im war leib und ere,

Er chom ſchir ze Latran

der Kaiſer wolt mit im red han, Der Herzog vil gut,

der ward. ungemut,

Einen Pothen er taugenlichen fandte, Ze Walhiſchem Lande.

ze finen alten dienftman,

Er biez im den alten trewen man, daz er im Stille,

Enput dez chuniges wille.

waz er fein wolte,

ob er ze Hof folte,

oder dahaim beftan,

da wolt er finen rat zu han,

do ſprach der alt man,

du haft zu mir nicht recht getan, bie beuor, do ich dez herzogen was do riet ich im al deſt bas,

Er gab mich hin dem Funige

Do warb er laider übele

riet ich an daz riche,

So tat ich ungetriwliche, Ä iedoch wil ich dem chunig ein piſpel fageı das foltu merchen und behaben,

und fag es dinem herren

daz zimt wol ze feinen eren,

dez andern morgens vil fruo,

Der alt gie ze hof do, .

Er fprach Lieber herre,

Ich gedend an di alten dinch Verre, wildu vernemen herre mir,

Ein pifpel wil ich fagen dir,

do fprach der chunich here

daz wil ich hören gerne,

Ein Mann bie beuor waz *)

Mein Vater faget mir daz.

der zoch einen guten garten,

dez fleizt er fich Harte,

dar inne zoch er wurz und chraut, der gart war im vil traut,

Ein hiers ward fein gewar,

dez nachtes flaich er bar,

über ein ftigel niber,

da fpranch er allez über

So diche er daz traib,

Untz der wurgen nicht belaib,

das tet er fo manigen tach,

Und der gart wuſt gelach,

ber gartner ward fein gewar,

vil recht Hub er fich bar,

als der hier aus folt waren,

do rach der arm man feinen ſchaden, daz ain or er im abſluch,

2) Diefe Fabel iſt bereits in Grimm's Reinhart Fuchs ©. 380 und in Wadernagel’s altdeutſchem Leſebuch aBgebrudt.

10

Div fnelle in von danne truch, der man wart fin aber,

Er erraicht im den zagel

Er fluch in im halben ab,

daz zalchen du von mir trag, fmirzet e8 dich icht fere,

du chumft herwider nicht mere, Ez geſchach in lutzeln flunden, dem hirſchen gehailten ſin wunden, er ſtaich hin widere,

an ſein alt ſtigele,

chraut und wurze

mach er im allez unuze,

der man wart ſin inne,

mit vil gutem ſinne,

gilt er mit netzen,

den garten umſezen,

als der hierſ wolt wider,

an ſein alt geſtigel,

der man begraif ein ſpiez,

den hierſen er do an lief durch den pauch er in ſtach, daz wort er darnach ſprach, dw ſuzze wirt dir zeſawer, Mein wurz arneſtu vil tiwer, ſinen hierſ er entworchte,

als er von recht mochte,

Ein voch charge

Lag da pi in einer furche

als der Mann dan entwaich, dw voch darzu flaich,

daz herz ft im zuchte

damit fi danne ruchte.

Als der man wider chom,

fein gejait geviel im wol,

do er dez herzen niht enuant, Er fluch ze famme mit der hant, Er eilt an zweifel

- 1

Er füget ig dem weide,

Sch wil dir ein grozzes mar fügen, den hiers den ich da han erflagen, der waz midhel und gut

war daz er dehain herz truch,

do antwurt im daz wip,

daz weit ich en maniger sit,

Wan der bierf laid e den fmerzen, und biet er dehain hergen,

do er daz or und den zagel het verlorn, er wer nimer in den garten chomen, allem dew red und dw märe, waren dem poten feltfame,

wan er fern anmaltichlich vernam, mit zorn chert er dan,

wider in Baiern Iant,

da er feinen herren vant,

als er den herzogen anſach

daz wort er über laut fprach, Swi michel arbait ich han erliten, ih han nicht erworben damit,

daz gült ein pone,

waz woldeftu mein ze Rome,

Er entbiutet Dir nicht mere,

wan ein pifpel fagt er finen herren, Er hiez mich mit im ze hof gan, und hiez mich diz hie haim fan, do der Herzog das pifpel vernam, Er biez im gewinnen fin Mann, Er ſprach owol ir held fnelle,

ich wil in befchaiden big pifpel, Romär welnt mit neben,

mir meinen lip verfeben,

Nu wizzet aber für war,

Si endurfen mein ander ftigel,

de rom nicht varen

und befuchent aber ft Baiern,

id wil in di red hefchaiden,

12

Iſt daz ich ſelbe herze han,

und wellent mich romer beſtan,

Si vindent bie haim pöfen chauf, Si gewinnent auch hie durch elnbauch, daz ſin der chunick Seuere gewinnent nimer frum noch ere. Da hort man ze Rom in dem hofe, daz der Herzog dar nicht enwolde, da zurnt der chunick Seuer

Je mer und mer,

datz der Herzog ſinen hof nicht wolt ſuchen, Er ſprach er wolt aber ſelb geruchen, daz er daz beſache,

In welchem Land Adelger ware, mit gemainem rate,

der chunich beſamt ſich drate,

in einer lützeln ſtunde

gewan er drezich tuſend,

aller guten chnechte,

di waren vil gerechte,

mit helm und mit halſberge,

Si cherten fur perne

daz ber volgt im uber all,

Si riten durch Trintnar Tall,

do freuten fich di vaigen,

auf daz Iant ze paiern.

Dem Herzogen chomen mare,

daz im die Romäre,

Suchten mit fo getanem Heren

daz er fich fer nicht mocht erwern do nam im der belt gut

Sin vil tugentlichen mut

Er ladet zewar

freunt und mage,

Baidw chune und man,

Er fucht fi belf an,

Ein wazzer haizzet daz Im,

dar chomen fi alle zw im,

18

den helt chunen und mar, daz daz ort hindurch brach. daz wort er unuermezzenlich ſprach, den zins brinch dinen herren, dem chunig Seueren,

ob er mit gewant,

Minen herren ſchant,

Ez iſt chomen an die ſtat, daz er im wol ze gelten hat, Er zicht wider auf den van, daz roſ er mit ſporn nam, Er durchbrach in die ſchar, Si beliben dar gar,

aus ietwedern riche

wolten ſi nicht entwichen, Wi lutzel der geuaren,

di nutz oder frum waren, Der ſtreit waz ergangen, den tach ſo ſumerlangen, Romar held die chunen,

Ir vanen grunen,

wurden alle plut var,

di ir vil weizzen bethen ſchar, di trorten alle daz plut,

daz nie ſo manich gelt gut, an einem veld gelach, Niemen iw geſagen mach,

di vil micheln grimme

di ſtarchen wagelinge

mocht man wol ſchawen, hart verhawen,

da viel man über man,

daz wal plut von in ran, Mer dann über ein meil, da hort man fohrein

Niwan och und we,

daz gehort ir me me,

daz held alfo chunen,

16

aneinander clugen, *)

Si emvolten Durch den tot,

Roc durch dhain werltlich not,

von der walftat. cheren,

Noch verlagzen ir herren,

Si prachten in mit eren dan,

daz waz ir aller pan,

Der daz begunt ſeigen,

Romar begunden zweiveln, | Si waren verhamwen harte, voldywein der vaner dez warte,

den vanen begund er cheren, .

hin gegen den chunig Severen,

Baler di herten,

mit ir fcharfen ſchwerten

enfegen den chunig drungen,

Ir weich liet fi fungen

di walch do tochten,

ze vliechen noch ze vechten,

Seueruß erſach daz,

daz ez frum nicht enwaz

daz di finen wurden wund und erflagen, und daz wahl nicht Iänger möcht gehaben, Er warf daz fwert aus der hant,

Er ſprach Rom, mo dich Baierlant, Beichent alfo fere,

Nu ruch ich zeleben nimere,

Volchwein ſluch in warlichen Sibenthalb jar richt er daz riche

Als der chunig erflagen wart,

der Herzog ftaht finen ſchafft

zu dem **) hefelein prunen,

daz Iant han ich gewunen,

den Baiern ze eren,

dw march dien in immer mere.

*) flugen. #®) oder „den“? Die-Hanvfchrift laͤßt zweifelhaft.

II. Neim⸗CEhronik von Paſſau.

Aus der Handſchrift der Gießer Univerſitäts-Bibliothek, Nr. 338 des Katalogs, abgedruckt. Die Handſchrift gehört dem Ende des 17. oder dem Anfange des 18. Jahrhunderts an, und ift eine zierliche und augenfcheinlich fehr forgfältige Abfchrift des ohne Zweifel in Wien bewahrten Orginals. Der gründliche Derfafler des Artikels Paſſau in der Allgemeinen Ency: elopädie der Wiffenfchaften und Künfte, Freiherr v. Hormayr, fcheint diefe Chronik nicht gefannt zu haben. inige offenbar verftümmelte Namen find nach Pez (Script. rer. aust.), Brufch und Freiherr v. Hormayr Berichtigt worden.

Umb welche Zeit Paßau ihren Anfang genommen.

Bu was Zeit Paßau angefangen, Wurdt nachgefuecht mit Verlangen, Vndt fündt fich zwar feine Gewißheit, allein daß vmb Noae Zeit,

Gleich nach dem Sündtfluß der Vhrfprung, Der dreyen Wafler Zambfließung,

Vndt daß Khünder Noae dazumahl Villeicht Hütten pauet wenig ahn Zall. Wann PBaßau worden zu einer Statt, Hieruon man feine Gewißheit hat,

Als daß ſchon in großem Anfehen wahr, Als man zölt 115 Jahr,

Nah Ehriftt Haillandt Gnaden Geburth, Durch den die Welt erlößet wurbdt. Vndt daß von Hölden Paiger bhendt, Würdt der Bayrifch Thurn genendt.

Im Krügen vnd im großen Streuth fuchten ihr Zueflucht Freindt und Feindt,

16

aneinander clugen, *)

Si emvolten durch den tot,

Noch durch dhain werltlich not, von der walftat: cheren,

Noch verlagzen ir herren,

Si prachten in mit eren dan, daz waz ir aller pan,

Der daz begunt ſeigen,

Romar begunden zweiveln,

Si waren verhawen harte, volchwein der vaner dez warte, den vanen begund er cheren, hin gegen den chunig Severen, Baier di herten,

mit ir ſcharfen ſchwerten

enkegen den chunig drungen,

Ir weich liet ſi ſungen

di walch do tochten,

ze vliechen noch ze vechten, Seueruß erſach daz,

daz ez frum nicht enwaz

daz di ſinen wurden wund und erſlagen, und daz wahl nicht laͤnger möcht gehaben, Er warf daz fwert aus der hant, Er ſprach Rom, wo dich Baierlant, Befchent alfo fere,

Nu ruch ich zeleben nimere, Volchwein ſluch in warlichen Sibenthalb jar richt er daz riche Als der chunig erflagen wart, der Herzog ftaht finen fchafft

zu dem **) hefelein prunen,

daz lant han ich gewunen,

den Baiern ze eren,.

dw march dien in immer. mere.

*) ſlugen. #®) ober „den ‘‘? Die. Hanfehrift laͤßt zweifelhaft.

II. Neim⸗CEhronik von Paſſau.

Ans der Handſchrift der Gießer Univerſitäts-Bibliothek, Nr. 338 des Katalogs, abgedruckt. Die Handſchrift gehört dem Ende des 17. oder dem Anfange des 18. Jahrhunderts an, und ift eine zierliche und augenfcheinlich fehr forgfältige Mbfchrift des ohne Zweifel in Wien bewahrten Orginals. Der gründliche Verfaſſer des Artikels Paſſau in der Allgemeinen Ency⸗ elopädie der Wiffenfhaften und Künfte, Freiherr v. Hormayr, fcheint diefe Chronik nicht gefannt zu haben. Einige offenbar verftümmelte Namen find nach Pez (Script. rer. aust.), Brufch und Freiherr v. Hormayr berichtigt worden.

Umb welche Zeit Paßau ihren Anfang genommen.

Bu was Zeit Paßau angefangen, Wurdt nachgefuecht mit Verlangen, Vndt fündt fich zwar feine Gewißheit, allein daß vmb Noae Zeit, Gleich nach dem Sündtfluß der Vhrſprung, Der dreyen Wafler Zambfließung, Vndt daß Khünder None dazumahl Villeicht Hütten pauet wenig ahn Zall. Wann PBaßau worden zu einer Statt, Hieruon man feine Gewißheit hat, Als daß jchon in großem Anfehen wahr, Als man zölt 115 Sahr, Nah Ehrifti Haillandt Gnaden Geburth, Dur den die Welt erlößet wurbdt. Vndt daß von Hölden Paiger bhendt, Würdt der Bayrifh Thurn genendt. Im Krügen vnd im großen Streuth fuchten ihr Zueflucht Sreindt und Feindt,

2

18

Drumb Kayfer Julius die Vohrmauer pauth Worauf die alten Romer thraudt

ALS fie wider Theutfche Khrieg führen, Wolten fie fich zu Paßau wöhren,

Vnd nenten ed ein Paß gehen Böhm,

Da Fhumbt der Nam ber mördhe eben, Diemeild vorhero war ein Au,

darzue ein Pag, drumb haiſts Paßau

Vndt im 350igiften Jahr,

Beym fünftern Gewölb das Stadt Thor wahr, In Stadt ond Ilz nur Törffer fein,

An Mauersftatt umbfangen mit Zein,

Vnd vmb die Zeit Chriſti Gebuhrt,

Haben zwen Brieder das Bayrlandt regiert, Rah Ehrifti Himmelfahrt im 20iften Jahr Ein greuliche Abgotterey wahr.

Wehret bi8 man 247 zölt,

Bis der erfte chriftliche Kayfer erwolt, PBhilippus mit Namen hat wohl regiert,

BIN Abgotter zu Chriften befhört.

Folgen nun alle Bifhöffe zu Eng und Paßau vnd was in Lebens Zeit verjelben, tailß dennkwürdiges befchehen ift, als:

1. &t. Laurentius.

Diefer wurdt von denen Apofteln erwölt, Für den erften Bifchoff nah Ennß geftelt, Allwo er hat ein Khürch gebauth

Vnd Lorch genandt auf Gott verthraut Prediget dad Evangelium an dem Orth Bekhert vill Khöter mit Chrifti Wort.

2. St. Floriauns.

Dem volgt der Heillig Florian, Bon Defterreichifchen Adl ein Obrifter Krigsmann,

- 19

Vmb das 230ifte Jahr

Zum Lorchiſchen Bifchoff berueffen wahr, Vorhero zue Zeißlmauer gewohnt,

Den haben die Khöber nicht verfchont,

In die Ennß geworffen, ihm ertrendht,

Als einen chriftlichen Nütter cront,

In Feuers Gefahr ruefft man ihn an, Haißt ftehe und bey heilliger Florian.

Zu feinen Ehren hernach im 1050iften Jahr, Das Cloſter Florian erpauet wahr.

8 St. Gerhardus. (Anno 250.)

Hat nur ein Jahr als Bifchoff zu Ennß gewohnt, Würdt gemarttert im Venediger Landt.

4. St. Eutarius.

Bon dem würdt auch fonft nichts vermelt Al da man 251 zölt

Prediget er zu Wienn das Evangelium Vnd wahr dafeld ein Erzbißthumb.

3. St. Quirinus.

Quirinus Kayſer Philippi juůngſter Sohn, Von deme die Schrüfft zaiget an Wahr Biſchoff zue Ennß prediget dagegen, Vndt ſchenkht zur Khürch fein ganz Vermögen. Zu Stein wurdt er in Gfendhnus glegt, Vnd wider hiervon entlediget. Raißt nacher Rom weegen Sicherheit Bey der 7ten Verfolgung der Chriftenheit Bub das 253ifte Jahr Hernach bey Stein in einem Bach erihrendhet wahr Die Chriſten brachten fein Leichnamb, Aus Andacht noch einmal gehen Rom, Bon dannen er über 400 Jahr Dem Bayrifchen Fürften verehrt wahr, Der brachte ihn gehen Degenfee Flüßt Del vom Felſen, wie ich verftehe, 28

Wo er begraben Miracul weiß, Zu viller Krankheit würdts braucht mit Fleiß.

6 St. Maximilianus.

Bon Adelichen Stammen aus der Statt Eilly in Erabaten geborn Ao 268 Biſchoff zu Enns wohrn

hat 20 Jahr garr frumb regiert,

A? 289 in der Statt Cilly enthauptet wurdt,

Sain Leichnamb hernach Zeichen gethon

Die Ehriften brachten ihn nach Ennß alsdann

Bon dar durch Kaiſer Heinrich gehen Paßau

gfurth, im Thumb man fieht

Alwo er für ein Statt Batron verehret würdt

jest vnd forthan.

7. St. Eonftantinns. (427.)

Sn diefem Jahr zum Bifchoffen erwöhlt

Vnd unter der heiligen Zahl gezölt,

40 487 fein Leben geendt,

Wie oder was geftalten würdt nichts benendt Allein daß eben umb diefer Jahr

die Arrianifch Khötzerey wahr,

Vnd würbten 330 Bifchöff verdriben Vielleicht damals er auch gebliben.

Ss. St. Balentinns.

Diefer wahr auch ein Patron der Statt, Chriſti Worth gepredigt hat, Zu Paßau feine Reliquien, Sn der Thümb Khürchen beym Altar ftehen, Er würdt alda billich bewahrt, Durch ihn vil Khrankhe ihrer Bitt gewahrt.

9 St. Lucilins. Wie von ihme gefchrieben ftehet, Hat er ein Zeitlang geprediget, Zu Wienn im Clofter fein Ampt verricht Weider von ihm, findt man fhein Bericht.

1

10. Theodorus.

Der iſt der erſte Ertzbiſchoff wohrn, Vom Babſten darzu auserchoren,

Darbey ermohnt ſich zu nemen in Acht, Daß er im geringſten für khein bracht, Sonder obwardt der chriſtlichen Lehr, Damit das Volk ſich bekher,

Dieweillen ſchon gar vill Jahr

Die Ennſchis Khürch ohne Biſchoff wahr Bon der Vngern großen Krieg weegen, Die ald verwieftet vmb die Gegen.

11. Erchenfriedns. (570.) In diefer Zeit und Jahrzahl Würdt diefer Thechant zu Ennß damahl, Hernach im 598iften Jahr erwöhlet worden zum Bifchoff gaar, hat 26 Jahr regiert, Die zerfchleifte Statt Ennß reperirt Vnd NO 615 die Welt quittirt.

12. Sttocarus.

Diefer wurdte gefchiet von Rom Dem Biftumb Ennß vohrzuftohn, fo aber gaar nit lang gewehrt, fein Leben mit dem Tobt verfhert.

18. Philo. (615.)

Als man 615 zoͤlt,

Zu Ennß als Bifchoff angeſtoͤlt,

in großer Armueth hat er gelebt.

25 Jahr darinn geftrebt,

Dis man 640 vermeldt,

Nimbt er gutnacht, geht aus der Welt.

14. Pruno. (661.)

Diefer hat 64 Jahr regiert Zu Ennß vnd Paſſau, wie fich gebürth,

22

Ein Khönigin erpauet den Thumb, Gehet zu Eöln ins Elofter und lebt frumb.

15. Theodorus. Als Erkbifchoff er regiert, 23 Jahr die Schrüft probirt, Guet oder böß fteht nicht darbey, Als dag Chrifti Lehr fchür zu Grund gangen fey-

16. Vivilo. (705.) Daß Biftumb Ennß erthaillet wahr, Vmb daß 715. Jahr Salgburg, Baßau, Negenspurg, Freifing daraus gemacht, Da hat Bivilo nach Paſſau tracht, Weill der Hunnen Khünig ganz verplendt Sich felbft der Ehriften Geiſſl genenndt, Die Bngern zerftört vnd ganz Defterreich. Vinilo ging nach Paſſau gleich, Hat alda ſein Biſchoffs Sitz gemacht, Beſtätt Brief vom Khaiſer Arnold bracht, Vdilo der Bayrfürſt namb ihn an, in ſeinen Schutz als ein geiſtlichen Mann Vnd ſchenkhte alsbalt die ganze Statt ſamt allem was darzue gehöret hat, Zur St. Stephans Khürchen wahr der Thumb Vinilo regiert gaar wohl und frumb, Würdt zu Rom als ein Ertzbiſchoff geweicht An Gottes Statt die Sündt verzeicht, es ſtehet auch dieſer Puncten darneben, Wie die Prieſterſchafft ſolte leben, Mit ihren Weibern in dem Eheſtand Nicht Unkheuſch ſein der Welt zu Schandt.

17. Sidonius. (735.) Ald man 745 zölt Würdt der als Bifchoff angeftölt Rah Ennß vnd Paßau zugleich, Regiert 12 Jahr, würbt zu einer Leich.

18. Abeliuns. (Unthelin.)

In dem 766iften Jahr

Adelinus Bifchoff zu Paßau wahr

Vnd biß 775 regiert,

Stehet nichts was er für ein Leben geführt.

19. Biscarins. (Wiscericus.) Diefer bat 9 Jahr regiert, Die alten Bayrifchen Gefag remodirt.

2. Patricus. (WWBaldericns.) (798.)

In diefem Jahr ift dad Erzbistumb gewichen

Bon Paßau hinwegh, und zu Salzburg eingefchlichen, MWürbt balt große Vnainigkheit

Zwiſchen Pabft vnd Kayſer zu dißer Zeit.

21. Hato. (804.) Ob diefer fchon Fhein Erkbifchoff wahr, Regiert er doch getrewlich 11 Jahr. 23. Nemigius. (Ningarins.) (818.)

Fünff Jahr firutt er umbs Erzbistumb

bis er wieder nah Baßau Thumb,

Das Stifft mit raichen Guettern gemehrt, BIN Mähren Tauft und zu dem Glauben befehrt.

23. Vrolphus. (829.) Stehet Paßan vnd Ennß vohr als ein Hürth, Hat auch 11 Jahr Ungarn vnd Mähren regiert. 24. Hardoicens. (840.)

Wahr ein mechtig vnd großftattiger Mann, Dem Stüft flundte er gar wohl an,

Half deme auf durch fein Macht,

Saar vi hierzu zu wegen bracht.

25. Harmenricn®.

Regiert ohne pallium 9 Jahr, Nichts dendwürbiges von ihm befchrieben war.

24 3. Eugimarus. (875.)

Paßau wahr ein Khayſerlich Reſidenz Statt, deswegen vill Freyheiten erlangt hat,

Zum Clofter Crembsminſter fchaft Bifchof auch vil, Daß zu leben haben in der Stüll.

A 876 hat man fich bedacht,

Daß Bayrlandt zu einer Provinz gemacht.

27. Bichingus. (Wiching.) (878.)

Der wahr ein Weltgefcheutter Herr,

Daß Evangelium den Mohren predigt er,

Wirdt Bifchoff mehr durch Gewalt ald Ainhöligfheit, MWoraus erfcheindt fein Geſchickhlichkheit,

ALS rechten Herrn würbt im Statt gefchendht, Defien man heutige Tags gedenfht,

Hat nicht lang genofien Herrfchaftsfreudt,

Wirdt abgefebt in Lebenszeit.

238. Nicharius.

Hat 8 Jahr regiert das Biftumb,

Als Erzbifchoff ohne Ballium,

Sn allem aber bis ins 12. Jahr

Zu Baßau er ein Bifchoff wahr (899), erpauth die Statt St. Florian,

quittiert die Welt, endts Löben alddann.

29. Burchardus. (903.)

Wie gefchrieben ftehet in Wolluſt glebt,

Der Haußwürthfchaft nicht nachgeftrebt, Denen Thumbherrn etlich Zehendt gefchendht, Worbey fle feiner haben gedendht,

Der Ungarifh Khrieg in Teutfchlandt wahr Zu Paßau auch nicht ohne fahr.

30. Gumboldus. (915.)

Hat fi nit lang umbs Palium gemwöhrt, In guetten Tägen 17 Jahr verzöhrt.

25

81. Gerbardne.

Der zangt vmbs Erzbiſchoͤfflich Pallium,

Wurden zerthailt beede Biſtumb

Saltzburg vnd Paßau, was jedem gebührt, Heroldt ein Saltzburgiſch Erzbiſchoff hat geihrt, Sich wider Bayern gegen die Ungarn verpunden, So er hernach gaar hart empfunden,

Bayern hat ſich balt an ihme gerochen,

All beede Augen ausgeſtochen.

32. Adalbertus.

Von dem ſtehet gar ein khurzer Bericht,

Hat in 26 Jahren wenig dhenckhwürdiges ausgericht. 33. Billigrinus. (Piligrin.) (980.)

Dieſer würdt der löſte Biſchoff genandt,

Zu Paßau hielt er guet Regiment,

Bekhert vill Unglaubige zu Chriſti Lehr,

Auf Gottesforcht vndt Andacht halt er,

Würdt verkhlienert beim Pabſt als ob er den Khätzern anhangt,

Durch Glaubens Bekhandtnuß wider Huldt erlangt,

Mit Biſchouen zu Saltzburg Frieden gemacht

Hat das Erzbiſtumb nit mehr geacht,

Khayßer ſchenckht im das Kloſter Nidernburg,

Paßau von Laibaigenſchaft endtledigt wurdt,

Sn dem 980iſten Jahr

Das Erzbiſtumb zu Paßau ſich endtet gaar.

84. Chriſtianus. (991.) 32 Jahr regiert die Stätt, Groß Freyheiten erlanget hat. 35. Peregrinus. (Berenger.) Regiert ebenfalls 32 Jahr, Das Biftumb von jme gemehrt wahr. 86. Englbertus. (1050.)

Hatt 19 Jahr den Biſchoff Stab, Niemandt waiß fein ond feiner Vorfahren Grab,

Auch was Gefchledht fie alle wahren,

Khann man in Schrüften nit erfahren,

St. Pauli Pfarr Khürch hat er geweicht Benedictiner Minnich tragen an im Scheudh, Die fögt er ab bey St. Florian,

Vnd fchaft die Auguftiner hinan.

37. Altmanıns. (1069.)

Die alte ſchrifft meld wie daß er

war anfangs gwiß ein fchulmeifter, hernach Thumbherr zu Paderporn

hats glüdh gehabt balt Köcher worn, Steigt immerfort allgemadh

wird Thumb Probft beim Stifft Ach, Khayßer Heinrichs des dritten kaplan Raißt nach Zerufalem mit Fürften perfon, vnd weilen.er war uff der raiß

fein Wort umbs piftumb Paßau weiß, Vnd Khayßerin Agnes zu Rom war, ſtarb der Bifchoff von Paßau vngefahr, da nun die poft zum pabfte kham

bitt Khayßerin für den Altmann,

bat ihm erlangt den Hürrten ftab

war möchtig, angenehm bevorab

befhumbt er gefchenkte gueter in Defterreich, macht alfo das Biftumb ziemlich reich. Altmannus tracht nach Khürchen zier

zu Gottes eren für vnd für,

vnd weil der pabft den geiftliche wollt ihre weiber abfchaffen, thaild bifchof ſtarckh darwider fein, wollten das nicht gehen ein,

weil e8 von alters ihre gewonheit ghar, der natur auch nicht zumider war,

den geiftlichen ihre weiber zu laſſen, damits nit fremde antaflen,

man foll recht halten das gefah von Gott Bnd nicht vffrichten ein neues gebott, nun dem all vngeacht

97

Altmann des pabſten bevelch betracht,

ſchaft all weiber in ſein biſtumb

den geiſtlichen ab, ſollen leben frumb, Weillen die apoſtel ihre weiber verlaſſen Chriſto nachgefolgt allermaßen,

daher khönnen prieſter die weiber auch meiden vmb Chriſti willen etwas leyden,

damals wurdt auch der kürrchen gwalt

dem Khayſer benommen alſobalt,

ein neben Khayſer ſetzt pabſt ein,

der ſollt dem Altmann verhilflich ſein

der prieſter ihre Weiber entrathen,

hieraus folgt khrieg vnd großer ſchaden,

des pabſten Khayßer in einer Schlacht

von rechten Khayſſer vmbs leben ward bracht, gleichwol Altmann ein frumbher Man

wollt nicht das prieſter weiber haan,

erbawet das cloſter ſanct Nicola

ſetzt ordensperſonen ein allda,

zum probſten des Khayſſers capelon

dar vohr in krieg ſein leben lon,

das cloſter Khoͤttwein richt Altmann auf nur daß ſich mehrt der eheloß hauf,

gibt ihnen gueter von des ftüffts einfhommen fo er den verehelichten weggenommen,

die ihre weiber nit wollen laſſen,

ed verbroß file zwar vber die maßen

als Altman vff eine gwieſſe zeit

die fach wollt angreiffen gaar gefcheidt,

laſſ er berueffen in Thumb zumal

al geiftliche in der Zahl,

die ihre waiber haben noch

ſollten fich geben in fein joch,

die weiber von fich gleich wegthan

ein keuſches leben zu ftellen an,

lafit ihnen des pabftes pullen vorleßen

vnd warn nicht wahren fein landtfaß givefen, des pabftlichen gewalts vngeacht,

priefter hetten ihm zum marthyrer gmacht, vnd ehe fie wollten ihre weiber meiden, lieber wolltens mit dem bifchoff ftreitten, Altmann zieht ihnen die Einfhomen ein, weils ihm nit wollen gehorfamb fein fondern allein den weibern anhangen, vom bisthumb follen fie nichts mehr empfangen, was thuen die priefter vff dieß mandat, fie ſchluegen unter ihnen rat

den Khayfler vmb hülff zu ruefen an, auf daß er ihnen möcht beiftan

in einer fo onerhörten fach

als da von Altmann wurdt vollbracht,

es ift ja beſſer dem priefter ein- weib,

als Fheine haben vnd vnzucht traib,

der khayſſer Taßt ihme die fache gefallen vnd angelegen fein vor andern allen,

wie daß er die priefter mit weiber vnd khindt vffs baldigft zu ihrem einfhomen bringt, verjagt die ehrloß clerifey

mitfammt dem Altmann war auch dabey, vnd feht die mit ihren weibern ein,

die follen wie vorher beim ftüfft Paßau fein, Wie fie dann vor freuden fungen,

daß nur des Altmanns gwalt entrunnen, Khaumb als des Khayſſer kriegsvolkſchar Aus dem ftüfft paßau zogen war,

der eheloß hauff gab drauf acht

fi wiederomb herzu gmacht,

vnd theten die mit ihren weibern

Aus dem clofter fanct Nicola vertreiben, an der vnzucht hettens ein grauß

fehrten clofter vnd Fhürchen mit aus, damit doch dergleichen vnflat

in ihrem herzen nit findt ftat,

fondern durch des waſſers Fraft

frumb feufch mögen leben vnd flandthaft, wie dan die ftüfftung nit anders lauth

und deßwegen das clofter pauth,

die verehelichten priefter gaben Fein ruehe eilten des Khayſſers kriegvolch zu,

erzöhlten alfobald die fach

was ihnen da von den ehelofen geſchach, daß fie müflen das clofter meiden

mit ihren weibern davon fich ſcheiden, darvmb batend gaar inneglich

damit dad kriegsvolch wende ſich wiedervmb zuruck uff ſanct nicola

die eheloſen prieſter vertreiben alda,

wie es dann alsbald iſt geſchehen

des Khayſſers kriegsvolch zuruck thut gehen, verjagten dieſelben nach der Pauß

ſchlugen thails gaar mit wuethen aus, ſetzten die ſo weiber han abermals ein

die fangten erſt an recht fröhlich zu fein, dag Altmann mit feiner fchar

würbt vertrieben gang vnd gaar,

der frumb Altmann raißt nach Rom

vnd ruefft den pabſta vmb hülffe on,

vnd obſchon der pabſt erwöllet Hat Altmannum in Teutſchland für einen legat, ſo war er doch in dieſer ſach

mit dem Khayſſer zu ſtreiten gar vil zu ſchwach, mußt alſo ſich aus not bequemen

die flucht in ſein vaterland nemmen,

ſo da war das land Weſtpfahlen,

Altmann befleiſſet ſich vor allen

vnd wieckhlet vff des Khayſſers ſun

wider ſeinen vattere henricum

in dieſer ſachen krieg zu führen

die verehlichten prieſter aus dem biſtumb zu ſchüren vnd ihn widerumb ſetzen ein,

aber es konnte nit mehr ſein,

weil Khayſſer ein andern Biſchoffen erwoͤlt, mit feiner macht zum biſtumb geftölt,

mieft Altmann zu Mauttern vnd Chottwein wohnen,

30

alwo er begraben, khombt nit mehr von dannen bis vff den Tag, da man ſpricht ſtehet vff, ihr todten, khombt für das Gericht.

88. Ulricus. (1092.)

Wahr eines Thüroler Grafen Sohn, dem Biftumb Paßau vohr zufton

erwölt in dem 1092. Jahr,

Herzogburg von ihme erpauet wahr, Anftatt der Chorherren zu Khottwein feßt er die Benebictiner ein,

fein Batter wahr auch ein frumber Herr, das Cloſter Seittenftätten ftüfft er, deßgleichen Bifchoffwürde geacht,

Hat frumb gelebt in großer Andacht. Thut anno 1124 die Augen zue,

Gott geb ihm und allen Glaubigen die ewig Ruehe.

39. Nemigius. (Neginmar.)

In Welt Händlen gaar geſchwindt und gefcheidt, Gott waiß wie in der Gaiftlichfheit,

fo vill die alten Biecher berichten

Half er zwar Elofter und Schuelen aufrichten, Verwechßlet Güetter beym Biftumb,

obs deme nun zu nuben khamb

gibt fich bericht, Gottsdienſt fein abfhommen, Hiegögen Elofter haben aufgenommen,

Regiert 17 Zahr, lebt ohne Noth,

Begraben mit dem gnadigen Gott.

410. Negiubertus. (1141.)

Daß Brfar am In-ftromb bey St. Ricola Verwechßelt er gegen dem Cloſter allva, Hart= Khürdhen, das Torff und die Pfarr Giebt er hierumb dem Probften dar, Hingegen er umb diefen Kauff,

die In⸗-Bruckhen gerichtet auf

31

diefelb dem Pfarrer bey St. Ilgen verthraudt damit er alle Rotthurfft pauth,

Bifchoff ein Graf von Pilheimb genendt,

Hat Khürchberg denen Thumbherren gefchendht. ſtölt ein Kirchfarth an nach Serufalem, khumbt nicht mehr zurüdh, it Außblieben.

Al. Eonradus und Nupertus.

Gonradus wahr gelehrt, andechtig und frumb, des heiligen Leopoldi Margraffen Sohn,

den Herrn Hof mit famt der Wöhr

denen Thumberrn allhier fchendhe er,

gibt freyheiten darzu, wer darwider thuet

fol nit genießen Ehrifti Leib und Blut, Wahr fanfftmücthig gegen den Armen überaus, Begabt St. Egivi Leoproßen Hauß.

Gleichwie die frumben ohne Triebfall nicht fein, ſetzt Kanfer einen andern Bifchoffen ein,

Vndt will hinfüro Rupertum hann,

denn legt der Pabft als baldt in Bann,

Will nicht daß Rupertus Bifchoff fen,

fondern daß Eonradt pleib darbey.

fo auch gefchehen, Rupertus iſt gewichen

Weil Eonradt den Pabſten und Khayßer Berglichen, MWürdt hierauf gehalten gaar Lieb ond fchon, Bekhombk große Donation,

Beftätt St. Stephans Jahr Marchkhts freyheit,

fo man noch halt jeßt dieſer Zeit.

Hat zu Paßau 16 Jahr fo wohl regiert

daß er gaar Erzbifchoff zu Saltzburg würdt,

Vnd endlich will man ihne noch fehrners begaben gaar zu dem Churfürftl. Erzbiftumb Maynz haben. obs aber befchehen fteht nicht darbey,

Allein von Sterben iſt er auch nit frey.

42. Theobaldus.

Sp vill man feiner fürs erfte gebenfht, Hat er die Paßauer Khürche St. Pauli verfchendht,

- 32

dem Gapitel allhier eigenthumblich allein,

daß fie binfüro follen Herrn daruber fein,

zu Gremßminfter eingefößt feinen Brudern mit Gewaldt, Zum Abten gemacht auf folche geftalt,

Raißt nach Jerufalem zum Heiligen Grab,

da macht die Peſt mit ihm fchabab.

413. Wolfgangus. (Wolfker.)

Wahr ein gelehrter Adlsmann,

Bon Albrechts Khürchen fein Geburt zaigt an, Raißt mit fürften Perfohn übers Möhr

das Heilig Landt zu fehen, verlangt er,

die Grafen von DOrttenburg haben ihm dermeill das Biftumb blindert in fchnelfer Eill,

An denen er fich hernach gerochen,

die Orttenburgerifchen Voͤſtungen al zerbrochen. Das Schloß Obernburg pauet er,

Paßau dem Biftumb zu einer Wöhr,

Würdt Aquileifcher Patriarch,

fein Laib legt man auch in Toden Sarg.

44. Vapo. Wahr ein Abbt zu Aquileo geweßt, zu leben fich vill lenger getröft, Hat ihme doch khurz Zeit erfproßen, das Stüfft nur anderthalb Jahr genoßen®

45. Mangoldus.

Wahr auch zu Srembsmünfter und Degenfee ein Abbt, Vnd hat gaar gefchwind nach der Infel dapt,

den Hürthen Staab zu Paßau erhalten,

Er miefte hernach im Khriege walten,

Wie gefchrieben ftehet in feinem Leben,

Hat er füll freyheit und Güetter vergeben,

Enplich die Roth ihn foweit trieben

denen Bürgern die Mauth vmb Darlehen verfchrieben, Hat den Graben vor dem Püerthor aufgepaut

Weil er dem Khrügs Volckh nit thraut,

Das Thumb Eapitel thet fi) Damals erbarmen, Khauffen zu Unterhalte der Armen

Zu Neuenmardht etlich Häußer,

damit hierinn die frembde Petler

Gleichwohl ein gewiße Herberg hetten, Warumb fie ſchuldig fein zu betten.

Ob nun hierdurdy verftanden fey

das Bruder Hauß, ftehet niche darbey,

des Spitald aber würdt gedendht.

dem wurden damahls Weingärbten gefchendht.

46. Vdalricus. (1215.)

Ein Graf von Dißeheimb vor alten

Hat Defterreichifche freyheit erhalten,

Vnd das Schloß zu Oberhaus zu bauen angefangen Nach Aftam zu fchiffen hat er Verlangen.

Biß dorthin die Raiß werfhftellig gemacht,

Aber auf die Wiederkunft nit gedacht,

Auf der Rudhraiß kham ihm ein anderer Geſpann, der Todt fpricht zu ihm fort allon,

mit mir nun forth aus der Welt,

Gott will e8 haben, dems alfo gefölt,

denen Thumherrn thut er Eifenwörth fchendhen,

die follen dabey feiner gedendhen,

Alle Sonntag mit einander eßen

Hat nit lang gewehrt, habens balt vergeßen,

den Eifenwörth gleichwohl behalten,

Bleibt ohn Zweifel noch wie geweft vohr alten; Babft that den 2Often Theil Geiftlicher Güetter begehren, fi) wider die Unglaubigen zu wehren,

obs nun erfolgt, ftehet nicht dabey,

Khein Gewißheit, daß es gefchehen fen.

Vmb dieſe Zeit als Bifchoff regiert,

das Niederhaus erpauet würbdt

durch ein Abbtißin wie bericht, e

Wuͤrdt felbiged aufgericht.

47. Gebhardus. (1222.)

Diefer wahr ein Graf von Plein,

der bildet ihm anderft nicht ein

Statuten aufgerichten ainsmahl,

ſo geweſt zu des Biſtumbs Abfall.

Ein Thumbherr ſpricht: man foll nicht thrauen In diefer Sachen wohl auffchauen.

Bifchoff ſchweigt darzu, fagt nicht vi,

Ließe dem Thumherrn in der Stil,

da ers im wenigften im vertrauen,

Beedr Handt vnd fieß abhauen,

deswegen er Bifchoff abgefögt würdt

das Bisſtumb ein ganzes Jahr varcirt,

Pabft und Khayßer ainander zumider fein, darumb ſoͤtzt Pabſt ein Legaten ein

Mit Ramen Albertus Behamb,

der richt gaar vill Unruehe an,

Wolt Bifchöff abfühen vnd verfheren,

Man thete fich gegen ihn wöhren,

Hieraus entftandten ein große Schlacht, Worbey ein Thumbherr vmbs Leben gebracht.

48. Nudigerus.

Wie ich aus der alten Schrifft verftche, Wahr diefer Bifchoff zu Erembfee,

Hernach zum Bifchouen zu Paßau erwoͤlt, Anfanges er fich gaar gnedig ftelt, Thuet mehr dem Khayfer als Pabſt anhangen, deöwegen er wurdte gefangen,

Gleichwole wiederumben erlediget,

dem Biftumb fehrners vorfteet,

Schafft ven Päbftlichen Legat

Albertum Behamb von der Stadt,

dem er alle Güetter benommen,

ſoll ſich fortpackhen und nit mer khommen, Dieweillen der Legat den Pabſten perſuadirt, daß er all Biſchoff excommunicirt,

ſchafft die dem Khayſer anhangen,

fol man gefangen nehmen, Vnd alfo gleich lebendig verprennen. Darumb wollte Bifchoff den Legaten nit leiden, Mieft alfobalt von der Stadt fich fcheiden, Melcher fih dann zu Landtshuth aufhält, Mirdt nicht lang erbuld auch meggefchafft balt, Was thuet Albertus Päbftlicher Legat AN Khürchen er fpoliert hat, So dem Babften zu wider fein, alles, was fie haben, ziegt er ein Man wurdt jhme deswegen fo abholt, daß man ihne nirgend leiden wolt, Ihme anzuthuen allen Spoth Wurdt er vervolgt bis in den Tod, Albertus fucht Hilff in Behamb, Aber nichts erhalten, ziegt von dann, dem Pabften zu es referiert, daß er alfo vervolget wirbt, Khumbt wieder zuruckh fich zu rechen begehrt, Hat zu Waßerburg im Schluß einfhert, In Meinung fich dorth aufzuhalten, Rudigerus verjagt ihne alfobalten, durch Khrieges Macht, hat ihn nit gelitten, fondern an alfen Orten beftrütten. der Legat beym Pabſt ftüfft an zulößt, Rudigerus würdt feines Biſtumbs entſetzt, doch wolte er kheineswegen weichen nit, Hieraus eruolgt noch großerer Strütt. in dem 1249 Jahr da khamen mit einer Khriegs Schar die Grafen von Waßenburg und Schaumburg genendt, Haben alle Khürchen im Biſtumb verprent, Namen vorhero den Raub zu handen, dem Legaten ſein ſie beygeſtanden, Vnd hat ſich ein ſolcher Khrieg angefangen, ſo erſt hernach bey zween fürſten ausgangen, die Burgerſchafft bey ſolchem Streutten Mieſten auch gaar vill Ungelegenheit leiten,

3 *

Wollen alfo dem Bifchoff nicht mehr obediren, Selbft Obrigkheit fein, die Statt regieren, Hendhen ein Glodhen im Rathhauß auf

Vndt wurten al8balten aufrürig darauf,

Begerten Sigil gleichwie ein Reichftatt,

Daß Bischoff mit ihnen nichts zu fchaffen mehr hat. Was thuet Rudigerus, macht ſich aufs Oberhaus, Beqweltigt die Bürger von dort auf,

die mieften Sigil und Glockhen hergeben

Vnd 2000 fl. Straf darneben,

Vom Khanfer ver Bifchoff Regalia empfangen, Aber man trug fein nit mehr Verlangen,

Ein anderer Bifchoff wurbte erwölt,

Ob ed dem Rudigero fchon übel gefölt, .

Dahero das Biftumb nicht ohne Khrieg plieben, Wie oder was geftalten volgt hernach befchriben.

49. Couradus.

Der wahr des Khönigs aus Polln ein Sohn;

tridt au) das Biſtumb Paßau an,

Hat 15 Monat lang regiert, -

dem Dhomdechanten hernach refignirt.

der ihme dann zu fehuldigem Tandh

66 Mardh Silber und etlich Pferdt fchandh, Albertus der Dechant hat es hernach empfunden,

Wie man fagt, die Burger haben einen Bifchoff gefchunden, Hat gar nicht regiert, ift nicht darbey blieben, fondern man hat ihn al8balten vertrieben,

Nicht lange gelitten, mit einem Wort

Gleich gefangen genommen, gelegt uf Schloß Orth.

50. Bertoltus.

Der wahr ein Graf von Sigmaringen, Burger wolten fich abermalen gehrn Tedigen vnd nit mehr leben ins Bilchoffs Gehorfam, Berchtolt ruefft den Khönig im Behmben an, Weil er von Burgern vertrieben ey,

Daß Khönig ihme wollt ftehen bey,

37

©eftalten er von Behmen durch haimliche Lüſt,

auf das Schloß Neuburg beglaittet if, | Nimbt zwey Schlößer, St. Georgen vnd am Drt ein, Khumbt mit gewaffneter Hand zum verlornen Thürl herin, Die Burger veruolgt mit Khrieges Macht,

Die haben fich feiner zu wöhrn gedacht,

Den abgefögten Bifchoff hat er vertriben,

fo vohr umb dieſe Gegent blieben.

Rudigerus miefte Flucht nehmen,

fih umb Hilff zu denen Bayern bequemen,

Wie dann durch Lift das Schloß Orth denen Bayern übergeben warbt, Welche dem Rudigero und Burgern beyftehen,

dem Bertolt uff dem Leben nachgehen,

Albrecht der geiwefte- Dechant,

fo fih zu Orth gefangen fandt,

den nemmen die Burger alfo in Berwahr,

Gefaͤngklich gehalten immerdar,

Hardt, fireng mueß ers haben yberwunden, | Weil man jagt, Burger haben einen Bifchoff gefchunden, fo aber nicht die Haudt zuverftehen,

ſondern durch harte Gefängfhnußen,

Er hat Fhönnen fagen, ihr habt mich da,

in eurem Gewalt, zeigt mir die Haudt ab,

Mein Gott, ift das einem Bifchoffen gefchehen,

Wie wirbt man erft mit einem Armen vmbgehen, Der es erfart, khumbts hart genug an,

Vnd fi vor Gewalt nit wöhren Fhan,

Biſchoff Bertolt geweihet wahr,

Dis Biltumb Paßau gank und gaar,

deme getrevlich vohr zuftehen,

of feine freundt gaar nicht feheen,

Hengt doch denfelben vi an,

ſetzt alß Berfprechen weithindtan,

BVerfhaufft Lehen, 12 Pfarren vnd Elöfter,

Zwahr vmb 4000 Marfh Silber,

Er wußte gar nit wie er fich foll rechen,

Läft thails Prieftern die Augen ausftöchen,

Wie auch die Naßen vnd Ohren abfchneiden,

darumb miefte er hernach auch leiden,

Würdt deronwegen beym Pabften anclagt,

Der alfo balten befildht undt fagt,

Man fol ihm all Bifchöffliche Würde nemmen, Vnd weider für fhein Herren erfhennen.

81. Otto.

Vom Gefchlecht Leonftorff aus Bayern gebohrn, ift anno 1254 Bifchoff wohren,

Negiert 9 Jahr zur felben Zeit,

das Biftumb in großer furfichtigfheit.

Anno 1258 bey feinem Löben

Hat er den Löderern freyheiten geben

des Inhalts, daß Fheiner fol treiben fein Khunſt, er habe dann von denen Löderern Gunft, Vndt fich vorhero gemeldet an,

Würdts ihm erlaubt, treibts er alsdann.

Vnd daß er auch zu Fheiner Zeit

denen Schueftern vmb das Lohn arbeith, fondern aufn Khauf was er fhan verfchleifen, deßen ſoll fich ein jeder Lederer befleißen, Anno 1265 endt Bifchofs Löben

in Gott dem Herrn fein Geift aufgeben,

Vf der abfeiten beym Predig Stuhl im Thumb begraben, Vnd will allvar fein Bhrftandt haben.

52. Vlatislaus und Petrus.

Vlatislaus ein Herzog von Schlößien

will auch zu Paßau ald Bifchoff anftehen, Hats aber im geringften nit geihrt

dieweil er Bifchoff zu Salzburg würdt,

dem volgt Petrus ein frumb vnd gelehrter Dann, fo gleichwol den Burgern nicht recht thuen Fhan. Khönig in Böhamb wolt Scherting befägern, den laft Petrus hierdurch ziegen, derowegen Solches denen Burgern nicht gefällig wahr, Beſorgten Vnheil immerdar,

Wie es dann auch hernach geſchehen

Herzog aus Bayern thut vf Paßau gehen,

30

Würdt heimblich beim verlohrnen Thürlein einglaßen den neuen Marckht ausblindert in allen Gaßen, Ja endtlich gaar ein feuer anzendt,

denſelben bis in Grundt verprendt,

in Mainung die Stadt zu nemmen ein.

Bon der Woͤhr die Burger ihm gegnet fein mit gewaffneter Handt die Stadt befchägt,

daß Herzog an ihrer Khünheit geftüßt

jiegt wiederum ab, laft Paßau pleiben,

Zhuet dem Khönig in Böhmen Brief fchreiben. den frieven zu fchließen won felben Zeiten

vnd machten guette Ainigkheit,

Wegen großen Khrieg bereith 17 Jahr dazumahl khein Khayfer wahr,

Vnd wie die alten Schrüften fagen,

Laft Bischoff Peter die Thonau Brudhen fchlagen, Hat St. Johanns Spittal ybergeben,

Das Einfhommen hierzu merfhe eben,

Bon der Pfarr Waigen Khierchen järlich befchicht 068 noch würdt gereicht, das weiß ich nicht. Bifchoff hat 14 Jahr regiert,

Zu Dulln in Defterreich begraben würdt.

53. Bichardus. (1280.) Wahr einer von Polhaimb, Adls Stamb, erlangt Defterreichifche Donation, Im Parfueßer Elofter zu Welß eingefcharrt, Vf die allgemeine Vhrſtendt warth.

5A. Godefridus. (1283.) Als Khayferlicher Secretarius zum Stüfft promovirt, Zway Jahr hat er gaar wohl regiert.

55. Beruhardus. (1285.)

Bon Prambach ein Adeld Mann gaar gelehrt, Wahr Pfarrer zu Wienn, bat fich verkehrt, Er drütt das Biltumb Paßau an,

im Regiment gaar mitfamb,

des Stüfts Regalia hat er empfangen,

Ainig zu fein trug er Verlangen.

Allein die Burger wollen nicht

gehorfamben, fündet man Bericht,

fondern felbft Herren fein

Vnd die Statt regieren allein,

fangen alfo ein Aufruhr an,

Jagten den Bifchoff und Thumbherr von dann, Vnderfangen fich der ganzen Stabt,

felbft zu fegen Richter und Rath

denen Reih8Stätten gleich woltens leben,

dem Gehorfamb ſich nicht mehr ergeben,

der Biſchoff Hagts beym Pabften an,

Burger werben gelägt alsbald In Bann, Werden befhriegt vom Dberhaus,

daß ihnen Fhombt allgemach ein Grauß,

Wolte umb Khriegswillen zu vi aufgehen, die Gemein hets nicht mehr auszuftehen, Mieften vom Khaiſer Recht drumb nemmen, Zu des Biſchoffs Gehorſam fich bequemen, Vnd noch darzu werdens geſtrafft,

Markh Silber zum Vergleich geſchafft. Anno 1299 zur Zeit

giebt Biſchoff den Meßerſchmidten freyheit, Haben Macht einen aignen Pfleger zu wöhlen, der fie verbandlet in allen Geföllen,

Nacher Hoff von 10 Prandtftätten, merkhet eben, Sollen fie jährlich 6 fl. geben,

Weil fie dort arbeithen für ein Gilt,

Hteryber führen freyen Schildt.

daß mans darbey fol bleiben laßen,

dahero würbts genent die Mößergaßen,

Haben auch befondere Gnadt,

Daß der Statt Richter mit ihnen nichts zu fchaffen hat.

Statt Brieff. (1300.)

Run hat der Bifchoff den Burgern zaigt Pas geftalten er gegen ihnen genaigt,

- 1

Hat einen StattBrief aufgericht,

Sie unterthänig gemacht, auf ewig verpflicht, Anfangs der Brief von Todfchlagen melbt,

daß wann ein Burger fi flichtig drumb ftellt, Nimbt Richter zween Rathöfreundt fich Guets zu vnderwinden, fuecht weider Erfahrung ob die Schuld ſich würbt fünben, Dem Richter biervon nicht mehrer gebürth

dann 10 & 5 der Puncten probirt.

Todfchlägers Guett denen Erben verpleibt,

Hiervon der ander Puncten auch fchreibt,

Inzicht, wann fich ein Burger drumb ftölt,

nicht flüchtig gehet, würdt gemelbt,

Hat Richter ihne aufzuheben Fhein Macht,

jedoch fein Guett zu nehmen in acht.

In Beyfeyn zwen Rathöherrn daßelb befchreiben,

Bis fernere Erfahrung laßen wort pleiben.

Vndt fo nun ein Burger entweicht,

So gibt er ſich alsbalt fchuldig gleich,

derowegen dann fein Bueß ftehet,

Zwen Ehorberrn, zwen Dienftmann vnd 4 Burgern angehet. Wann aber ein tödliche Wunden beichicht,

fo lang der lebt, Kat Richter nicht,

Mit des Täters Guett zu fchaffen was,

Es wer dann Sad) er flehne daß,

erforfchet. Richter, wie theuer das ſeye,

Mit Wiffen zwen Rathöfreundt follen auch fein dabey. da einer umb Spruch nit Recht will nehmen,

Wegen freundtichafft fich darzu nicht bequemen,

Den fol Richter mit Rathshiliff anbringen

oder endtlich mit Gewalt darzu flimmen.

Für Khauff bat dieſe Befchaffenheit

Wann einer dem andern zu jederzeit

Was dem Weegkhauff vmb Werth oder Gelt,

fo ihn der ander albereit beſtoͤlt,

der verluftiget Thail würdt geftrafft

Vmb 12 und 6 Schilling der Richterfchafft,

Sp aber in deme ein georbneter Lohn

Vnd fangt ein anderer einen fürKhauff an,

Er geb wohl Acht und merdhe eben,

Mueß doppelte Straf 72 9 geben.

Aufhaltung der GAft khan alfo befchehen, Wann vmb die Gegent Fhein Gerichtöbiener zu fehen, So Fhan der den die Sachen angehet,

den Gaſt aufhalten wohe er ftehet,

Will Saft Gewalt brauchen, nicht nemmen Huldt, Empfangt er drumb Schaden, ift fein die Schult, Wann nun gzwiſchen zweyen ein Händl entftundt, Durch nachjagen nicht erlangen khundt,

Vndt fchlagt den andern ins Nachbarn Hauß zahlt 5 @& 9 der Thäter gleich aus,

dem Richter zur Straf auch ohne Streutt, dem lager und Nachbarn allen beeden abbitt. Berbottne Wort ftrafft Richter baldt,

mit 18 9 gleich audgezalt,

Hats einer in Baarfchafft nicht darzufchießen, So mueß ers mit dem Leib abbüßen.

Wer Gott läftert, Batter vnd Mutter fchmäht, dem würdt die Zung and Hädht gelegt. Welcher zuckht ein Mößer oder Schwerbt

giebt 60 5 Straf, Baßauer wertb.

Sieht ed nun Raufen und Maulfihlög,

Vmb 1 ® fraff Richter allıwög.

Ein Saft, der dem Wörth die Zöch nit zalt, Haimlich dauon geht oder mit Gewalt,

der mueß Straf 72 3 zallen,

oder 72 Schläg nemmen fo ihm nit gfallen. Glaitt zu geben ift alfo zu uerflehen,

daß man kheinen laft aus der Hafft gehen, der wider die Statt thuet vnd ohne Clagers Willen. Hierauf fol der Richter jedeßmahls zillen. Gelter Glaitt eben desgleichen,

Richter läſt kheinen von Verhafft weichen,

es ſey dann der Cläger waiß drumben

oder hab vom Schultner Bezahlung bekhommen. Verbottne Leith vmb Gilt behalten,

gibt Straf dem Richter 12 vnd 6 ß vor alten,

Vnd iſt noch darbey ein ſchuldige Pflicht, daß er dem Gläger fein pfennig abricht. Gelter fo feinen Glanbigen vorfchlagt,

zu bezahlen nit hat, fo er fagt,

fündt ſich Aides Schwur ein Betrug,

Daß er was verhalten oder vnderſchlueg,

den fol man in der Statt nit leiden,

in Jahresfrüſt mueß er von dannen fcheibten. Ein Wunden, die da ift ohne Lemb,

was Pein nit beriehrt zuverftehen,

ſtraff Richter vmb ein Pfundt Pfening,

mit Lemb aber hats ein anderd Bebıng,

da wirdt dem Tätter zu feiner Straf

zu entrichten 5 @ geftrafft.

Berbottne Leuth, die ein andern verwundt, fol man nit aufhalten Fhein fürthl Stundt, thuet es einer hieryber, man wirbt das ihnen Ans tätters flatt ftrafen, braucht nit lang befihnen. Vmb Todfchlag, Prandt vnd Raub khommen in acht, MWürdt gar nit mehr daraus gebracht, Ghericht vohrftehen oder nicht erfcheinen,

fol 12 oder 6 8 Straf ableihnen,

ingleihem wegen fehmächlicher Wort,

Würdt gleichfalls geftrafft an diefem Orth. Eläger entpreßen oder endtgangen,

mit dem khan Richter auch nichts anfangen, Mer den andern vmb Gilt clagt,

zum verluftigen Thail der Richter fagt,

daß er fey vmb 24 9 geftrafft

Vndt im Bon friedt 72.9 gefchafft. Emproßte Sad) fo uill bebeit,

Vnd werben verftanden diejenige Leuth

fo ainmahl entgehen, hernach erwiſcht,

12 und 6 ß Straff er ſchuldig iſt.

Feuer ausfhommen vnd ders nicht befchreuth, Wills ſelbſt heimblich Löfchen, nit rueffen Leuth, Zur Straf dem Richter 1 geüth. Richter fol nit richten vmb Wanbtl,

es jey dann vohr abghört des Elägers Handil, Richter foll khein Burger pfendten, füh jedesmal zu den Rechten wenden. Der nun einem andern was entfrembbt, im nacheillen fih zum wöhren wendt, vnd er bierbey befchädiget wirbt, dem ift Recht befchehen, fich alfo gebührt. Wann Mann vnd Weib mit einander ftreutt Verhandtlets die Gaiſtlich Oberkhait. Da Herr vnd Frau mit ihren Leuthen, etwann zührnen ober ſtreutten, Wann gleich Straich vohryber gehen, nur nit mit gewaffneter Handt beſchen, dem Dienſtpotten auch ohne Gefahr, die Herrſchafft iſt entſchuldiget gaar. Der in der Khürchen freuel treibt, 12 vnd 68 Wandel geith, Vnd gewindt des Khürchen Herrn Huid gſchicht ihme recht, hats wohl verſchuldt, Ob ſchon der Wörth ein ſchlimmen Gaſt Der vnnutz iſt für Thür hinaus ſtoßt, Wann ed nur ohne Blutrunft gefchicht, der Wörth darf Fhein Straff geben nicht. Manns gefchicht das die Gherichtsdienern fürforbern vnd barbey verslienern, Der ſich mit rech hiervon purgirt, Bon Straf der fürforderung entfchuldiget würbt. Frembt Volckh ohne Bluetvergießen fchlagen, Ein gefößener Mann darff nichts beytragen. Für verworcht gehalten frembdes Guett fi) niemahlen gebühren thuet, Wann der dems gehörig gleich ftürbt, daß Guet feinem negften Erben gebührt. Fürfang vmb fremdes Gueth was dem Gericht hiervon gebühren thuet, . Gewandt 12.3 ein Kuhe 24 3 von ein Roß 36 > Bey frembden Gericht einen Burger clagen, in perföhnlichen Sprichen khan man in fragen,

15

wann cläger alhier Fhein ausrichtung erlangt,

das Recht an andern Orthen anfangt, Ä f Würdt Burger deßen yberwunden, | Mueß er dem Elager abthuen zur Stunden, | Vnd würdt darzu noch geftrafft | Vmb 12 und 6 ß der Punectenfchafft. | Aufhalten vmb Inzicht,

damit daß kheinem Burger beſchicht Vom Richter, er habe dann wahre That,

ybrigen er nichts zu ſchaffen hat.

Burgers Khnecht khan Richter fangen.

doch lödig laßen vfs Burgerd Berlangen,

Vnd daß ern wider zum Recht ftölit,

Hieruon dann diefer Puncten melbt.

Nottwoͤhr ift dis fo ſich begab,

An yher Landt Raifen bevorab,

Daß einer würdte griffen an

Vnd waiß khain Hilf, er wöhr fich dann,

bringt alfo feinen Gegentheil umbs Leben,

Salvirt probirt darf Fhein Straf geben.

Gefangen bey der Nacht eins Burgerd Khnecht

Würdt dem Burger eruolgt vf Stöllung zum Recht.

Wundl Wand! fo der befchicht,

Vom Brfacher werden beede Thail abgericht,

Acht vnd Bott gehet den Richter an,

Ohne Elägerd Willen Fheinen aus Lohn.

Aufhaltung der frembven GAft

Bor Alters ift im Brauch geweſt,

daß Richter genommen diß in Acht,

ob ein Befchreiung ift beygebracht,

fonft hat man khein gehalten auf,

fol auch noch fein, man gibt Achtung drauf.

Schaden fteyern vnd Vncoſten fiegen zue

Der vnbillig ift, wirdt geftrafft dartzu,

Den Bneoften abthuen vnd dem Richter geben

60 5 Wandel merfhet eben.

Aigner Burgfriedt weißet aus,

Vnbewoͤglich guett, ald da tft ein Hauß,

16

ders Fhaufft und bat es Jahr und Tag Inn, fhein Anſprach vom Inlender beſchicht an in, der pleibt poflor, darf weiter nit fragen,

der Ausländer mueß Vncoſten abtragen.

Aigen Berfhauffen, daß fol befchehen,

mit Willen der Erben, thue dich wohl verfehen. Fenckhnus ohne Todt fol nicht Ienger pleiben, als drey Tag vorm Richter, der Buncten thuet fchreiben. Erlangted Burgerredit, drauf volgt das Schwöhren dem fürften zur Schran will fich Bebühren,

Bon deme nimbt Richter 60 3 ein,

der frohnbott mit 12 fol zu frieden feyn.

Burgers Tochter erbts Burger Recht,

fie heurath einen biefigen ober frembden Knecht,

die 5 fl. zu geben iſt er befreyt,

daß wißen hür fchon die meiften Leuth.

Vnd was endtlich den Todt nicht berührt,

Dem Richter Thein Burger zu ftrafen gebührt.

Vmb das 1302. Jahr

der Lebzelter Recht aufgericht wahr,

Haben auch Pfening gemüngt gewieße Hausgenoßen, denen hat mans hernach nicht mehr Iaßen.

der Bifchof hat 30 Jahr regiert,

Anno 1314 begraben würbt.

Wegen Eapiteld Zwytracht fteben Jahr,

das Biftumb hernach ohne Hürtten wahr.

| 56. Der Bifchoff Albrecht in Sachfen. (1321.)

Wahr in feinem Thuen gaar prechtig,

Vnd in der Hofhaltung groß vnd mechtig, Burger erfhaufften Rathhaus Gerechtigfeit,

fo ihnen einzogen zu Biſchoffs Bernhardts Zeit, Bmb 1000 fi. bezalt paar,

fo ſie noch genießen immerdar, | Hingegen höbt Bifchoff dad Minz Recht auf denen Hauß Genofien fo ed vorhero erfhaufft.

47

Biſchoff gibt den Bödhen freyheit

eben umb obbenannte Jahres Zeit,

Vnd in dem 1321. Jahr

die Stiftung zu Inspruckhen beftattet wahr, dem Pfarrer bey St. Gilgen das Holz gehört, Welches alles jetzund ein Thumberr regiert. Vnd als man 1331 zölt,

der Preuen freyheit wirbt aufgeftölt.

57. Godefridus. (13&3.)

Vom Gefchlecht einer von Weißenedh

Hat gern gepaut allweg.

Das Schloß Rennarigtl zum Stüfft gepracht, deögleichen auf Hädhelberg gedacht,

So vorhero ein Mayrbof wahr.

Bifchoff regiert 20 Jahr.

Anno 1348 am Tag Bauli ftundt ein Erbpiden auf, da föllen gaar füll Gepeu zu Hauf.

Khayßer Ludtwig gab auch freyheit

Wegen des Traidt Khaufs zu aller Zeit, Gleichfalls Hat Herzog Albredit,

vom Defterreichichen Gefchlecht,

der Khlingen Schmidt Wolfs Zeichen befreubt, im ganz Defterreich zur felben Zeit

derfit Riemand dergleichen nachmachen,

Dann PBaßauer allein in diefer Sachen.

So würdt ein freyheit vmb den Traidt Khauff, Bon Herzog Stephan in Bayern gerichtet auf. Als man 1349 zöft,

Wurdt den Paßauern gaar wol gewöält. Anno 1358, wie bericht,

Würdt das Stift H. Geiſt aufgericht,

dur Vrban Guntader Münz Maifter,

Hats wohl gemeindt zu Gottes Ehr,

fangt in Lebens Zeit die Ordtnung an,

daß man fol halten 13. Manns Berfon,

die Pfriendt haben zu geniefen allein, Hierunder follen 3 Prieſter feyn.

Bf8 wenigft al Tag ein Möß zulefen,

ift des Stüffters Meinung geweſen,

Wie er dann yberaus nahmhafft,

Hierzu vill Haufer vnd Gilten gefchafft, Vnd Weingärtten auch zugleich,

Weillen er Gundtader wahr gaar reich, dem Pfleger fol man Pfriendt auch geben, Vnd ehrliche Undterhalt zu leben,

den Stüfft Brieff ſoll er obferviren,

damit er hieraus Fhan refpondiren.

38. Bifchoff Albrecht von Winckhel. (1362.)

Vnainigkheit macht felten reich,

Weil der Biſchofs Stab einer Helleparten gleich, ift Khrieg und Vnruhe gewiß nicht weith, Bey Bifchoff und Burger vmb felbe Zeith, dann Bifchoff, ob er ſchon nnverzagt,

Bon Burgern wurbt er aus der Stadt verjagt. Vmb Willen fie ihn nicht wollen nennen, ihren Herrn vnd ihn dafür erfhennen, abermal felbft Herrn fein wollen wie ein Reichs Statt, MWormit Bischoff nichts zu fchaffen bat,

dahero Burger gleich alöbalt,

fih vnderfangen aller Gewaldt,

Hanghen ein Glockhen vf dem Rathhaus auf, fo man e8 leuth, alsbaldt ein Hauff

der Burger ind Gwoͤhr verfamblen fich,

Wohe mans hinfchafft gaar willigelich, Beſötzten al Thurn vnd Thor zugleich

nach Gewalt und Maß einer Statt des Reiche, haben Bifchoff vnd Thumherrn hinausgejagt, felbft Herrn wollens fein, haben fte gefagt. der Bifchoff wagt hierauf vill Gelt,

Werbt VBöldher darmit zu ziehen ins felbt, hendht fich alsbaldt an große Leuth

ihm Hilff zu leiften felbe Zeit,

Den Burgern zu weifen, daß er ein Herr, yber die Statt vnd fie nicht mehr,

18

Wolt lieber lagen felbft das Loͤben

Als Herrfchaft Gewalt von fich geben.

Bey der Orla würbt ein Schlacht angeftöft, jiegt Bifchoff vnd Burger zugleich ins felbt Vnd fchluegen dafelbft alfo zufamb,

Wie gefchriben, das Blut in der Orla rann, Wie dann auch gemeldtet würbt,

fo hat mans gaar in der Thonau gefpierth. Morbey der Bifchoff erhalten das feldt,

die Burger gaben das ferfen Geldt,

Bil tode Leiber auf der Wahlftatt

man hernach gefunden hat,

Burger begehrten fich zu wöhren nicht mehr, fagten, der Biſchoff fey ihr Herr,

yber fie ond der ganzen Statt,

mit der der alzeit zu fchaffen hat.

Drauf hebt fich erft das Klagen ans -

Vom Pabft wurdtend gelegt in Bann,

Vom Khayfer genommen in die Acht,

Ein Straff würbt noch darzu erbacht, 30000 Marckh Bolt dem Bifchoff geben, Weils zu vill, leidt es ein Vergleich darneben, Bon deme hernach gemeldet wirbt,

Bifchoff pleibt Herr, noch dato regiert,

Vom Khayßer auch Privilegia erhalt, Burger müßen löben under feinem Gewalt, wie dann in alten Büchern bericht,

A 1367 würdt der Defterreicherifche Spruch anfgericht, fo hernach mit mehren weift,

daß Burgetſchafft Gehorfamb laiſt.

Der Erfte Oeſterreicherifche Sprud. (1367.)

Herzog Albrecht und LXeopolt yon Defterreich; zwee Brüder, wahren damahls gleich, Wurdten erkhüſt als Schiedtleuth, den Biſchoff und Burger zu entſcheiden vom Streutt, fürs erſte würdt geſprochen allein, Biſchoff vnd Burger ſollen guett freunde ſein, 4

50

Gefangne beederfeitd wiedergeben,

Vnd ſollen ins Fhünfftig ainig leben,

dem Capitl Brüff vnd Sigil zuftöllen,

famt andern allen mehr Gefällen

fo Burger zu ſich genommen mit Gewaldt, ſollens zueftöllen alfobalbt,

Auch die Vöftung Niederhaus vndt Mauth dem Fürften gehört, ihme anvertrauth,

die Minz famt andern mehr

Müßen Burger wieberumb geben ber, Thumbherrn Hof und deren Guett

die Burgerfchafft wieder geben thuet,

Allein der Garten den Burgern bleibt,

den man jest Freythoff nennt und fchreibt, fo vorhero denen Thumbherrn geweßt, Haben die Burger an fich geleßt,

Gaben 100 fl. paar Geldt darumb,

Weil vill Burger im Khrieg fein khommen vmb, Welche fie dafelbften haben,

Als in dem Paan, hinein begraben, Hiegegen würdet auch vermelbt,

daß Bifchoff denen Burgern wieder zuegeftölt, Was er im Khrieg ihnen einzogen hat,

an liegenden Grundtftüd außer der Statt, Neben dem foll die Vöftung Wilvdenftain Bis Georgen Tag aufgefchoben fein

recht zu onderfchaiden wembs gebührt,

dem Bifchoffen oder Burger erwartet würdt, Es haben auch anbey zugleich . i Beede Fürften vom Haus Defterreich

An Pabſten Brüeff gefchicht in der Maßen, daß er woll Burger aud dem Pann laßen, damits denen Gottsbienften werden zu Thail Vnd zu fuchen haben ihrer Seelen Hail, So wahren auch Brieff an Khayßer bracht, daß Burger khommen aus der Acht,

Vnd endtet fich Hiermit zugleich

der erfte Spruch von Defterreicdh,

31

Welcher von zwee Abgeſandten würdt verricht, deſſen und die alte Schrift bericht.

Der Ander Defterreicherifche Sprud. (1368.) Als man 1368 zölt, Wurde der ander Oeſterreicheriſche Spruch angeſtoͤlt, Worbey der erften Puncten wahr, den völligen Gewalt zu geben bar denen Abgefandten von Defterreich Her Bifchoff und Burger, beede zugleich, Vnd was alda würdt ausgefprochen Bon jedem Thail gehalten vnzerbrochen, Biſchoff gibt ſein Beranlaffung mit des Capitels Berwilligung. Burger haben auch gleichergeftalt durch Anlaß ihren völigen Gewalt, nad) vorhero gemeltermaßen denen von Haus Defterreich Iaßen, Vom dritten Puncten gefchriben ftehet, ift geweſt ver Verainigung Vohrredt. ‚Zum Bierten würbt gaar wohl betracht, daß man eine gemwiße Ordtnung gemacht. Bischoff vnd Burger, beede indgemein, zu halten alles ſchuldig fein, Was der Spruch nun in ſich hatt, Darumb habens Ybergeben ben Gewalt, Zum 6n guette freunde fein ſollen Biſchoff vnd Burger, bie Spruchleuth wollen. Weild dann nit mehr einander haſſen, ſollens Gefangne ledig laſſen, Freythof bleibt denen Burgern allein, ybrigens ſoll als denen Thumbherrn fein. Burger ſollen dargegen für den Freythof 160 fl. darlegen, Es bleib die Voͤſtung Wildenftain noch vnzerthailt insgemain. Es ſoll im geringſten kein Irrung geben, ber Beſchaidenheit würdt man nachleben.

40

Der Schaden fol zugleich aufgeben,

fo durch Todſchlag, Raub vnd Prandt befchehen, Es fey bey Armen oder Reich,

der Schaden fol aufgehen gleidh.

Weil Burger den Anfang des Khriegs gemacht, den Biſchoff alfo zu Schaden bradt,

daß er Murdht vnd Schloßer verfühen müflen, darumb follen fie ed auch billig bießen,

zu Widerlöſung befchaidtne Hilff thuen

Mas recht und billig ift, erfendt man,

dahero würdt auch ferners betracht,

Bf alle Jahr ein Zahlfrüſt gemacht,

1000 & », die Burger follen geben

Am Weinacht Abent, merfhe eben,

dem Biſchoff, als ihrem natierlichen Herrn,

. Zum PBoen, das fole 10 Jahr wöhren.

Vnd anfangen den erften Erlag

den nechften Abend vorm Weinacht Tag.

Auf St. Georgen Berg am Oberhaus

fol man den Poen alzeit geben aus.

Do würdt darbey ausprudhlich benenbt,

daß fih der Poen in zehen Jahr endt. Kheinen andern Herrn haben Burger nicht Als den Bifchoffen, ihme feins verpflicht, Erwölten Herrn ehrlich empfangen

Will Bischoff haben, ift fein Verlangen.

Mit 16 Jahren eined Burgerd Sohn

zur felben Zeith müft fehwören fchon.

Der Aidtesfohrmb ftehet alſo darbey

dem Biſchoff und Gottshauß fein getreu,

deßen Nuten fördern vnd Schaden wenden, Mieften ſich Burger und Sohn verpfändten. Biſchoff Hingegen verheißen foll,

daß er ihr gnädger Herr fein woll,

fie hürtten of der Paſſauer Waiden

bey ihren alten ©erechtigfeiten.

Die findet man auch darneben,

Biſchoff khan ein Rath ſetzen Doch 2 Inſigl geben.

53

Der Rathöheren mögen fein in der Zall

Bon 11 bis 19, nach Biſchoffs Wahl.

Bom Bifchoff ein Burgermeifter geordtnet würt, ſoll ein gefeßner Burger fein, fich gebührt.

Statt Richter fegt ein Statt Rath,

den Bifchoff zu verordnen hat.

bie Anmwält figen dem Statt Rath bey,

obſchon Fheiner Fhein Burger fey.

Burgermeifter, Richter und Anwäldt ſchwoͤren follen, daß fie dem Bifchoff getreu fein wollen.

Gegen dem Fürften ſchwoͤrt der ganze Rath,

fo vorgefößet ift der Statt,

Im Rath alles zum Nugen betrachten,

Vbrigen fheine Freundtfchafft achten.

Rath Täg alle Wochen 3mahl halten,

ift zwahr georbnet worden vor alten.

gaar löblich Recht ſich auch gebürt,

daß an der Billigfheit niemandt verhindert wirbt, deromegen gewiße Täg beftellt,

als erchtag, Pfinftag vnd Sambftag ermölt,

zu vollziehen die Gerechtigfheit.

Niemand zue lieb noch zue leibt.

Richter fol wochentlich 3mahl

zu Gericht fiten benennte Zall,

Am Montag, Mittwoch vnd Freytag

die Antwort zu hören ſowohl als Clag,

den Beſchaidt halten ſo juft vnd gleich,

daß ihme der Armb fey wie der Reich.

die vom Rath vnd ehrbariften von der Gemein folfen dem Gericht beyfigen allein.

Rath fegen vnd dene verändern mag,

jährlich der FZürft omb St. Johanns Tag.

Raths Raittungen follen befchehen zwahr

zu gewißer Zeit alle Jahr,

doch daß Richter vnd Anwäldt darbeh nicht ſeyn, auß gewießer Vrſach iſt guett zu bilden ein.

Der Fürſt khan Burgermeiſter vnd Richter verkehrn, Mießen ihne erkhennen für ihren Herrn.

Bfs wenigft all Tag ein Möß zulefen,

ift des Stüffters Meinung gewefen,

Wie er dann yberaus nahmbhafft,

Hierzu vill Haufer nd Gilten gefchafft, Vnd Weingärtten auch zugleich,

Meilen er Gundtacker wahr gaar reich, dem Pfleger fol man Pfriendt auch geben, Vnd ehrliche Undterhalt zu leben,

den Stüfft Brieff fol er obferviren,

damit er hieraus khan refpondiren.

38. Biſchoff Albredt von Winckhel. (1362.)

Bnainigfheit macht felten reich,

Weil der Bifchofs Stab einer Helleparten gleich, ift Khrieg vnd Vnruhe gewiß nicht weith, Bey Biichoff und Burger vmb felbe Zeith, dann Biſchoff, ob er ſchon nnverzagt,

Bon Burgern wurbt er aus der Stadt verjagt. Vmb Willen fie ihn nicht wollen nennen, ihren Herrn vnd ihn dafür erfhennen, ' abermal felbft Herrn fein wollen wie ein Reichs Statt, Wormit Bischoff nichts zu fehaffen hat,

dahero Burger gleich alsbalt,

ſich vnderfangen aller Gewaldt,

Hanghen ein Glockhen vf dem Rathhaus auf, ſo man es leuth, alsbaldt ein Hauff

der Burger ins Gwoͤhr verſamblen ſich,

Wohe mans hinſchafft gaar willigelich, Beſoötzten al Thurn vnd Thor zugleich

nad) Gewalt und Maß einer Statt des Reiche, haben Bifchoff vnd Thumherrn hinausgejagt, ſelbſt Herrn wollens fein, haben fie gefagt. der Biſchoff wagt hierauf vill Gelt,

Werbt Völdher darmit zu ziehen ins felbt, hendht fich alsbaldt an große Leuth

ihm Hilff zu leiften felbe Zeit,

Den Burgern zu weifen, daß er ein Herr, yber die Statt ond fie nicht mehr,

55 Die Zeit würdt nad) der Büecher Sag, Altweg vmb St. Johannßtag, Die jüngern Bürger follen den Aidt laiſten mit 16 Jahren, nach dem Berhaißen. Man findt von beeden Thaillen bericht, den Spruch zuhalten ewigfhlic. Stehet auch austruckhlich darneben, Instrument vnd Compromiss denen Burgern geben.

Ende des 2. Defterreiherifhen Spruchs.

Sn dem 1370tgften Jahr

der Miller Brief aufgericht wahr,

Bon diefem Jahr ein Bayrifche Freyheit fpricht, Dur Dtten, Ehurfürften, aufgericht,

daß Paßauer des Traidt Khaufs befreut, In Bayrn durch aus den Inlendern gleich. De A’ 1378 findet man

Vom Khayfer Carl ein Confirmation Dber alle Paßaueriſche freyheiten,

beftättet worden vmb felbige Zeiten.

A 1378 bemelten Tag

Beſtättet König Wenzl zu Praag

den Paßauern freyheiten, wie gemelbt

Und durch die alte Schrifft erzehlt.

39. Biſchoff Sjohaunes. (1388.)

Bon Scherffenderg ein friedtlicher Herr, 6 Jahr lang regieret er

Ainig, friedtlich und getreu,

Bei St. Peters Altar er begraben fey geweßt vor der Brunft, hernach erhebt, Heben andern noch im Thumb ftehet.

60 und 61. Bifchoff Nuepertus uud Biſchoff Georg. Rupertus ein Herzog vom Perg genandt, Würdt naher Paßau als Bifchoff gefandt, Neben deme ein anderer noch, Georgius von Hohenloch,

56

giebt yberaus großen Streutt,

Khrieg vndt große Unainigfeit,

Und wie die alte Schrüfft melbt,

So hat Rupertus erhalten das feldt

durch Khönig Wentel von Böhm,

der hat ihme damahls Bold her. geben,

der Pabſt will den Georgium haben

Vnd ihne mit dem Biftumb begaben,

darumb würdt Paſſau belagert gleich

durch Herzogen von Defterreich,

Burger halten fih an Böhmifchen Khönig

Und feindt ihme mehr als dem Biſchoff vnderthenig, Werth alfo die ftreuttige Wahl

ins fünffte Jahr in dem Kal,

dahero die Burger ihnen bilden ein

Abermahl felbften Herren zu feyn,

Kheinem Bifchoff mehr zu obediren,

Begehren allein die Statt zu regieren.

Thurn, Thür und Thor fambt dem Statt Graben die Burger alles befößt haben,

Bis ſich die Bifchöff entlich verglichen

Vnd A? 1393 der Ruprecht dem Georgen gewichen, Biſchoff Ruprecht verleiht dem Spital

das Preyhaus ze haben allemahl,

deögleichen auch würbt gemelbt,

Berleicht er der Statt Kammer das Vmgeldt, daßelb 15 Jahr zu genießen,

damit fie ihren Schaden bießen,

fo wegen des Khriegs ihnen befchehen,

Weil ihnen fo vill auf thet gehen.

die Baßauer haben wie benendt,

das Schloß Neuburg ausgeprendt,

Meilen fie von dortaus wurdten vervolgt,

darumb ſeins deme auch abholdt,

Bon Khönig Wenzl zu Behm empfangen Burger Gnabt, das Vmgeldt auf ewig ihnen beftatt hat, Salkfreyheit er desgleichen fchafft,

‚erledigt Burger von der Leibaigenſchafft.

7

Hat fie desgleichen absolvirt,

Bon der Aberacht deliberirt.

Daß jeder mag handeln wohin er wol, fheinem nichts mehr befchehen fol, paßieren zu laſſen was fie erfhaufft, ferners nichts mehr zehalten auf,

des Khriegs nichts zu entgelten laßen, an Leib vnd guett allermaßen.

1394. Ein Pöchenfächt würbt aufgericht, hiervon findet man alfo Bericht, Mas von Schaaf *) Getraidt, merdhe wol, der Pockh für Brodt padhen fol, Wie ſchwer vndt guett ein gewißes Zi, Pad nit wie der Poöchkh felbften will, Der nur allein auf fein Bortl fchautt. Drumb hat man fheinem Pödhen traut, Vnd deromegen Schrägen vnd Schuzen paut.

Prachatizer Steigs freyheit betr. (1399.)

Prachatizer Steigs freyheit

fo aufgeriddt worden umb diefe Zeit Bon.Khönig Wenzl aus Behamben,

Der hat ed den Paßauern geben,

Traidt zefauffen, herauszeführen

fol denen Paßauern Niemandt wöhren,

Es fey zu Khrieg oder Theurungs Zeit, gegen billicher Mauth, nach alter Gemwonhait, Vnd obgleich ein Khrieg fich erhueb,

Daß Behmb mit dem Bifchoff und Eapitel ohnainig würbt, fo foll es doch unvergriffen fein,

Paßauer gemeßen ihre Freyheit allein,

Des Gulten fleigd Halber, wie gemelt,

fo aufgericht als man 1399 zölt.

1405. Paßauer freyheiten das völlig Werckh, Beſtatt Khönig Ruprecht zu Amperg.

.

*) Scheffel.

1406. Es hat auch Herzog Leopoldt freyheiten geben aus gnädgſter Hulbt denen Paßauern, daß follen ficher fein An Leib vnd Guett mit Traidt und Wein, Was fie aus Defterreich führen wollen, des alten Khriegs nicht mehr entgelten follen.

Bifhoff Georg von Hohenloch. Nun fangt Bifchoff Georg an, Bon Hohenlod ein prachtiger Dann, Wahr gefcheut und rachgierig darbey, Was ihme zu wider gefchehen ſey, das fchreibt er in ein Schreib Täfelein, damit er nur khan gerochen fein, , Vnd wart alfo vf gewiße Zeit, zu begebenter Gelegenheit, Wie er dann einsmald gedacht, Dom Schloß genant Haimbach denen Burgern- ihrn Wein ließ nemmen, zum Gehorfam follen fie fich bequemen, den freythof mieſten fie abermal leſen Vmb 100 fl., der vohr ihr geweſen, Weil man noch vfs Fhriegen fchautt, Wurdt der Thurn auf der eben paut In dem 1407n Jahr, Am Thumb auch was gepauet wahr, Wie dann angefchriben, o Welt, o Welt! der Biſchoff für fein Sprichwort belt, AO 1408 würdt die Umgelt Stuben und Rathhaus Bon dreyen Heußern gemacht auß. Bifchoff und Burger anander anfchauen, Will einer dem andern nit recht thrauen, Wie dann wegen des Schlößl zu Hädhlberg die Burger vermainten es würdte ein Pollwerckh derjelben Zeiten aufgericht, Hiervon der Statt Schaden befchicht, darumben dann Khrieg entftundt, den man nit geſchwindt vergleichen Fhunt,

1409.

Burger machten ein jelichen Auflauf,

Richten Glockhen im Rathhaus abermalen auf,

Bemächtigen fich der Thurn vnd Thor,

vnd ftölten fich ind Gewähr wie vohr,

AS nun Bifhov und Thumbherren

der Burger Gedankhen und Mainung fpühren,

wolt ihnen nicht fchmedhen der Baßauer Luft,

Balt einer den andern haimblich ruefft,

ehe yber fie fhumbt der Burger Strauß

muchten fie fi zum Thor hinaus,

Laßen die Burger Herrn fein,

damahls yber die Statt allein,

haben aber nicht lang regiert,

Biſchoff an Khönigliche Hoff appellirt,

So abermahl im Guette verglichen,

Burger fein dem Bifchoff gewichen,

die Herrichafft ihme ybergeben,

Wolten hinfüro in Gehorfamb leben,

Biſchoff verbleibt Herr,

vnd würdt auch Khayferlicder Reihe Canzler.

Khönig Nuepredhten Sprach leut

wegen Häckhelperg.

Die Abgefanten vom König wollen,

daß Unwillen beederfeits abfein follen.

der Bifchoff die Burger fol lafien bleiben

Bey ihren Rechten, zum clagen nicht treiben.

der dritte Puncten zaigt darbey,

daß Biſchoffs lag, ganzlich abfey,

An Khoönigs Hof wider Burger einzelegen

ift hiermit abgeichafft, doch follen dargegen

Burger die Glodhen vom Rathhaus thuen,

Vnd ob fie deßen beſchwehret num,

mögen fie ihr Noth thun fagen,

den Bifchoffen fürn Römifchen Khönig drumb clagen.

Anderer Streutt wegen Hädhelperg.

In diefem Jahr, wie Die Bücher fagen, Hat ſich abermal ein Streutt zueiragen

AAO.

all.

60

Zwiſchen dem Bifchoff vnd Burgerfchafft gemein,

zwar nur wegen Hädhelperg allein,

dahero wanns dem Bifchoff eeben,

fol erd dem Spital zu Fhauffen geben,

oder Da er doch ein Luft will pauen,

fo fol er gleichwohl vf das fchauen,

daß alles werde aufgericht,

damit der Statt khein Schaden beichicht. Spruch wegen Hädhelperg.

Wann der Stodh zu Hädhelperg

Ainß Gaden hoch aufpauet werdt,

fol der ander Gaden nit mehr fein

fo dich von Ziegel, fondern nur allein

zwehen Schuech didh erpaueth wehren,

würdt audgefprochen vf der Burger Begern.

Kheinen ander Graben vmb den Stodh führen,

Warbey man fich doch möchte wöhren,

auch jegiger Graben nicht werde mit Stein

Heraus gemauert, fondern allein '

fol er verpleiben, wie der ift,

fo mar in andern Puncten ließt.

Nun begab es ſich in diefem Sahr,

daß Bifchoff Georg verraißt wahr,

der ftüfftet einen Adelsmann,

Namend Heinrichen von Burchperg an, der damals wahr fein Verwößer

oder mehrers zuſagen Statthalter,

damit, weil Biſchoff abiwefentlich,

Er mit den Burgern vergleiche fich Wegen Hädhelperg, fol wohl drauf fchauen, Dmb ein Ziegl höcher und dickher pauen, Welches er Bittweiß begehrt,

Vnd deßen auch von Burgern gewehrt. Bayrifcher Vertrag mit Herzog Heinrich, der begreift vnd hält fo vill in fich,

daß jedem Inwohner von Bayerlandt

die freyheit zu Baßau werde vergunt

1414.

61

Saltz fürführen ohne Nieberlag

oder den Burgern verfhauffen mag,

dann vmb die Statt zufahren, merfhet eben, darf Niemandt, er miefte dann Niederlag geben, Weil die zu Baßau felben Zeit | Wegen SalpWeefen fonders befreutt,

damahls wahr bey St. Nicola

Khein Salg fuhrfarth nicht allda,

fondern zu Paßau die rechte Niederlag

Am Ihn und Thonau auf vnd ab,

Ob nun Baßauer in diefem fall

Nichts vergeben haben dazumahl

An ihrer freyheitS Gerecdhtigfheit,

Welches fie hernach bereuth,

das laßet man an feinem Drth,

fahrt nur allein in deme forth,

daß Bayern vnd Baßauer haben Khrieg geführt, wie dann deswegen gemeldtet würdt,

Ein Thail dem andern durch Vergleich,

daß abgenommen wieder reich.

Khönig Sigemundten Confirmation

Vber gemeiner Stattfreyheiten zeiget an, daßelbe ausgefertiget

- Zu Rothenberg an der Tauber gefchrieben ftehet,

Bifchoff laͤſt vill geheen auf,

Hat Schloßer vmb baares Belt verfhaufft, Am Thum ftehet gefchriben O Welt, o Welt, fo man für fein Sprichwort belt,

Würdt gaar Bifchoff zu Gran,

ohnverhofft fhumbt ihn ein fieber an,

Vnd obwohle er 35 Jahr regiert,

Sleichwol der Tod fein Meifter würbt.

623. Biſchoff Leonhardt.

Ainer von Leining des Geſchlechts wahr der, Vnd auch darbey ein geſcheuter Herr, gleichwohl trüfft ihn auch Vnainigkheit,

daß Capitel will nicht völlig zur felben Zeit,

593

Der Schaden foll. zugleich aufgehen, fo dur Todfchlag, Raub vnd Prandt befchehen, Es ſey bey Armen oder Reich, der Schaden full aufgehen gleich. Weil Burger den Anfang des Khriegs gemacht, den Bischoff alfo zu Schaden bradt, daß er Marckht vnd Schloßer verfügen müflen, darumb follen fie es auch billig bießen, zu Widerlöfung befchaidtne Hilff thuen Was recht ond billig ift, erfendt man, dahero würdt auch ferners betracht, Bf alle Jahr ein Zahlfrüft gemacht, 1000 & » die Burger follen geben Am Weinacht Abent, merfhe eben, dem Biichoff, als ihrem natierlichen Herrn, . Zum Poen, das folle 10 Jahr wöhren. Vnd anfangen den erften Erlag den nechften Abend vorm Weinacht Tag. Auf St. Georgen Perg am Oherhaus fol man den Poen alzeit geben aus. Doch würdt darbey ausdruckhlich benendt, daß ſich der Poen in zehen Jahr endt. Kheinen andern Herrn haben Burger nicht Al den Bilchoffen, ihme ſeins verpflicht, Erwölten Herrn ehrlich empfangen Will Bifchoff haben, ift fein Verlangen. Mit 16 Jahren eines Burgers Sohn zur felben Zeith müft ſchwören fchon. Der Aidtesfohrmb ftehet alfo darbey dem Bifchoff vnd Gottshauß fein getren, deßen Nuten fördern vnd Schaden wenden, Mieften ſich Burger und Sohn verpfändten. Bifchoff hingegen verheißen fol, daß er ihr gnädger Herr fein woll, fie hürtten vf der Paſſauer Waiden bey ihren alten Gerechtigfeiten. Diß findet man auch darneben, Bischoff khan ein Rath ſetzen doch 2 Inſigl geben.

53

Der Rathsherrn mögen fein in der Zall

Bon 11 bis 19, nah Bifchoffe Wahl.

Vom Bifchoff ein Burgermeifter geordinet würt, fol ein gefeßner Burger fein, fich gebüßrt.

Statt Richter fegt ein Statt Rath,

den Bifchoff zu verorbnen hat.

die Anwält fiten dem Statt Rath bey,

obfchon Fheiner Fhein Burger fey.

YBurgermeifter, Richter und Anwäldt ſchwören follen, daß fie dem Bifchoff getreu fein wollen.

Gegen dem Fürften ſchwört der ganze Rath,

fo vorgefößet {ft der Statt,

Im Rath alles zum Nuten betrachten,

Hbrigen Fheine Freundtfchafft achten.

Rath Täg alle Wochen 3mahl halten,

ift zwahr geordnet worden vor alten.

gaar Löblich Recht fich auch gebürt,

daß an der Billigfheit niemandt verhindert würdt, derowegen gewiße Täg beftellt,

als erchtag, Pfinftag und Sambftag erwölt,

zu vollziehen die Gerechtigfheit.

Niemand zue lieb noch zue leidt.

Richter fol mwochentlich Zmahl

zu Gericht fihen benennte Zall,

Am Montag, Mittwoch vnd Freytag

die Antwort zu hören fowohl ald lag,

den Befchaidt halten fo juft vnd gleich,

daß ihme der Armb fey wie der Reich.

die vom Rath vnd ehrbariften von der Gemein ſollen dem Gericht beyſitzen allein.

Kath feben und dene verändern mag,

jährlich der Zürft vmb St. Johannes Tag.

Mathe Raittungen folen befchehen wahr

zu gewißer Zeit alle Jahr,

doch daß Richter vnd Anwäldt darbeh nicht ſeyn, auß gewießer Vrſach iſt guett zu bilden ein.

Der Fürft khan Burgermeiſter und Richter verkehrn, Mießen ihne erfhennen für ihren Herrn.

5:

Neue Ordtnung oder Aufſatz,

ohne Biſchoffs Willen, findt aufzurichten nit Platz, dem Rath ein Aidt fchwört die Gemein,

daß fie wollen gehorfamb fein.

Dem Burgermeifter neue Burger ſchwoͤren follen, daß fie gehorfamb fein wollen

dem Bifchoff, dem Gottshaus vnd dem Rath,

der Puncten diß in fih hat.

Der Biſchoff bat, wie geweßt vor alten,

zu denen Thurn vnd Thor die Echlüffel zu verwalten. Biſchof vnd Burger fich erflehren

durch Anlaß Brief Ainigfheit begehren,

dahero die vom Haus Oeſterreich

Schirm und Hilf anbieten den PBaflauern gleich, Sollen fich nicht betrieben wegen des Khriegs, fo befchehen, In Zueflucdht auf die von Haus Oefterreich fehen. Hiegegen follen Paßauer fein bereit

in allem fall zu Khrieges Zeit,

den Puncten niemals vnterlaßen

die von Haus Oeſterreich aus⸗ vnd einlaßen.

So ftehet auch gefchriben darneben,

Speiß ond Trank vmb Belt geben,

daß wann es ſich zu Krieges Zeit

Begab, daß die von Defterreich

Bey denen Paßauern freundtfchafft wollen,

ihnen das niemals abfchlagen follen.

den Widerfagern in allem fall,

nicht hilflich fein jedesmahl,

Wie dann die endtliche Meinung vnd Wii Verbunden ift durch Brüeff vnd Sigil,

Hiegegen würdt befchriben erfunden,

daß fi) die von Haus Defterreich verbunden, denen Baßauern alzeit Hilf zu thuen,

von dortaus ftehetd jebt vnd fortan.

darumb würbt ein Punct bier aufgericht,

darbey zu: verpleiben ewigfhlich.

die Artiful gehalten will fich gebüren,

Einen Aidt follen alle Paßauer ſchwöhren.

35 Die Zeit würdt nach der Büecher Sag, Allweg vmb St. Johannptag, die jüngern Bürger follen den Aidt Taiften . mit 16 Jahren, nad) dem Berhaißen. Man findt von beeden Thaillen bericht, den Spruch zuhalten ewigfhlic. Stehet auch austrudhlich darneben, Instrument vnd Compromiss denen Burgern geben.

Ende des 2. Defterreiherifhen Spruchs.

In dem 1370tgften Jahr

der Miller Brief aufgericht wahr,

Von diefem Jahr ein Bayrifche Freyheit fpricht, Dur Dtten, Ehurfürften, aufgericht,

daß Paßauer ded Traidt Khaufs befreut, In Bayın durd) aus den Inlendern gleich. De 9" 1378 findet man

Vom Khayfer Carl ein Confirmation Dber alle Paßaueriſche freyheiten,

beftättet worden vmb felbige Zeiten.

A 1378 bemelten Tag

Beftättet König Wenzl zu Praag

den Paßauern freyheiten, wie gemeldt

Und durch die alte Schrift erzehlt.

59. Bifchoff Johaunes. (1388.)

- Bon Scherffenberg ein friedtlicher Herr, 6 Jahr lang regieret er

Ainig, friedilich und getreu,

Bei St. Peters Altar er begraben fey geweßt vor der Brunft, bernach erhebt, Neben andern noch im Thumb ftehet.

60 und 61. Bifchoff Nuepertus und Bitchoff Georg. Rupertus ein Herzog vom Perg genandt, Würdt naher Paßau als Bischoff geſandt, Neben deme ein anderer noch, Georgius von Hohenloch,

56

giebt yberaus großen Streutt,

Khrieg vndt große Unainigfeit,

Und wie die alte Schrüfft meldt,

&o hat Rupertus erhalten das feldt

durch. Khönig Wentel von Böhm,

der hat ihme damahls Volck ber. geben,

der Pabſt will den Georgium haben

Vnd ihne mit dem Biftumb begaben,

darumb würdt Paſſau belagert gieich

durch Herzegen von Defterreich,

Burger halten fih an Böhmifchen Khönig

Und feindt ihme mehr als dem Bifchoff vnderthenig, Werth alfo die ftreuttige Wahl

ind fünffte Jahr in dem Fall,

dahero die Burger ihnen bilden ein

Abermahl felbften Herren zu feyn,

Kheinem Bifchoff mehr zu obediren,

Begehren allein die Statt zu regieren.

Thurn, Thür ond Thor fambt dem Statt Graben die Burger alles befößt haben,

Biß ſich die Bifchöff entlich verglichen

Vnd A? 1393 der Ruprecht dem Georgen gewichen, Biſchoff Ruprecht verleiht dem Spital

das Preyhaus ze haben allemal,

deögleichen auch würdt gemelbt,

Berleicht er der Statt Cammer das Vmgeldt, daßelb 15 Jahr zu genießen,

damit fie ihren Schaden bießen,

fo wegen des Khriegs ihnen befchehen,

Weil ihnen fo vill auf thet gehen.

die Baßauer haben wie benendt,

das Schloß Neuburg audgeprendt,

Meilen fie von dortaus wurdten vervolgt,

darumb ſeins deme auch abholbt,

Bon Khönig Wenzl zu Behm empfangen Burger Gnadt, das Vmgeldt auf ewig ihnen beſtatt hat, Saltzfreyheit er desgleichen ſchafft,

‚erledigt Burger von der Leibaigenſchafft.

37

Hat fie desgleichen absolvirt,

Bon der Aberacht deliberirt.

Daß jeder mag handeln wohin er wol, fheinem nichts mehr: befchehen foll, paßieren zu laſſen was fte erfhaufft, ferner& nichts mehr gehalten auf,

des Khriegs nichts zu entgelten laßen, an Leib vnd guett allermaßen.

1394. Ein Pöchenfächt würdt aufgericht, hiervon findet man alfo Bericht, Was von Schaaf *) Getraidt, merdhe wol, der Pockh für Brodt padhen fol, Wie ſchwer vndt guett ein gewißes Zill, Vnd nit wie der Poͤckh felbiten will, Der nur allein auf fein Vortl fehautt. Drumb hat man kheinem Poͤckhen traut, Vnd derowegen Schrägen und Schuzen paut.

Prachatizer Steigs freyheit betr. (1399.)

Prachatizer Steige freyheit

fo aufgericht worden umb dieſe Zeit

Von Khönig Wenzl aus Behamben,

Der hat ed den PBaßauern geben,

Traidt zefauffen, herauszeführen

fol denen Paßauern Niemandt wöhren,

Es ſey zu Khrieg oder Theurungs Zeit, _ gegen billicher Mauth, nach alter Gewonhait, Vnd obgleich ein Khrieg fich erhueb,

Daß Behmb mit dem Bifchoff und Kapitel ohnainig würdt, fo fol e8 doch unvergriffen fein,

Paßauer gemeßen ihre Freyheit allein,

Des Gulten ſteigs Halber, wie gemelt,

fo aufgericht als man 1399 zölt.

1405. Baßauer freyheiten das völlig Werdh, Beitatt Khönig Ruprecht zu Amperg.

*) Scheffel.

1406. Es hat auch Herzog Leopoldt freyheiten geben aus gnädgfter Huldt denen Paßauern, daß ſollen ficher fein An Leib vnd Guett mit Traidt vnd Wein, Was fie aus Defterreich führen wollen, des alten Khriegs nicht mehr entgelten ſollen.

Bifhoff Georg von Hohenlod. Run fangt Bifchoff Georg an, Bon Hohenloch ein pradhtiger Dann, Wahr gefcheut vnd rachgierig darbey, Was ihme zu wider geſchehen fey, das fchreibt er in ein Schreib Täfelein, damit er nur fhan gerochen fein, . Vnd wart alfo vf gewiße Zeit, zu begebenter Gelegenheit, Wie er dann einsmald gedacht, Bom Schloß genant Haimbady denen Burgern ihrn Wein ließ nemmen, zum Gehorfam follen fie fich bequemen, den freythof mieften fie abermal lefen Vmb 100 fl., der vohr ihr geweſen, Weil man noch vfs Fhriegen fchautt, Wurdt der Thurn auf der eben paut Sn dem 1407n Sahr, Am Thumb auch was gepauet wahr, Wie dann angefchriben, o Welt, o Welt! der Bifchoff für fein Sprichwort belt, Ao 1408 würdt die Umgelt Stuben und Rathhaus Bon dreyen Heußern gemacht aus. Biſchoff und Burger anander auſchauen, WIN einer dem andern nit recht thrauen, Wie dann wegen des Schlößl zu Häckhlberg die Burger vermainten es würdte ein PBollwerdh derfelben Zeiten aufgericht, Hiervon der Statt Schaden befchicht, darumben dann Khrieg entftundt, den man nit gefcehwindt vergleichen Fhunt,

1409.

59

Burger machten ein jelichen Auflauf, Richten Glockhen im Rathhaus abermalen auf, Bemächtigen ſich der Thurn vnd Thor, vnd ftölten ſich ins Gewoͤhr wie vohr, Als nun Biſchov vnd Thumbherren der Burger Gedankhen vnd Mainung ſpühren, wolt ihnen nicht fchmedhen der Paßauer Lufft, Balt einer den andern haimblich ruefft, ehe yber fie fhumbt der Burger Strauß machten fie fich zum Thor hinaus, Laßen die Burger Herrn fein, damahls yber die Statt allein, haben aber nicht lang regiert, Biſchoff an Khönigliche Hoff appellirt, So abermahl im Guette verglichen, Burger fein dem Bifchoff gewichen, die Herrfchafft ihme ybergeben, MWolten hinfüro in Gehorfamb leben, Biſchoff verbleibt Herr, vnd würdt auch Schayferlicher Reichs Canzler. Khönig Nuepredhten Sprach leut | wegen Hädhelperg. Die Abgefanten vom König wollen, daß Unwillen beeverfeitö abfein follen. der Biſchoff die Burger fol laflen bleiben Bey ihren Rechten, zum clagen nicht treiben. ber dritte Puncten zaigt darbey, daß Bifchoffs Clag, ganzlich abſey, An Khönigd Hof wider Burger einzelegen ift hiermit abgefchafft, doch follen dargegen Burger die Glodhen vom Rathhaus thuen, Vnd ob fie deßen befchwehret nun, mögen fie ihr Roth thun fagen, den Bifchoffen fürn Römifchen Khönig drumb clagen. Anderer Streutt wegen Hädhelperg. In diefem Jahr, wie die Bücher fagen, Hat. fich abermal ein Streutt zuetragen

A410.

aan.

0

Zwiſchen dem Biſchoff und Burgerfchaflt gemein,

zwar nur wegen Hädhelperg allein,

dahero wanns dem Bifchoff eeben,

fol erd dem Spital zu Fhauffen geben,

oder da er doch ein Luft will pauen,

fo fol er gleichwohl vf das ſchauen,

daß alles werde aufgericht,

damit der Statt khein Schaden beichicht. Sprudh wegen Hädhelperg.

Wann der Stodh zu Hädhelperg

Ainß Gaden body aufpauet werdt,

fol der ander Gaden nit mehr fein

fo dickh von Ziegel, fondern nur allein

zweben Schuech dich erpaueth wehren,

würdt ausgefprochen vf der Burger Begern.

Kheinen ander Graben vmb den Stodh führen,

Warbey man fich Doch möchte wöhren,

auch jetiger Graben nicht werde mit Stein

Heraus gemauert, fondern allein

foll er verpleiben, wie der ift,

fo mar in andern Puncten ließt.

Run begab e8 fich in diefem Jahr,

daß Bifchoff Georg verraißt wahr,

der ftüfftet einen Adeldmann,

Namens Heinrichen von Burchperg an,

der damals wahr fein Verwößer

oder mehrers zufagen Statthalter,

damit, weil Bifchoff abweſentlich,

Er mit den Burgern vergleiche fich

Megen Hädhelyerg, fol wohl drauf ſchauen,

Bmb ein Ziegl höcher vnd didher pauen,

Welches er Bittweiß begehrt,

Vnd deßen auch von Burgern gewehrt.

Bayrifher Vertrag mit Herzog Heinrich,

der begreift vnd hält jo vill in fich,

daß jedem Inwohner von Bayerlandt

die freyheit zu Baßau werde vergunt

1414.

61

Salg fürführen ohne Nieverlag

oder den Burgern verfhauffen ınag,

dann vmb die Statt zufahren, merfhet eben, darf Niemandt, er miefte dann Niederlag geben, Weil die zu Paßau felben Zeit

Wegen SaltzWeeſen fonders befreutt, damahls wahr bey St. Nicola

Khein Salt fuhrfarth nicht allda,

fondern zu Baßau die rechte Nieverlag

Am Ihn und Thonau auf vnd ab,

Ob nun Baßauer in diefem fall

Nichts vergeben haben dazumahl

An ihrer freyheitö Gerechtigfheit,

Welches fie hernach bereuth,

das laßet man an- feinem Orth,

fahrt nur allein in deme forth,

daß Bayern vnd Paßauer haben Khrieg geführt, wie dann deswegen gemelbtet würdt,

Ein Thail dem andern durch Vergleich, daß abgenommen wieder reich.

Khönig Sigemundten Confirmation

Vber gemeiner Stattfreyheiten zeiget ar, daßelbe ausgefertiget

* zu Rothenberg an der Tauber gefchrieben ftehet,

Bifchoff läft vill geheen auf,

Hat Schloßer vmb baared Gelt verfhaufft, Am Thum ftehet gefchriden D Welt, o Welt, fo man für fein Sprichwort hekt, | Würdt gaar Bischoff zu Gran,

ohnverhofft fhumbt ihn ein fieber an,

Vnd obmwohle er 35 Jahr regiert,

Sleichwol der Tod fein Meifter würbt.

62. Biſchoff Leonhardt.

Ainer von Leining des Geſchlechts wahr. der, Vnd auch darbey ein geſcheuter Herr, gleichwohl trüfft ihn auch Vnainigkheit,

daß Capitel will nicht voͤllig zur ſelben Zeit,

Ihne für den rechten fürften erfhennen,

thatl8 wollen einen andern haben vnd nennen, Ihne Heinrich Flenckh damals Dedhant, Leonhardt dad gaar hoch empfandt,

Befleißt fi auf andere Mittel zu gebenfhen, thuet fich darauf an Bayern hendhen.

Biſchoff von Salzburg fol vergleichen, Hainrich Flenckh will auch nicht weichen.

Wie dann fein Capitl appellırt,

Beym Pabſt wider Leonharten protestirt. Den Flenckhen zu behalten nach ihrer Wahl, Was thuet Leonhardten in dem fall,

Reißt nacher Rom vnd spendirt,

Würdt gleich zum Bifchoffen confirmirt, empfangt vom Bifchoffen zu Salzburg Weich Vnd die Regalia hernach gleich,

des Flendhen Capitl bat nit mehr trant Aldbalt vmb ein Weeg von Paßau gefchaut, Raißt nacher Wienn wegen Sicherheit, Weil fie beforgten von Leonhardten Streutt. Wie er ed auch gleich darauf gethan, throhet dem Capitl mit dem Bann,

So hierinfald wider ihn feyn,

den Flenckhen wollen feßen ein,

Aber das Bapitl acht es nicht vi, Immerfort nur den Klendhen will,

daß er Bifchoff zu Paßau fey,

Bon ihnen ermölt vnd bleibt darbey, Leonhart wolte auch nicht weichen,

gedenfht vf Mittl zu vergleichen,

Raißt auch nad Wienn in diefem Bedacht, Vergleich zu treffen, furth großen Bracht,

ift auch hernach Bifchoff blieben,

Was geftalten der Flenckh gewichen,

ftehet nicht gefchrieben,

Allein dis ift der alten Biecher deuthen,

dag Leonhardt Luft Hate zu Malpeiten,

führt darbey ein hohen Bracht,

8

hat 71000 fl. Schulden gemacht, Begert Wein, Steuer vnd Anlagen, Hat khupfern Schinderling *) Pfening geichlagen, Sept zum erften mahl einen neuen Rath, Rupft ihnen vohr vill Uebeltat. Befielcht ihnen auch hingegen, daß ſollen die Mauer am Sandt niderlegen, Welche die Burger zur Defension in 13 Wochen erpauet hann,

Vnd zwahr vmb ihr baares Gelt, Als man —1426 zölt, Dahero fie ſich entſchuldigen, Vorbringent wie ſie vill erlitten, Nicht allein im Khrieg an Geldt vnd Gueth, fondern auch noch mit Leib vnd Bluet, Man dete ſie ja ſo hart bießen, Haben Khürchen Recht vnd Criſam entraten mießen, Bitten alſo geſambt insgemein, Er woll doch ihr gnediger Herr ſein, Stolleten gar Khürchfarth an, laßen Aemter fingen, Nur daß den Biſchoffen auf gueten Weg bringen. Was hilfft es, Biſchoff wahr erzürnet ſchon, Begehrt, daß Burger ſollen Schaden abthuen, Halt ihnen vohr volgende Beſchwehrungen, deren 47 Articul ſeyn. Die Burger ſuchten Hilff bey Herzogen Albrecht, ob er die Sach entſchaiden mecht, Damit doch der Biſchoff ainig ſey Vnd ihr gnediger Herr darbey, Was geſchach nun in dem Fall, ihrer 5 werben erwölt zu mal.

1432. Der Zünffer Sprud.

Für den erften wurdt benennet als Johann Landigraf von Leuchtenberg, Graf zu Halß,

*) Gleichbedeutend mit „ſchlecht.“ Vergl. Scherzii Gloss,

HM

Paulus von Polhaimb, Thumb Probft, der ander, Der drite ald Dechant Ramens Siluefter,

Der Ate Erbhofmeifter in Bayern, Johann von Deggenberg, Der 5te Hannß Notthafft Vitzthumb zu Amberg. Diefe fünff haben Recht erfhent,

Darumb wurdts der 5ter Spruch genennt. Für den erſten Art. merfhet man wohl, Vngnad vnd Dnwillen abfein fol.

Burger follen nicht mehr fein behafft,

Hinfüro mit der Leibaigenfchafft.

Burger follen den Bifchoff nennen,

ihr Gnaden vnd ihn für ihren Herrn erfhennen. Wegen der Bnglaubigen,

Daß Burger und Bifchoff zu Feldt zogen, . Vnd vor diefem mit einander geftrütten,

follen Burger derowegen abbitten,

Hiegegen Biſchoff Fhein Grollen mehr faßen, Den Burgern verzeihen vnd nachlaßen.

Nun gab es auch befondere Händl-

Wegen der Burger Pannier Fändl,

Dann Bifchoff wolte nicht geftatten,

Daß Burger ein Panier hatten,

fondern folten ſich ergeben

Vnd under feinem Panier leben,

Gleichwohl haben die Spruchleutt observirt, Daß den Burgern auch ein Fändl gebürt, Weilen fie auch in Anfang,

Zu jedes Biſchoffs Eingang

in feiner erſten Würdigfheit

mit zwey Inſigl wordten befreut,

Dabero follens auch Panier haben,

Vnd der Bifchof fie hiermit begaben,

Neben deme die Spruchleut haben wollen, Daß wann Kriegdzeit ſich begeben follen Bad Bifchof fein Panier aufftölt im Feldt, So werden die Burger darunder zölt,

Doc ihr Panier fheineswegs verffen

Reben dem Bifchoff aufwerffen.

65

ſollen algeit in Gehorfamb leben,

fich vnders Piſtumbs Panier begeben.

Der Biſchoff hat noch, wie geweſt vor altem, Thor, Thürl vnd Thurn zu verwalten.

Es ſollen auch zu jeder Zeit,

in der Statt alle 4 Haubtleuth

Geſetzt werden mit Biſchoffs Willen,

ſeinen Befelch hiermit zu erfüllen.

Alle Burger ſollen dem Biſchoff huldigen, Vnd da es etwan mechte geſchehen,

daß ein Burger nicht wehr zu Haus

Vmb ſelbige Zeit geraißet aus,

ſo balt er nun khumbt wiederumb

iſt er ſchuldig die Huldigung.

Dieſer Puncten (10) weißet aus,

daß außerhalb des RathHauß

khein haimblicher Rath werde gehalten nicht, auf daß hierdurch khein Falſchheit geſchicht. So hat auch der Rath khein Recht, aufzunehmen einen Statt Khnecht.

Die tragen praune Libere

es ſey dann der Biſchoff weiß von ehe. Der Bilchoff will auch fein gewehrt

die Gemein zefordern, fo offt ers begert. Burger Werden hat fein Berbleiben

Bey dem Statt Brieff die Bücher fhreiben. Bor Gericht brauchet man Befchaidenhait, Im Reden fheine Hibigfheit,

Ein Jeder feines Vril warth,

Es fahl ihm nun leicht oder hardt,

Vnd fol ein Vrilſprecher blindt fein,

Richt fehen wer groß oder Fhlein,

daß Vrtl fällen gewiß vnd recht,

den Herrn nicht Fhennen vor dem Khnecht. Biſchoff laͤßt das Amthaus pauen,

darin zu halten dem man nicht darf trauen, daß man auch nit yberfiht

das GrundtRecht zereichen firderlich

66

dem Capitl zu gewißer Zeit,

Heben ver Guült vnd anderer Gerechtigfheit, Weil es tft ein Geiſtlichs Guett,

Vmb welches man Gottes Dienft verrichten thuet. Biſchoff Fhan fein aigen Wein,

Vf zwee Schenfhftötten ziegen ein,

Bnd felbe ohne Vmbgeldt,

Derleuthgeben, der Buncten melbt.

Es follen auch die Anmwälbt,

wann ein Sachen im Rath; vohr fällt,

So den Fürften oder das Capitl gehet an, denfelben als balten zu wißen thuen.

Neben deme man gefchriben findt,

daß under Biſchofs Hofgefindt

Richt mehr als zwee Anwält figen im Rath, So gehalten würdt bey gematner Statt. Der Puncten (20) thuet austrüdhlich fagen, daß der Rath fol Ehein Steuer aufichlagen, der Bifchof habe e8 dann bewilliget,

Anbey zugleich befchrieben ftehet,

daß man feinen Amptleuthen

Hiervon ihr Gebühr geb zu allen Zeiten. der Statt Richter ift Steuer frey,

MWarumb aber ftehet nicht darbey,

Vom Bifchoff follen alle Handwerks Leut Beftätten laßen ihre Freyheit.

Die Fleiſchhackher hatten dazumal

das Fleifch vf offnem Pla faill,

Am niedern Markht ein gemwißes Drt Ihnen hierzu benennet warbdt,

darum zaiget diefer Puncten an,

daß Wann der Markht ſich endtet nun,

So ſollen fie alfobalt

Ihre Schragen wegthuen, würbt gefchafft mit Gewalt. Hingegen ſollen die Fleiſchhackher

Vf der Thonau Prudhen fail haben nit mehr. Wo man vorhero die Viſch verfhaufft

richt man anjebo den Rindermarfht auf,

67

Bey dem Spital St. Johann,

Bleibt der Nahm jebt und forthan,

Dahero wurdt damahls betracht,

Vnd alle Hitten hinweg gebracht,

Die Schragen fo vor Heufern fliehen,

allwo die Leuth fail haben,

Von denen würdt der Zinß genommen,

Wie e8 von Alters ber ift Fhommen.

Alle Capitl Diener, die hier leben,

derfien weder Steur, Zurekh noch Robolt geben, Im Thumberrn Hof ift freyung, Desgleichen auch in dem Thumb.

Es fol fi auch Niemant vergähen

mit Worten einen Orichtsdiener ſchmähen. Richter fol fih nicht anmaßen,

Einen Burger allbier fangen zelaßen, Hingegen fol der Rath

einen Burger, den man gefangen Hat,

Vmb Gerichtbarkheit allermaßen,

ohne Richters Willen nicht loͤdig laßen,

was gerichtbar iſt daſelbſt abtragt,

Was den Rath angehet, alldort abſtatt. Eine Sach, die beriert Vnerbatkheit,

Bey Biſchoff Bernhart ſtattbrief bleibt.

So lang ein Burger den Aidt nicht ſchwoͤrt, Gerichtlich mit ihme zehandlen bleibt vnverwoͤtth. Ein Richter zu Yltz vnd Ihnſtatt,

das Gericht daſelbſt zu verwalthen hat,

die Miller zu Yhnſtatt Haben ſondete Freldt Kichter laͤßt aufheben zu gewißer Zeit, Weil er mit ihnen hat zu fchaffen,

fhan ers auch nach Verbröchen ftrafen.

Zu Niedernburg die Cisfterfrauen

Haben Gewalt auf die Foͤrgen zu Die zu fchauen, Wegen des Brferis fein fie onderthan,

Mer vnrecht thuet, den ftrafft man.

Bohr diefem mars im Brauch geweſen,

daß 32 Burger bey der Gemein gejößen,

08

jest aber folt es abgefchafft fein, nur fiten 24 allein. Ein Mauthner die Güeter vohr befchaut, Hernach darvor erft nimbt die Mauth. Was ein hiefiger Burger fürth, " vf aigen Poden fhein Mauth gebürth,

Bon Regenspurg herab zu verftehen, ift in den alten Rechten vorfehen. Salz man zwar in Zehl und Mihel fürth, jedoch Fhein Niederlag aufgericht würbt, daß Zeller und Gries Böcher Weinrecht haben wollen, Sie es vorhero erweifen follen, Vnd fo lang nun Weifung nicht befchicht, Haben fie bier dad Weinrecht nicht, Ein Pfleger beym H. Geifts Stüfft fo vill deſſen Einfegung betrüfft, khan Bifchoff thun mit Willen des Raths, der Pfleger den StüfftBrief innen hat. Bey St. Baull die neuen Capellen, mögen Burger pauen vnd aufftöllen, jedoch daß ed Bifchoff vnd Capitl bewilliget, auch ohne Thurn, geſchriben ſtehet. Burger ſollen die Mauer aufführen, Am vndern Freythof will ſich gebühren, Aber nur auf 13 Werkhſchuech hoch, Wie es dann iſt zu ſehen noch. Vorhero ſolcher Freythof ein Paumgarten geweſt, Den haben Burger mit 100 8 gelöft. An der Zhnftatt das Pollwerfh und Schlacht, fo Burger zu KhriegsZeit aufgemacht. Das follen fie wiederumb nieberreißen, darmit den Graben eingleichen. Bon beeden Thailen fürgebracdhten Brief halben, Bleiben bey ihren Khräfften in allem, Wie fie nun des Orts vohrfhommen, durch die 5 Sprüchskeuth nichts benommen. Wehr den Spruch nicht halten will, Zum Peen würdt gefögt ein gewißes Zill,

Glangt alfo der fünffte Spruch zu Endt, darauf fi Bifchoff und Burger lendt.

Der Junger Spruch zwifhen Bhf Leonhardten vnd Gemeiner Statt Paßau.

Bifchoff fowollen als die Statt,

In allem Fall fich ergeben hat.

Denen Abgefandten von Defterreich

Was werden fchließen im Vergleich, darbey wollen fie alzeit pleiben,

Vnd zur Gedechtnus in Biecher fchreiben.

Junger Sprud. Hinfüro fol al Vngnad, Fheineöwegs mehr fünden ftatt, das Vnder Schloß Dis dem Bifchoff vertramt, Welches von ihme würdt gepauth, Die Burger haben hiermit nichts zu thuen, Vnd ob auch ſchon Juden drinn wohn, fo bleibt von Burgern ungeirrt, der Gewalt dißfalls dem Biſchof gebürth. Die neuen Burger jetzt vnd allwegen, follen beym Bifchoff den Aidt ablegen. Der neuen Burger Aidt lauth, daß alles, was ihnen anvertrauth, Sie wollen bey ihren getreuen Pflichten dem Bifchof vnd Gotts Haus zu nutzen verrichten, Wie auch Burgermeifter, Richter und Rath, Vom Biſchof gefögt an Obrigkheits flatt, denen wollen fie alzeit gehorfamben, ſchwören den Aidt auf Gottes Namen. Welcher Burger vorhero allein, dem Rath geſchworen gehorfamb zu fein, Vnd dem Bifchof nit in dieſem Yall, Gilt nicht, muß ſchwören noch ein mahl. Daß neue Burger alihier bey der Statt, 5 fl. Burger Recht gibt dem Rath,

70

will Biſchof vom Rath gebetten ſein,

damit ſie es derffen nemmen ein,

Wie dann die alten Rechten ſagen,

Biſchof ſoll ihnens niemahls abſchlagen,

Der Richter hat 60 darvon,

Vnd der Frohnbott 12 5 für feinen Lohn.

Als offt an Fürſten Schreiben gehen,

Vom Rath fol vnderſchriben ftehen,

Ewer Gnaden anzuzeigen darbey,

daß Bifchof der Burgerfchafft Herr fey.

Bey dem Sten Puncten die Spruchleut wollen,

dag alle Richter in Anfchlag Brief follen Schreiben, Ich Namen des Hochwürbigften Fürften und Herrn, der Bifchof verlangt es vnd ift fein Begehren, darbey anzuzeigen, daß er ein Herr ſey

der ganzen Statt vnd pleibe darbey.

Gleichwie auch gemelt, haben Burger Ehein Recht aufzunemmen einen Statt Khnecht,

Sie mießen vorhero den Bifchoff drumb fragen, Bernemen, ob er würbt ja darzu fagen.

Gherichts Handlung verbleibt bey Biſchoff Bernhardts Brieff, ver Puncten fchreibt,

Kheinen haimblichen Rath follen Burger nit halten, Ohne Beyſein eined Anwalts ftehet gefchriben vor alten. Wann beym Rath ein Bril gefchloßen,

die Parthey es nach Hof gelangen will lagen,

So gebürt den Beamten ihr Geföll darvon,

es würbt num erhöht oder ligen lohn.

Wann jecht was an Markht Tägen zur Statt gefürth, der Zollner befchaut, nimmt ein was ihm gepürth, findt fich aber was Mauthbared darbey,

dem Mauthner ers fihuldig anzuzeigen ſey, Anſchlags Erlaubnus den Burgern geben

Bf Saltz, Wein vnd Traidt Darneben,

Vnd 8 Jahr lang felbiged zu genießen,

Dem Biſchoff 600 fl. darzu fchießen,

Obs nun vf die Niederlag verftanden ift,

das würt gefragt, man meiß nit gewiß.

Diefer guetliche Bergleich ſoll gebalten werden, doch den alten Privilegien ohne Beſchwerden.

Aidt Des Bargerichtg.

Der in der Inzicht würbt benendt,

man eigentlich doch nicht erfhendt,

Ob er der rechte Tätter fen,

fo würdt vermeldt diß darbey, |

daß er 3 Stund vmb den Leichnamb gehe,

Hernach volgente Wort ſpreche.

Allmechtiger Gott von Emigfheit,

ich bitt Dich durch dein Berechtigfheit,

Auf den Aidt, den ich jebt folt thuen,

Wann, daß ich bin ſchuldig daran

An Tod und Wunden des Leichnamb,

fo gibe doch ein Zaichen nun,

fichtigfich jeht in der Zeit

ich bitt im Namen der Hailigften Dreyfaltigfheit, Amen.

Aidt. (Er Fhuf die Wunden vnd legt die Finger drein.)

Ich ſchwöhr, daß ich Fhein Augenblich,

An defien Leichnamb Hier vohr mir ligt, fein Tod und Wunden nicht fchuldig bin, mit Rath und That.durch meinen Sinn, Haimblich oder offentlichen hab vungefehrlich. Alfo helf mir Gott in dem Anligen

Vnd alle feine Hailigen, Amen.

Aidt in des Biſchofs Würdigkheit,

Wann er antrit zur felben Zeit,

Dem ſchwört man zu fein getreu,

ihme vnd feinem Gotts Haus, ftehet dabey. Burgermeifter, Richter vnd Anwäͤlt zugleich fchwören, daß wollen getreu fein arm vnd reich. Hingegen theet der Gemein Aidt Fhlingen,

daß fie ihrer Obrigfheit wollen beyfpringen.

79

Bevorab weiſen alle Aidt aus

getreu ſein dem Biſchoffen vnd Gotts Haus. Zu erkhennen gibts ein Hand im Riß,

Was geſtalten der Aidt abzulegen iſt.

Es hat Leonhardt Biſchofs Zeit ein Endt, Wie er dieſelbe hat angewendt,

ſtehet in voller Luſt vnd Bracht, vnd ihme für ſonder Freudt geacht,

Weil Burger und er ſeinem Gehorſamb leben, die ihme ein ſchlechten Tanckh drumb geben, mit harter Mieh nach ſeinem Todt

gäben fie ihm ein Gnader Gott,

MWürdt gleichwol gefößt Died Orts darzu, Gott gäb allen Glaubigen die ewige Ruhe.

635. Bifchoff Ullrich von Nußdorff. (1451.)

Zum Khrieg hat es abermal ein Anfehen, Ben Biſchofs Wahl fo da befchehen, Khayfer verlangt Grafen Albrechten, von Schaumperg. Drumb gehet es ſchon hernach zwerg.

Babſt behalt ihme vohr einen Biſchof zu ſtoͤllen, Und nit wen Khayſer vnd Thumbherrn woͤllen, Bayrfürften verlangen ainhellige Wahl,

Wie e8 dann befchehen in dem Fall,

Vnd wurdt Vlrich von Nußdorff einhellig erwoͤlt, dem Pabſt vnd Khayſer vorgeftölt,

die gaben ihm kheine Confirmation,

was fangt Ulrich mit dem Biſtumb an,

Burger ſchieben auf die Huldigung

bis zur mehrerer Verainigung,

Vnd hat ſich eben dazumahl

ſollen verbinden in allem Fall,

die Statt wider den Khayſer ſein,

Haben aber nicht gewilliget ein,

denen aufruriſchen Oeſterreichern Hilf zethuen, Burger ſchaueten ihr Verbindtnuß an,

ſo beſchehen iſt vohr alten,

als ihnen wurden Güeter aufbehalten

73

dazumahl in Oeſterreich,

Bis alles khommen in Vergleich,

daß Biſchoff beym Khayßer in Gnaden ſtehet, alsdann werden die Güeter gelediget.

Nun iſt auf völlig beſchloßen Frieden

der Biſchoff hernach eingeritten,

deme die Burger huldigen,

Vnd für ihren rechten Herrn erkhennen. Hat auch nach Wunſch vnd Verlangen, Dom Khayßer die Regalia empfangen, Vnd verordnet worden damals gleich

zu ratfen vmb den Khönig in Branfhreich. Vnd eben auch vmb diefe Zeit

Wurden die Schiten allbier befreut

mit den Hafen jeder fold gewinnen

oder er muß nit fchießen Fhönnen.

Ain Aidt Steuer tät man anfchlagen,

mieft jeder Burger beym Gewißen fagen, Was er an liegent vnd farendt Guett hat, Vnd auch hiervon die Steuer abftatt,

Es feindt gewiß geweft gaar fchlechte Jahr, weil dreyerley Münz gefchlagen wahr,

Als guet, mitl ond fchlecht,

Hat wol vom Silber nit gaar gerecht,

So miefte man auch darneben,

Wochentlich die Anlag geben,

das Salt von Halle herab würbt,

wie von Alters, nachher Paßau geführt, Preyreht und Püer geben hat das Spital vfs Landt zu geben dazumal.

Bifchoff würdt Khaiſerlicher Reichs Canzler, BIN hohe Sache verrichtet Er,

Vnd wie man zu fehreiben pflögt,

Hat er den erften Stein gelegt

Bey St. Stephand Thurn in Wienn,

Laß fein ob es ift gefchehen.

Sn dem 1471. Jahr

der Röhrprunn in der Ihnftatt gemacht wahr,

74

Es hat ſich auch vnder des Fürſten Leben

die Handlung zu Ye mit den Juden begeben, Biſchoff pauet die große Orgl im Thumb, Nutzt 28 Jahr das Biftumb,

ift ebenfalld wie andere geftorben,

Gott geb, Daß er den Himmel erworben.

64. Georgius Häßler. (1480.)

Das Khriegen vmbs Biftumb hat noch Fhein Endt, werden abermale zween Bifchöff ernendt, Der Khaifer Georgen Häßler begert,

daß er zum Biftumb gelaßen werdt,

Herzog Georg von Bayern hingegen,

hat beim Capitl groß vermögen,

will Friederih Mauerfhürcher haben,

den fol man mit dem Biftumb begaben. Khayfler erweift fein gwalt vnd nomination, die fol man vor allem ſehen an,

Gapitl lehnt fich vff fein compacta,

ein frey Wahl zu haben da,

daber den Mauerkhürcher erwolt,

welcher weder dem pabft noch fhayfler gefüllt. Was thut der pabft in diefer fachen,

des capitls Wahl zu nichte machen

fößt den Häsler vffs bisthumb ein,

der fol Biſchof zu Paßau fein,

gleichfalld erlangt der Häsler da

von Khayffer alsbald regalia,

vnd von thail capitularen,

welche vff feiner feitten waren,

im rat zu greiffen die füchen an,

damit er dem Bisthumb vorftehen Fhan,

wie dann ſolche Thumbherren

vom pabften das recht capitl genennt weren, die vffs Häslers feitten fein vnd flehen, trauen bier nit, nach Welß gehen,

nur allein wegen ficherheit,

aus forcht befarenter vngelegenheit,

wolten bier nicht mehr pleiben,

weil der fterfer den ſchwechern thuet vertreiben. Des Mauerfürchers capitl hat ſich ftarf gewehrt, alsbald beim pabften appelirt,

Zeigen an ihre gerechtigfeit

mit dem fie von alters befreyt,

daß man nit follte in dem Fall

Vmbſtoßen ihre freye Wahl,

hat doch nichts geholfen, wird khein vergleich, fhein Theil dem andern gaar nit weicht,

pabft und Khayfier den Häßler verlangen, Bayern dem Mauerfhürcher an die Hand gangen, Häßler das Biftumb in Defterreich hat, hingegen Mauerfhürcher hier bei der ftatt, welchen bürger auch verlangen

vnd vff fein feitten ihr ohr hangen.

Häßler halt die Einlaffung begert,

Von gmeiner ftatt aber nicht gewert,

dieweil, ald lang man ſtehet im ftreitt,

Khein bifchof in paffau nit efnreitt.

Bürger erwarten vergleich allein,

zu erfahren, wems müflen gehorfamb fein, Thuen fich hiermit entfchuldigen,

vnd wollen alfo ficher ftehen,

hierauf dann Häßler alfobalt

fih onterftanden, zu brauchen gwalt,

wolt fih auch fo vil anmaßen,

dem capitl zinß vnd gülten verpieten laflen, was ift num gichehen vff diefer That,

Winer gab hierzu fein rat,

man ‚follte den Häßler einlafien nach Berlangen, bernach als balten nemen gefangen,

ift aber nit gefihehen, bürger trauen nicht,

an eim gefalbten zu vergreiffen fich,

den der pabft geweiht vnd will hann

Dis bisthumb, den greiffen fie nit an,

fie mifchen fi gar nit in den ftreitt,

haben viel lieber Ainigkeit,

16

wie vohr gmeldt, damit fie wiſſen,

wen fie ins Fhünftig Huldigen mieſſen,

darumb den man einhellig wird nennen,

den wollen fie für ihren Herrn erfhennen, hierauf wurdt ein vertrag

zu ftain angftellt, nach der Bücher fag,

aber gleichwol nichts vßgericht,

ein Thail dem andern will weichen nicht, Hußler hengt ſich an groſſe herrn,

Aufs Bisthumb zu helfen wahr ſein begehrn, deßgleichen hat auch Mauerkhürcher gthan, halt ſich an Bayrn vnd capitl an,

darumb haben ſie ſich nit verglichen,

die abgſandten von einander gwichen, Inmittels würdt die appellation,

ſo das capitl zum pabſt geſchickht han,

gantz caſſirt vnd vernicht,

der pabſt wills haben in ſeiner pflicht,

in gehorſam den Häßler anzunehmen

vnd für einen Bifchof zu Paßau erfhennen, ihn halten für ihren Fürften und Herrn,

nach bilfigfheit in allen eren.

Deßgleichen bie Faiferlichen abgeſaudten wollen, daß capitl den Häßler annehmen follen, hingegen ſchickht Bayern immer fchreiben,

den Mauerfhürcher Iaffen ald Bifchof pleiben, der pabſt ſchickht abermal bevelch her,

vnd halt das capitl für Khoͤtzer,

welche da dem Mauerfhürdger anhangen

vnd nicht thun wollen nach des pabſts verlangen, ſchreibt am die umbliegenden Fürſten vnd Herrn, anjuechungöbrieff und thuet begern,

daß fie dem Häßler beiftehn wollen

vnd zu dem ftüfft verhelfen follen,

wie dann Häßler nur vffs einreitten tracht, damit erd Bisthumb an fich pracht,

gibt in deme wenig ruf,

fchreibt den burger brieff zu

mit allerley veranlaffungen, fogar auch mit bedrohungen, Wenns ihm nit werden an die hand gehen, daß ihnen hiedurch groß fchaden würdt gichehen, Burger geben höflich antwort darauf, Sie wollten ihm die Thor gern machen auf, fo ift doch zu beforgen allein, wenn er khumbt zur ftatt herein, mochte ihm nichts anderft werben zu thail Allein fein größtes vnheil, melden auch derbei fogar Vnſicherheit vnd Iebensgefahr, bitten daher vnterthenigklich in vngnaden ſie zu beargen nicht, wie dann in büchern würdt gemeldt, daß capitl vnd Burger zſammenhelt, gleichwol thuet ains dem andern nit trauen ein jedes vff ſeinen Vortl ſchauen, die Burger ſorgen immer dar, daß ſtehen bei beyden Thail in gfahr, Vnd ſchickht der Häßler ein legation bei mithler nacht and thor heran, herein zu laſſen begehren fie frey, wail Häßler Bifchof zu Paßau fey, wird abgefchlagen, bis heller Tageözeit, als dann geben burger dies zu befcheibt. Obs zwahr gern wollten gehorfamben, fo forchtens möcht Vnglück entftehen, denn das capitel hat eine große macht, durchs Oberhauß zuwegen bracht, allwo fie dermal wohnhafft fein, darumb gar leicht zu bilten ein, daß herunten in der gangen ftatt vor fchieflen niemandt ein ficherheit Hat, daß alles mit heimblichen verftandt, Burger trauen damald niemandt, brauchen das ſprichwort, wie man pflögt zu fagen, vff beeven Achfeln Waſſer tragen,

8

der Häßler in großen Argwohn ftehet, wurde 40000 fl. Schulden bezichtiget, Dahero man ihne nicht gehrn,

viel Iieber ohne fchuld ein Herrn,

gibt glegenheit genug bei diefen fachen, dag man ohnehin muß fehulden machen, alfo fich höfelich entfchuldigt han, Häßler droht den Burgern mit dem Bann, wenn fie ihn nit laflen ein, fo follen fie deſſen vergwiſſt fein,

er will fie pringen für khayſſerlich recht, dag ihnen nur vnruh entftehen möcht. Die Burger entfchuldigen fich allezeit,

fie verlangen nichts als ainigfheit, Khönnen auch Fheinen laſſen ein

bis fie zuvor verglichen fein,

in ihrem obligo will das ftehen,

ain Herrn zu haben vnd nit zween,

man fol nur fagen, welchers ift,

dem wollens gehorfamben zu aller frik. fie faffen Ehein capitl ein,

es mag Häßlerd oder Mauerfhürdhers fein, bis fie ain Bifchof insgeſammt erwöhlen, vnd den für ihren herrn vorftöllen. Khayſſer bevilcht bei acht vnd pann,

daß Burger den Häßler einreitten lan oder, im widrigen, recht zu nemmen, defien fich Burger thuen bequemen, Schickhen nachher Wienn ihr abgefandten, fo neben dem Häßler im recht geflanbten, wurden zu vnterfchieblich ſechsmal rechttäg gehalten in dem Fall,

worbey dann den Burgern zu End

zum pöen ausdrüdhlich würdt benennt, daß, wann fie den Häßler nit laflen ein, 50 Marckh golds follens verfallen fein, deſſen fich burger ſtarckh verwoͤhren

vnd hierwider excipiren,

70

lehnten ſich vff ihre aidespflicht,

fo lang biß ainhelligkeit beſchicht,

Fhönnen fie kheinen laſſen ein,

vnd nad) begehren gehorfamb fein.

Denn uff diefe waiß befchriben ſteht,

daß mit fonderbarer Solennitet

vnd des capitls ainnigfheit

ein jeder Bifchof zu Paßau einreitt,

Häßler will aber Fhein Mas nit leiden, fondern nad} feinem Belieben einreitten,

vnd ob er gleich alhier der ftatt

vff onterfchieblich weiß getroet hat

mit pann vnd Fhriegh fie zu verhaflen, wenns ihn nit werden einlaffen,

gleichwohl 068 Burger ſchon gehört,

habens nit geacht, die ftatt zugefpört,

Rafjen weder Häßler noch Mauerfhürcher ein, begern fie follen vor ainig fein.

Was gefchicht hierauff durch Khayßers gwalt, befilet mit vrtl alfobalt

den Häßler gleich zu laſſen ein,

ober fie follen befrieghet fein.

König Matthiaß vnd die Fürſten von Bayın vffs Mauerfhürchers feiten warn,

zu helffen fein fie ihm bereit

in allerley begegenheit,

Khayſſer laßt Mandata ergehn,

daß Büger des ftüfft heilighhumben

follen alfobalt in ihr geheimb legen,

davon in güeter verwahrung legen,

Häßler khumbt in perfon für Die ftatt,

den man gleichwohl nit aingelafien hat, belagert Dubling in dem bedacht,

damit er Paßau ein ſchreckhen macht,

was thuen burger, ftöllen fich zu wöhre, wider allen anlauff zu defendiren

den Inn Thurn, wie die alt fchrifft fpricht, habens fammt dem pollwerdh zu Yıy vfgricht,

Khayfler will den Häßler fügen ein,

der foll Biſchof zu Paßau fein,

nimmt die Burger abermal in acht, wurden in großen fchaden gbradht,

wie dann 4000 fl. vncoſten

damals den Burgern vff gangen fein. Pabſt fchreibt abermal großen Herren,

vnd ift alleinig fein begehren

den Häßler an das fiyfft zu bringen, hingegen den Mauerkhürcher vertringen. König Matthiaß ift off Mauerfhürchers feit vnd richtet ſich zum völligen ftreitt,

defien capitl zu Schärting wohnt,

dann zu Paßau wurdens nit verfchont.

fie fördhten einer finfternuß,

baißt, weit von dannen ift gut fürn ſchuſſ. Häßler bat mit denen burgern tractirt, vnd vb fie fich gleich lang gwöhrt,

fo mußtens ihn Doch endtlich einlaflen, damit fie ſich nicht gänglich verhaffen

beim Pabſt vnd Khayfler, fonft großen Herrn, vnd durch krieghes macht verfolget weren, Häßler beforgt fich kheines ftreits,

mit 200 Pferdten einreitt,

die follen ihn fchügen vnd bewahren,

das hat er hernach gnug erfahrn,

fobald nun Häßler zu Hof logirt,

in der reſidenz, wie ſich gebührt

einem bifchof zu wohnen allda,

nun merdht was darauff geichah.

Der Schwargenfteiner, pfleger am oberhauß, der ſchickht alsbalten feindt brief aus, deögleichen der auch am nieberhauß that, vnd beede gleid an gmein Statt

vermeldt, weil fie den Häßler einglaffen wollend Statt vff alle waiß verhaffen,

wie e8 dann gleich darauff befchehen,

in der Statt war niemandt ficher zu gehen

drei Tag war ſchieſſen vom oberhauß,

dem Haͤßler hett der puckl graußt,

indem er fach fo große Poßen,

daß wurben dray Eugel nach hof gefchoßen vom oberhauß, al drey von ftein,

auch ziemblich groß vnd nicht clein, -

ain zeigen fieht man beym Thumb am Edh, vom pfeiler wirbt gſchoſſen ein ftein hinwegh, im rathhauß die fenfter ſtüchh fogar,

man fchießt darauf immerdar,

niemand dörfft ſich vff der gaffen

wegen fchieffen drey Tag pliedhen Laffen, dem bifchof Häßler verging das lachen, wegen inftändigen ſchieſſens und ftardhes Krachen wurdt ihm nachher erft angft vnd leidt,

daß die Fhayfferlichen veldher fo ihn eingeplaibt, nemlich die 200 mann

wollen nit mehr pleiben, weiter gahn, welche doch den bifchof ſchützen follen,

von ihm anjego weichen wollen,

iſt auch gefchehn, haben ihm verlaßen,

von bier hinweg fuchten fie ftraßen,

daß alfo der Häßler ganz helfflos war,

ja auch verlaffen gang vnd gar,

fein zeit vnd weil war ihm fo lang,

Bor lauter Fhumer wurdt er Fhranfh, weiten ihm feindtöbrief zugeſchickht

Bon allen Orthen, was umb ftatt Liegt,

die Burger thuen ihn zwar verehrn

vnd halten ihn für ihren herrn,

bitten dabey in vnderthenigkheit

vmb gnäbigfte verficherheit,

daß gleichwie er von feldften weißt,

haben fie ihm allen ghorſamb gleißt,

vnd haben an diefe onruhe Fein fchulbt, bitten alfo um gnebigfte huldt,

daß er ihnen wol ein verfchreibung geben beym pabft und Khayſſer fie anneben,

8

wegen entflandnen vnheil fie entfchuldigen, daß fie hieran nicht vrſach fein,

Häßler hat fie ihrer bitt gewehrt

nicht lange zeit mehr bier verzört,

feßt ſich vffs waßer, nach Wien fein zill, denkht aber nit, ob8 gott haben will,

vnd daß fo naheet fein letzte zeit,

hats halt nit gwüßt wie alle Leuth.

Am binabfahren fein leben fol enden

und auch zu nechft bey Möldh zu gelendten, allwo er von fhumer vnd not

fein leben verfhert in den todt,.

hats bisthumb befhommen durch grofie gwalt, gar nit regiert, mit der Haut bezalt,

vff den fliegen bei unfer lieben Frauen

sa Wien ift fein begrebniß zu fchauen,

dort wart er off diejenig ſtundt

da feel vnd Teib wieder zfammen Fhumbt.

65. Fridericus Mauerfürcher.

Run wahr Fridericus ein mahl erfreut, Daß er allein Biſchoff zur Zeit,

Vmb welches er fo groß Verlangen,

ift fro, daß Häßler mit Todt abgangen,

Die Burger leihen ihme an baarem Gelbt, 1800 fl. dargezölt.

Weill vmb Khrieges Willen vill aufgangen, damit er heußlich khan anfangen,

die Windorfer wahren der Statt auch feundt, Weillen fie fo vermößen feindt,

richten einen Floß mit Feuerwerkh an,

der Statt damit groß Schaden zethuen, Fürthen auf dem Waßer herab ben,

Bey eitler Nacht bis an Thonau Bruchhen, allda den haimblich angehendht,

damit hiervon würbt Statt anzent,

jedoch Hats Gott gnebig vohrfehen, .

daß dieſer Mainung nicht iſt befchehen,

Weilen die Fiſcher zu Anger ohne das gebacht, zu fifchen noch dieſelbe Nacht.

An der Thonau Brudhen haben fie funden den Floß mit Feuerwerfh angebunden, Welchen fie dann mit Waßer begoßen, Wordurch des Feuers Crafft erlofchen,

Bey diefen zwen Fürſten wie gemelbt,

Gehet gemeiner Statt auf gaar vill Geldt, Vnd wie in alten Büechern ftehet befchriben, it vf 46800 fl. Vnkoſten plieben.

Sriverich hat fich zwar lang gemwöhrt

Vmbs Biſtumb, aber nur 5 Jahr regiert,

ift zu Praunau geftorben, zu Paßau begraben, Neben andern alda fein Brftendt haben.

66. Fridericns Grave von Detting.

Ehe man einen Bifchoffen hat gemacht, hat das Capitl ſo vill betracht, An Burger begert neue Aidts Pflicht, fo aber kheineswegs befchicht, dann Burger thuen ſich deßen wöhren, fein ſchuldig allein einem Biſchoff zu ſchwoͤren, Nun hat man Friderich von Detting erwölt, anno 1485 angeftölt, Welcher ebend vmb felbe Zeit, Don Bilshoven her, allhier einreuth, Bon Burgern empfangen mit großen Ehren für ihren recht natierlichen Herrn. Hat hernach in Wolluft gelebt, der Heußlichfheit wenig nachgeftrebt, Burger leihen ihme 1000 fl., damit fie bleiben in feinen Hulden Gleichfalls thät auch Herzog in Bayern verbangen von denen Burgern die Huldigung zu empfangen, Burger fagen Hierzu Nein, dem Biſchoff zu huldigen fie fchuldig fein, dann von Alters hero man noch gedendht, daß Bayren den völligen Gewalt gefchendht, 6 Rx

sa

Einem Bifchoff hier ybers Biftumb u. Statt, Hiermit er allein zu fehaffen hat,

Vnder deme wollens leben zu jederzeit

in Gehorfamb und Vnderthänigkheit,

Er ift ihr recht natierlicher Herr,

darumb begehren fie Fheinen andern mehr, Bifchoff reißt of einen gewißen Tag

nacher Linz zu einem Vertrag,

beforgte nicht das End feines Lebens,

deme wurdt alda mit Gifft vergeben.

67. Chriftophorus Schachner. (1490.)

Difer würdt einhellig erwölt,

Vnd der 67. Bifchoff gezoͤlt,

Confirmirt ond eingeritten,

man hat nit mehr vmbs Biftumb geftrütten, Der Bischoff wahr ein heußlicher Mann,

richt onderfchiebliche Gebeu an,

Lebt gern mit Frieden vnd in Ruhe,

aignet den Burgern das Fleiſchhaus zue, Welches noch an ihme ftehet,

das zu verwalten den Rath angehet,

Auf gute Ordtnung Bifchoff tracht,

Hat auch den Platz weither gemacht,

Am Fifchmardht wurde aufgericht,

Ain Khochhütten fo gemeiner Statt verpflicht, Sn dem 1491ften Jahr

Vom Khayßer Friederich geben wahr

Ein NiederlagsBrief zu der Zeit,

Marinn die 3 Handtlungen befreut,

Salz, Wein ond Getraidt den Burgern zehaben, Aufs neu thuets Khayſer Friederich begaben, Daß alle vorig Khayſerlich Mandat,

ſo bier wieder fein, fanden nicht ftatt,

Vnd würdt mit 100 Markh Goltes verpoent, Confirmirt von Khayſer Carl den 5. genennt. Oeſterreicheriſche Brief werden beſtatt von alten, die Paßauer nirgent aufzuhalten. |

85

Ein SprudhBrief würdt hier aufgericht des Vmgeldts halber, alfo bericht, Vnd von Georgen de Lossenstein, Ein Rath; des Khönige Maximilian Sngleihen von Sigmunden a Rorbach Wurdte verhandlet volgente Sad),

Fürs Erfte follen die Burger vernichten

die Brief, fo fie einsmahl aufrichten

Vnder ihnen felbft, ohne Biſchoffs Wißen, follen cassirt werben vnd verrißen.

Zum andern will fich auch gebühren

daß 10 Männer die gehaimb regieren, MWorunter 4 von dem Rath

Vnd 6 von der Gemein bier bei der Statt, Insgeſamt einen Aidt fchwöhren follen,

daß fie verfehwiegen feyn wollen.

Der Vmgeldt würdt befögt zumahl

Bon Rath ond Gemein in gleicher Zahl,

fo vf die Statt Cammer zu verftehen,

Bon Rath und Gemein zwen und zwen,

fo wollen in Schlüßlen als Berwaltung

das Ami zu verrichten in gewißer Beftallung. Bon gemeiner Statt Rotturfft fol Rath allein nichts handlen ohne Vorwißen der Gemein, fonderlich wegen Anlag machen vnd Steuer anfchlagen, da foll man die Gemein alzeit drumb fragen. Zu Weinachten ſtehet auch anneben,

fhließt man die Rechnungen, hernach übergeben, Zu Lichtmeßen felbe zu nehmen auf,

wanns gefhicht man geb nur acht darauf,

der ferttig Reſt würbt vorangeftölt,

Vnd zu dem was negfte Sahr drauf verfölt,

In Empfang zu nehmen, drauf volgt die Ausgab, dem der es zu verwalten hab,

Gaar wohl erfahren follen Verwalter fein, Kheinen Hochmuth darbey bilden ein,

Handlen vnd wandlen nach Gerechtigfheit Niemandt zu Lieb noch zu leidt.

86

Nicht daß der reiche Praßer vom Gey

erſt hereinkhombt den Armen Khey

Nur aus gefaßter Rachgierigkheit,

Wider alle Recht vnd Billigkheit.

Bey der Rechnung aufnemen wie vor Altem Würdt abgeſchafft das Frühemahl zehalten, Viermahl im Jahr khan man betrachten Gemeiner Statt Nutzen durch Gutachten, jedoch nicht durch den Rath allein,

ſondern auch mit geſambter Gemein.

Vnd was außer der Geheimb für Freyheiten ſeyn, die ſollen nit wißen nur etliche allein,

ſondern man ſoll es der Gemein vohrlöſen, ſonderlich was antrifft des Biſchoffs Woßen, damit auch in der Gemein die Leuth

Wißen umb gemeiner Statt Freyheit.

Dieſer Spruch ſo da vernommen,

ſoll jedem Thaill alſo bekhommen,

daß hierdurch die alten Recht

Im geringſten nicht werden geſchwächt, ſondern bey ihren Kräfften pleiben,

Worvon die alten Biecher fchreiben.

Es bleibt auch alles bey den alten Poen,

fo vorhero angeveut ftehen.

Vnd daB mans wohl halten, Darbey auch verpleiben, Thets Bifchoff vnd Burger vnderſchreiben. Ein heußlicher Dann der Biſchoff wahr, Hat göhren gepauet immerdar,

Ligt begraben in Vnſerer Lieben Frauen Capell. Der Allmechtig Gott gnadt ſeiner Seel. |

68. Wigelins Froͤfchl. (14%6.) Diefer würdt zu Nom confirmirt, ingleichen auch benedicürt, Dene der Pabft mit einem Ablaß begabt. der fein Möß gehört, den zu genießen gehabt, Ein frommer Mann in feinem Leben, die Biecher ihme Zeugnud geben.

87

In dem 1501ten Jahr,

Ain yberaus große Waßer Güß wahr, Warvon etliche Zuichen gefunden fein,

thails eingehauet in Märmelftein

Vnd etlih Soßen von Metal

Am Rath Hauß, Thonau Pruckhen Sand yberall, Zaigt an die große Waßer Güß,

fo dazumal gewefen ift.

In Bayrn wahr großes Kriegs Weefen

Vnd das Biftumb ohne Soldaten auch nit geweſen. Bon anno 1505 Wür Bericht haben,

daß ein Prunft entflanden an dem Graben, vnd hernach in dem 1508ten Jahr

eine Prunſt in dem Neuen marfht wahr, von gemeiner Stadt Feundt würdt auch bericht, daß ihrer 4 werben bingericht.

Wahr ein fonder große Clag,

dag an dem heiligen Charfreytag Abgeprunnen der Neuemarfht yberall,

nichts bliben ale St. Johanuß Spital.

Als man 1513 zölt

Haben Baßauer ainhellig ermölt

Ain Thurn zu pauen am Yalfhenftain,

daß man die Thonau nicht allein

fhan durch. Studh mit Schießen beftreichen, fondern auch die Statt desgleichen,

Bon Feindts Anfahl defendiren,

Alfo bey diefem Thurn fich woͤhrn,

Bey clainrem Waßer fangt man an zupauen damit man dad Fundament fhan fchauen, Vnd eben im Winter nad) der Biecher Sag, Vmb St. Ottiliae vnd Luciae Tag,

Khein Maurer bat damals nit geſchwitzt, Man hat dad Waßer in Khoͤßlen gehitzt, damit den Mertter angemadht,

da8 Fundament heraus gebradht.

Damals gab Kbayfer Maximilian, Freyheiten vogen ber Cession,

88

Wider die Eifen Brief ober Moratoria, Wehr den Paßauern was fhuldig alda, dergleichen Briefe ihn nicht früften,

Bf lengere Zeit er mueß fich rüften, die Baßauer zahlen alfobalt,

er möge dann durch Feuers Gewalt, Vnd dergleichen ein Schaden weißen, das fol ihm Hilff auf 2 Jahr leiften. Bifchoff hat 17 Zahr regiert,

Hernach auch zu einer Leich würdt.

69. Herzog Ernſt aus Bayern. (1518.) Als der feines Alters im 17ten Jahr, fhon Administrator zu Paßau wahr, Was geftalten er erwöllet fey, Ainhellig oder durch Gewalt, ftehet nicht Darbey, Alleine, daß er ehrlich empfangen, Wie er eingeritten nach feinem DBerlangen, Seine zwen Brieber, Herzogen zu Bayrn, damahls mit ihme eingeritten wahren, 1522 die erft fürftl Verſamlung bier wahr, nicht wißend in was Verrichtung zivar. A 1527 die Feuersflamb, bier in der Juden Gaßen hell aufpran, zwen SBriefter wurden degradirt, Bub Glaubens Willen ſich gepürt, Ainer mit Namen unbenennt Wurdte hernach zu Scharting verprendt, Ao 1531 die Baftey am Orth in diefem Jahr erpauet wardt, ed wahr eben vmb diefe Zeit ein Türfhen Khrieg und großer Streutt. Bon Regenspurg aus der Khaifer fahrt Zu Paßau drey Tag plieben warbt, ftihl ligent, wirbt wohl tractirt, Wie es ſich vf ein Khayßer gebührt, Vnd wurden ihme 6000 Soldaten mit Fleiſch, Prodt vnd Wein frey gehalten,

Denkh wohl nur ainmahl yber Nacht, fonft hettö der Statt zu vill gemacht.

Anno 1535 wurde der Bayrifche Schiedtsfürſtliche Vertrag mit Herzog Ernſten vnd gemainer Statt

angeftölt.

Herzog Wilhelm vnd Herzog Ludtwig in Bayın,

Zu Schiebtleuth erfießet wahren,

Zwiſchen dero Herrn Brudern, Herzogen Ernft, zumahlen, dann gemainer Statt allhier andern Thail,

Wie dann Abgefandten von München aus

Alhero geſchickt, aber nichts gricht aus,

dann beede PBartheyen wollen fich, nicht bequemen,

Will ihme Kheiner laßen fein Recht nehmen,

Raiften hier wegfh, unverrichter Sad),

nah München, alwo hernach der Vergleich würdt gemacht.

oder in wem der Bifchoff oder Rath Obrig- Fheit fey.

Bey Malefiz Sachen ift Bifchoff Obrigfheit Bohr diefem geweft, jetzt vnd alzeit.

ALS erftlichen der feinem Herrn

in Tod vergibt, fol da geurtlet wehrn,

fürs ander wegen DBerrätherey

der Bifchoff auch Obrigkheit fey,

der feinen Pöttgenofien umpringt,

den Handtl auch der Fürft vernimbt,

Batter und Mutter bringen vmbs Leben, Mueß des Fürften Richter Antwort geben. Sein felbft Todt fein

Aus Beyforg von Rechtens Bein,

Hofraths Glait brechen,

khan der Fuͤrſt rechnen,

Throlich austretten, haimblicher Prandt oder Mordt, ſtraft der Fürſt am gewißen Ort, Throentlicher Todſchlag oder mit Gifft vergeben, Fürſt iſt Obrigkheit, ſtehet darneben,

90

Wann falſche Muͤnz ſich fündt beym Fälſcher, durchs Fürften Rath würdt geurtlet er,

Frauen oder Jungfrauen Schwädher fein

Vnd gehören vnders Fuͤrſten Gericht allein, Vnkheuſch wider die Ratur, falfch Aidt,

Zauberey, Diebſtahl fo bey 2 Schilling, Khürdhen- Brechen, Weiber oder Khinder entführen,

zu befchedigen, fürzuwarthen, Khoͤberey, Gottslaͤſterungen

werden alle von des Fürſten Gericht bezwungen.

Ohne Malefi;-

Statt Richter verhört Göft und Inwohner, Wie auch der Freuel der Burger.

Wehr ein Burger umb fein Haab zu clagen hat gehört fulches für den Statt Rath.

Vnd was bei dem Statt Rath; nit entfchaiden würbt, Derfelbe nacher Hoff appellirt.

Ein jeglicher Bifchoff ein Hand! khann

ganz von neuem hören an,

Vnd wie fih nun befindt die Sad,

alfo gibt Bifchof den Befchaidt darnach,

Interim der Statt Rath, haltet ftil,

Vnd loßen wo die Sach nauß will.

Der nun verlürt würbt richtig gftrafft

Vmb Gelt, wol auch in Gehorfamb gichafft. Bon dem Berluftigen, der die Schult hat,

thailt die Geltftraf der Bifchoff vnd Statt Rath. Einem Statt Rath ftehet allein frey,

Strafen zum burgerlichen Gepeu.

Wann ein Sach den Fürften angaht,

fo erindtern es die Anwält dem Rath, .

Vnd da es fich nun geziembt,

ber Anwalt ed auch an Fürften bringt,

Wann ein Burger wegen aufgefagten Burgerrecht, gefchwärt zu fein ihme gedecht,

den Fürſten rueff er vmb Hilf an,

das thuet einem jeden bevorftahn.

1

Hoff oder Capitls Khnecht

zu ſtrafen, hats Capitl vnd Morſchallh Recht, Nach dem Verſchulten vnd Gebühr,

iſt dem Statt Rath ganz ohne ihr.

Goͤſt vnd Inwohner fürn Richter gehören,

in ihren Clagen zu verhoͤren,

Es wehre dann, daß clagte MWößen

Einem Burger zugehörig geweßen.

Ihrung Wem die Straffen gebühren.

1. Malefix Straf gehört. allein dem Fürften zu, vnd pleibt auch fein. Bft und Anwohner ftrafft das Bericht, darnach Berfchulntner was verbricht, Burger Straff im Statt Brieff vermelbt, Vnd wie fi) nun diefelb verhelt, Thuet allein dem Richter gehören, der Rath Fhan nichts Hiervon begehen. Vnd fo es fich begab ohnafahr, - daß ein Straf nit Malefiz wahr, Auch austrudhlich nit Statt Brief beftimbt, Halb der Richter vnd halb die Statt&ammer nimbt. 2. Rhat will haben quasi Possession, Hingegen der Fürſt das nit geftan, fondern fagt, daß er allein, alle Rotturfften insgemein Als Landt Pott, dergleichen in dem Stüfft, mag er ausgehen laßen was nun antrüft, diefelbe in der Statt anfchlagen, der Rath darf Hierzu nit genau fagen. 3. Statt Rath thuet auch begern, dag man folte laßen hoͤren bey der jehrlichen Ban Friedts Ausrueffung ihres Namens eine Meldung, Vnd nit allein des Fürſtens werdt gedacht, Würdt bewilliget, habens zu wegen bracht, Dahero folgenter Formb und Weiß gefhloßen worden wit ganzem Vleiß.

Sormb der Ban Friedts Ausrueffung.

Hört, Hört, man laßt euch wegen des Hochwürdigſten Fürften, Meines gnedigften Herrnd von Baßau, auch Burgermeifter, Richter und Rath weegen, feiner fürftlichen Gnaden Statt allbier wißen, daß man heunt den Pan⸗ friedt ausrueffe, der fih an andern Tag angehebt hat, vnd wehrt 14 Tag nad St. Stephans Tag.

Run würdt anfangs von der Freyheit gemelt, AU ehrbare Sachen und Schulden von Belt, die werden fo lang der Marfh wehrt befreuth, derfen nicht zahlen, fie haben das Gleitt. Doch wann ein Sachen den Fürften und Stüfft, auch Burgerfchafft anbetrüfft,

Wegen freventlicher Befchödigung

oder gewißer Abnemung,

die thuet man diß Orts ausfchließen, Haben Fheines Geleits zu genießen,

Item fo bleibt nit ungerochen,

der einmal den Bann Friedt brochen,

it vom Gleitt aud genommen, : Hiervor ein gewiße Herberg befhumen,

denn fo verbotten iſt die Statt,

das Gleit auch nit zu genießen hat.

Als Khauffen vnd Verfhauffen wird passirt, Allein die Frembden follen fein Fheine Wörth, Kheinerley Getranfh vom Zapfen Leuth geben, es fey Wein, Möth oder Pür, merfhe eben, Welches ein jeder Burger befreuth

fo lang wöhrt die Pan Friedts Zeit.

Ein jeder Burger, Inwohner vnd Gaſt

Die Marfht Zeit ift befreut, daß

Alles Gewant vnd Tuech nad der Elen auszuſchneiden Vnd das Verkhauffen vohr allen Leuten.

Wer nun den Panfrüdt brechen thuet,

der würdt geſtrafft an Leib vnd Guett,

der freyheit hat er nit zugenießen,

Vnd ders an Gelt nit hat, mueß mit dem Leib pießen.

93

Hat einer Holtz oder Vnflath vor der Thür, daß ers in drey Tagen hinwegkh führ,

damit fodann zum failhaben die Gaßen gefeubert werden allermaßen.

Mit dem Rind oder Schwein ift alfo zu halten Wie allezeit gewefen ift vor Alten,

damit Niemant Fheinen Vnflath

Bor feiner Thur oder vff der Gaßen hat, auch nichts vnſaubers aus denen Heußern gieß, daß er damit nicht einbieß.

Bohr den Heußern vnd vf der Thillen

fol man Gefchirr mit Waßer einfillen,

vnd iſt nit genueg Waßer allein,

fondern auch darbey noch Stein.

Wehr einen argmohnifchen Saft behalt,

der ſag den an alſobaldt,

damit alle Vngelegenheit

abgewendt werden bey rechter Zeit.

Gaͤſt ſollen kheine unzimbliche Wehr tragen, Man nimbts ihnen weckh vnd thuets weiter tragen, Vnder allen würdt auch verwöhrt,

auf daß Niemant khein Thrumel rührt,

Er habe dann Verlaubnuß genommen,

Sonſt würdt er gewiß in Straf khommen. Burger ſollen in Pan Friedts Zeit,

daß ſich erheben möcht ein Streutt,

Alſo mit Gewoͤhr nicht allein,

ſonder auch mit Harniſch verſehen ſeyn.

.Policey ſchließt Rath vnd Anwaldt,

doch referirens dem Fürſten baldt,

Ob ers nad) feinem gnebigiften Willen Anfchlagen oder ausrueffen lagen will,

Einem jeden fürften pleibt ohnvermwöhrt, Wann er fchon ein Policey verfhert.

Straf in burgerlichen Sach vnd Poen

Halb dem Gericht vnd halb der Statt zuefteben. Ihnwohner und Göft allein verhört

Das Gericht, dem auch die Straff gebührt,

94

Steuer anlegen allein der Rath

Ohne fürſtliche Erlaubnus nit Gewalt bat. Vorhero der fünffer Spruch erclehrt,

der diß Orts auch gehalten werbt,

. Obwohlen auch gemeine Statt

Macht zu haben begehrt hat,

‚zu ftrafen falfche Ellen und Gewicht,

fo würdts Ihnen doch geſtandten nicht,

Bon dem Fürften ſolches widerlegt,

damit fich aber Fhein Streutt erhebt,

daß Fhünftig außer Mallefiz Sad),

Wann bey einem Burger eine Straf geſchach, fo antrüfft ein gewißes Gelt,

Halb dem Gericht vnd halb der Statt&ammer falt/ Es würdtet zwar des Richters Straf,

ſo er macht gegen der Burgerſchafft,

in Biſchofe Bernhardts Statt Brief gemelt,

diß Orths aber beyſeith geftölt,

Biß zur Zeit ein andersmahl

daßelb erleutert werden ſoll.

Ein Burgerliche Straf, die nicht ſtehet

Vorhero im StattBrief, dahin gehet,

fol vom Richter und Rath insgeſammt befchehen, Außer Malefiz ift vohrfehen.

Würdt auch zugleich halb partirt,

dem Richter und Rath jedem ain Thail gebührt, findt fich einer der Straf halber befchwerbt, nacher Hof zu appelliren begehrt,

das Fhan er ihuen, aber Acht geben,

daß man ihn nicht nochmals ſtrafft anneben.

. Rath will nad alter Gerechtigfheit

Anjetzo auch noch fein befreuth,

Burger, Gaͤſt und Inwohner fahen zelaßen, Wie ihnen gefällig allermaßen,

Vnd die nach alter Gewohnheit bießen,

ja auch fogaar mit Blueivergießen,

welches ihnen doch ein Fürft nidyt geftebet, fonder auf der Künffer Spruch gehet,

almo e8 würbt clar vermeldt,

Vnd der 35 Articul in fi Hält,

daß ein Rath ohne Richters wollen Kheinen Burger fahen noch ledigen follen, Wann ein Burger gefahen wehr,

Vnd nit gleich vorhanden der Richter, Khann ein Rath, durch dero Leuth

den Burger fahen hernach bey Zeit,

Vnd gleich wann der Richter anfhombt, deme es bedeuten felbige Stundt.

Den feßmayr Burger hat der Rath,

DBmb willen er ein ausgefbrungne Nun Bat, Vnzimblicher Weiß bey fich behalten,

ihne nicht wollen fendhlich anhalten,

aus fürftlicher Beuelchenießen thuen,

fo befchehen ift alſodann,

Vnd als offt das vom Fürften beuolchen wuͤrdt, Gehorfamb zefein fich gebührt,

Ein Richter khan auch in Ey,

Wann fich begeb Fhein Zeit vndt Weil,

Ein Burger in Malefiz Sachen,

An gehörifen Orth zu fprachen,

Geſchwindt laßen auf das Rathhauß führen, der Rath) fol ihme das nicht verwöhren, findt fih am Burger die Schulbt nicht, Vnd daß demfelben unrecht befchicht,

ſoll Richter dene ledigen

auch mit Willen des Raths befchehen,

Vmb Bngehorfamb ftrafft ein Rath,

die Gelt Straf mit dem Richter auch zu cheilen hat. Der Richter hat durch Fürſten Gewalt einen Bürger in dieſer Geſtalt

Mallefiziſch peinlich zu zichtigen,

Hingegen auch wiederumben auszulaßen. Bon Original der Vrphed,

Df folgente weiß geichrieben ftehet,

Alleinig naher Hof gehören,

Dem Rath hiervon Abſchrifft gebühren.

10.

11.

12.

96

Ein Burger fo fich ſchuldig fündt,

in Malefiz Sachen man ihm nimbt

das YBurgerrecht vor der Rathhauß Thür,

er mach nun, was er wol hinfür.

Auch da er in der gleichen Fall

dem Gericht behendiget würdt zu mahl,

den khan der Fürft richten laßen,

oder begnaden allermaßen,

doch muß der, wie gefchriben vor Alten,

Bis neue umb das Burger Recht anhalten. Beinliches Recht befegen foll hergeben

Vnd nach dem alten Herfhommen befchehen, der fürft Beglaitung gibt allein

darnach die Malefiz Sachen fein,

Ob Täther wider den Rath gethon,

Zur Rachricht fol mans deuten an,

Wann ein Burger wegen Straf flichtig gehet Vnd den Rath vmb Hilff anftehet,

fo fhan man Glaitt geben in der Statt, Richter die Straf gleichwol zu fuechen hat. Man folte auch zu jeder Zeit

Bey des Biſchofs erften MWürdigfheit,

ihme die Schlüßl zu den Thern vnd Thürl geben Vnd der Vnderthenigkheit nachgeleben,

Der Bifchoff folte ihnen hingegen

diefelben Schlißl wiedergeben,

der Bifchof begert auch vor allen,

daß er khan nach feinem Gefallen,

Beſetzen al Thürl, Thurn vnd Thor,

das behalt ihme der Biſchoff vohr.

Wann Burger einen Statt Khnecht aufnemmen wollen, Hierumb den Bifchoffen fie bitten follen,

Daß alt Gepeu die Burger mögen

aufrichten, aber Ehein neues bingögen anheben ohne Bifchofs Wißen,

fie thuen ihn dann hierumb begrüßen.

Vnd was fle under wehrenten Khrieg vnd Streutt gepauet haben vor alter Zeit,

13.

14.

15.

16

18.

97

Bey dem Gang, Thurn vnd Pollwerkh am Orth, Von Rechtswegen ſolte es wider forth

gerißen werden vnd abgetragen,

jedoch hierin die SpruchLeuth ſagen,

daß der Rath den Biſchoffen drumb bitt,

ſtehen zu laſſen, er ſolls abſchlagen nit.

Hingegen thuen die Burger ſagen,

ſich auch hoch beſchwehren vnd beclagen,

daß der Fürſt auf ihrem Pflaſter pauth,

welches ihnen doch anverthrauth,

Wie beſchehen iſt bey dem Gepeu

vfm Kaſten am Platz vnd Khellerey,

iſt auch nit geweßt vor alter Zeit,

ſonder etwas neues wider die freyheit,

jedoch weils paut vnd ſchon geſchehen,

aber khonfftig kheins mehr, diß bleibt ſtehen. Curatores ſetzen khan der Rath

denen Burgers Khindern hier bey der Statt,

fo aber ein Mallefiz Sach,

oder den fiscus betreffend gefchach,

fol gefprochen werben hierin das Recht,

die Inventur alſo befchach,

Vnd nach des Biſchofs Bernhardts Spruch sehalten, fo aufgericht worden ift vohr Alten.

So vill Gewalt wurdt geben dem Rath,

daß man Viertlmeifter und Hauptleuth zu erwöhlen hat, doch dag man wohl darauf fidht,

daß die Wahl mit mehrern Stimmen befchicht, Auch mit des Richters Willen würdts passirt, fo er hierwider nichts haben würbt,

gedüngfht ihn aber was widriges dergitalt,

An die fürftlich Obrigfheit bringt ers balt. Bürgers Sohn mit 16 Jahrn,

Wie man vorhero hat erfahrn,

folen dem Fürften ein Aidt thuen

Vnd dem Rath geloben an, Kheinen Landtfriebtbrecher und Raftertätigen, deßen Aidt fol man nicht annehmen,

19.

98

Was aber vom Rath vohrgeftölt würdt, der Fürſt gnediglich anhört, Der Aidt des neuen Burgers lauth,

daß Alles was ihme anverthrauth,

dem Bifchof vnd feinem Gottshaus

getreulich wolle richten aus,

deßen Nutzen fördern vnd Schaden wenden, Bey wahren Gott thuet er fich pfendten, - wie es Bifchof Bernhardt aufgericht,

der neuen Burger Aldt und Pflicht,

darbey fol es noch verpleiben,

weiter diß Orts nichts neues vorfchreiben. Der gefambte Rath auch haben wollen,

daß neue Burger ihm angloben jollen,

würbt auch vom Fürften bewilliget,

ein formb bierbey befchriben ftehet,

Nemblich ſolls fein vf dieſe Weiß,

daß neuer Burger habe Vleiß,

was er anfang ſich noͤhr darbey,

daß gemeiner Statt ohne entgelt ſey, ſonderlich in befreidten Wändeln,

Als da ſein Saltz, Wein vnd Getraidt, dergleichen Händl mit kheinem Gaſt Gemeinſchafft treiben, Thuet ers, würdt ihm nit auspleiben.

Vnd ob zwahr der geſambte Rath

Nicht duldten wollen, daß man hat Khayſerliches Ediet vnd Mandata angeſchlagen, ſo iſt man doch nicht ſchuldig zu fragen,

der Fürſt wills haben, ſie mießens leiden, ſollen hierwider nur gaar nicht ſtreutten. Des Fürſten Pau und BergRecht Wein,

An zweyen Orten Leuth zegeben ſein,

Ohne Vmgelt hier bey der Statt,

Welches der Biſchoff Macht hat,

jedoch ſtehet auch darbey,

daß es nur an zwey Orthen geſchech vnd ſey. Fürſt khan Preuheuſer aufrichten ſovill er will, man gibt ihm weder Maaß noch Zill.

Ingleichen ift er auch befreudt,

fein vnd bes Stüffts Getraidt zu aller Zeit

Berfhauffen oder ins Tyrol führen,

die Burger khoͤnnen Das nicht woͤhrn,

Nur daß der Fürft bei Am Traidt pleib,

Kheins einfhauf und darmit Handlung treib,

dann folches man dultet nicht,

dann Burger handlen allein darmit,

Ebenfalls auch mit dem Wein,

Manns nicht des Fürften Gewechß fein,

fol er Fheiner Handlung ſich anmaßen,

ſolches Recht denen Burgern laßen.

. Die Burgerfchaft befchwöhren fich,

daß in der Mauth ein Neuerung befchicht,

Mauthner nit bleibt bey den alten Gaben,

fonder verlangt noch mehr zu haben,

Welches der Fürft abftöllen will,

in güetlichen Vertrag ſetzen Zill.

. Wann ſich Richter und Rath verjhrt,

die Vertragung ſich für den HofRath gebührt,

Wo aber die Sachen befchaffen fey,

daß der Fürft felbft ein Parthey,

fo follen inzwifchen dero beiden,

etlich vom Gapitl die Sach entfchaiden,

Vndt fo es darbey nicht würdt verglichen,

ſo moͤgen die Burger auch entlichen

den Biſchoffen, als Reichsfürſten, bey feinen Räthen verclagen,

Die ſollen es nach der Reichs Ortnung austragen,

Vnd beyſeits ſetzen ihre Pflicht,

Gegen den Fürften gedenkhen nicht.

. Bon der Fertigung ded GrundtRecht würt genennt,

fol von deme befchehen, welchen ver Fürft erfhennt,

mit dem Siglgeldt Burger nicht befcäweren,

fondern 24 oder 32 9 begehren,

doch aber dem gemeinen Siglgelbt,

ohn Schaden zu feyn würdt vermeldt,

ZhumbEapitl Riederndburg und Edlleuth,

Sigilmeßige Burger vnd gemeine Geiftlichkheit, 7*

10

denen fol man bewilligen yber aigne Grundt felbft zu figlen. Wann ein Sad) Fheinen GrundtHerrn hat, fo khan wohl fertigen ber Statt Rath, doch für das gewiße Sigilgelbt, würbt 24 bis 32 9 dargezelt.

27. Ein Richter hierbey der Statt, Wann der Fhein aignes Sigil hat, Dem foll der Fürft ein gewißes Zeichen, Sigill oder Wappen darreichen, jedoch ftehet auch diß darbey, daß Richter vorhero zwey Jahr ein Burger fey, Vnd ohnangefehn, daß er ein Burger ift, fo würdt er Doch Fheined Weegs vergwißt, Weil der Fürft fein Herr vnd mit ihme zufchaffen, fo han ern in dem Obernhauß abſtraffen, Ebenfalls hat e8 die Beichaffenheit mit den Gapitlifchen Dienern, wanns Burgers Leuth. Werden auch von ihrer Herrfchafft

Nah Berfchulten ins Capitl gefchafft.

28u. Rath Fhan ein Entfchluß machen,

29. Doch nur allein in Bürgerlichen Sachen, Khein Anwaldt ſolls verändern nit, Manns nit den Fürften vnd Capitl anträfft, Hingegen folle der Rath auch jevesmahls halten diefen Brauch, die Anwäldt vom Rath nit fchließen aus, damit khein Vnrecht entftehe daraus. Was außer des Fürften vnd Bapitl Sachen, fon Richter im Rathſchluß Fhein Enderung maden, denen Partheyen nichts fehwäten zu, damit nicht entitehe Vnruhe.

30. Wann ein Burger ihme bildet ein aus Richters Straf beſchwert zu fein, Khan ein Rath) Vertrages weiß, Zue güetlicher Verhandlung anwenden fleiß, Wolte fih dann Richter nicht bequemen, Khan Burger vom Rath ein Benftand nehmen

31.

32.

33.

35.

101

Vnd die Sachen naher Hof bringen, Gleichwohl Vngewiß ob ers würdt gewinnen. Richter khan Eheinem Burger auftragen Bekhändtliche Schulden, die man würdt clagen, Aber denen Gäften und Inwohnern,

die immediate für dad Statt Gericht hören, die müßen dafelbften Beſchaidt abholen,

fo fie fih nun befchwehren wollen,

mögen fie nach Hoff suppliciren,

ftehet ihnen frey, khans nimant wehrn. Wann Burger einem Gaft fehuldig ift,

macht Burgermeifter Bergleichungsfrüft,

oder ſchafft den Schuldner in 14 Tagen, feinem Creditorn Bezahlung zu tragen, fänden ſich nun Partheyen befchwährt, Verbfchaidtung für den Rath gehört,

Allwo man Vergleich oder Zahlfrüft fchafft Bey Bermeidung des gewehnlichen Verhaffts, will dann Parthey nacher Hof gehen,

mögen fte fich wohl vohrfehen,

Wann fih die Weigerung nicht gebührt, man gaar gewiß ein Etraff dictirt.

Richter fol kheinen Burger pfendten,

zum ordentlichen Recht fich allzeit wendten. Der Richter fol ſich auch bequemen,

mehr nit ald 72 9 Beſchau Geldt nemmen, Wie dann diß Orts die Rechten fagen,

Daß der Berluft Thaill mueß abtragen,

fo würbtet auch gemeldt dargegen,

Daß Richter die Beſchau Brieff fol fertigen.

. Die Bürgerfchafft beſchweret fich,

daß der Fürft habe gefendhlich

Burger vnd ihre Söhn annehmen laßen, deßen er fich Doch nicht folte anmaßen, Anthworth der Fürft, daß gaar wohl fey, Aus gewißer Bhrfachen ftehet auch darbey, Weil ſie den vnchriftlichen Wieder Tauf haben fürgenommen, wollen richten auf

39.

41.

42.

102

Wie dann einen Malefizischen Burger vf offner Tat, der Richter Macht aufzuheben hat.

. Die Gerichts Beſetzung ſoll beſchehen,

Vom Rath vnd Gemein zu verſtehen, ſollen ſeyn vfs wenigiſt 20 Perſohnen, ſo da dem Vrtl beywohnen,

Vnd iſt der Vrilſprecher Aidt,

nichts reden zu Lieb noch zu leidt,

Biſchoff vnd Burger haben angenommen,

deme in allweeg nachzukhommen, daß iſt dem Bayriſchen Gerichts Process, in aller Verhandlung deme gemäß.

. Bann Burgerfchafft Audienz begehrt,

ſollens alzeit fein vom Fürften gewehrt.

. Denen Wiedertäuffern würdt in Erafft

diß Puncten die. Handlung abgefchaftt.

Ein Rath hat Macht, Gewalt und khann

vf ein gewiße Zeit einen Handwerkhs Mann, Treiben laßen fein Hanthierung

mit Burgerlichen Pürths Befreuung.

Rueder anhenden, verftehe wohl,

An dem Orth allhier gibt einen gewißen Zoll, dem Fürften derfelbige gebührt,

man fol auch vmb ein billihen Werth

bie Rueder verfhauffen, daß niemant beſchwehrt.

. Burger am Ort vf der Schlacht,

die haben nur alleinig Macht,

Beym Tag leuth geben vnd auszufchendhen, Zu Nacht niemahls daran gebenkhen.

Die Meßerſchmidt feint infonderheit,

ihre Geburths Brieff zu nemmen befreut, Bon aigenen Richter oder beym Rath, Wohe fie wollen ihnen frey ftehet,

mit den Schuftern hats gleiche Beichaffenheit, jedoch der fürftlichen Obrigfheit,

Vnd beeden Handtwerkhs Ortnungen,

foll es alzeit vnvergriffen fein.

Ain Saft, der dem Burger fchuldig ift,

43.

18

Bor Gefendhnuß würbt er nit vergwift,

der Burger laßt ibn legen ein,

daß foll ihm der Richter mit fein,

Vnd den Saft nicht ledigen,

ohne des Burgerd Vohrwiſſen,

ed wehr dann ohne rechtmeßige Vrſach,

jo würdt e8 nacher Hoff gebracht.

Wann ſich Richter und Rath nicht mögen vergleichen, Auch einer dem andern nicht will weichen,

ift der Fürſt ein Mittler zwifchen Baiden,

der fhan vnd fol die Sach entfcheiden,

jedoch ftehet auch di darbey,

daß wann der Fürft felbft ein Parthey,

jo würbt e8 durchs Capitl verglichen,

oder Die HofRäth thuns durch den Reiche Schluß richten.

. Des Richters und der Anwäldt Instruction,

Welche vorhero gezogen an, Würdet diß Orts auch vermelbt, darnach man ſich alzeit verhellt.

Volgen hernach Herzogen Ernſt Vertrag Articul

Clag⸗

ſeiner Clag Sachen.

Burger ſollen alzeit erkhennen

Für ihren Herrn, den Fürſten nennen, Hingegen ſoll auch der Fürſt alzeit die Burger bey ihrer Gerechtigkhait, mit der ſie befreuet ſein vohr Altem, ſchützen vnd ſchirmen darbey erhalten,

10. Deß Vmgelts halben, das hat man

12.

In Güette nit khönnen legen hindan, ſonder würdt hieruon zu Endt

ein weiterer Austrag benennt.

Die von Khayßer Maximilian

Rothe War Siglung bleibt alsdann, ſo der Bürgerſchafft verlichen worden, jedoch damit dieſer Orten,

allhier der fürſtlichen Obrigkhait

An ihren Spruch vnd Gerechtigkhait,

42 u.

51.

68.

69 u.

70.

71 bis 75.

1a

Auch denen Vertragen jedesmahl, Vnſchaͤdlich ſey in dem Fahl. Die Schlacht vnd Polwerkh in der Ihnſtatt,

. fo die Burgerſchafft aufgericht hat,

in gleichergeſtalt der Notſtahl, das Grundt Recht aber würbt nit passirt, Weil ed den Burgern nit gebürt.

Gleichwie es abgefchafft worden vohr Alten,

follen Burger kheinen heimblichen Rath halten, es wehr dann, daß von gemeiner Sach

vom Burgermalfter was vohrpradht,

Gemeind erfordern fol befchehen,

Bmb Sachen, fo gemeine Statt angehen,

ALS Steuer anfchlagen, Berfhauffen vergleichen, doch will der Fürft in deme nit weichen,

Daß Burger Fheine Steuer anfchlagen,

fie thuen dann vohr den Fürften auch fragen. Bey denen Bertragen fol der Rath,

der Gerichtlichen Obrigfheit hier bey der Statt,

« die Straf kheineswegs entziechen nicht,

fonderlih wann ein Poen befchicht.

. Slüchtiger Burger Güether fol

daß Gericht befchreiben, merfh wohl, jedoch in Beyſeyn zween vom Rath, Welches diefer Articul in fich hat. Stattjchreiber Fheine Rathftimb hat,

Ob er ſchon beyfigt dem Rath,

Vmb Gutachten fhan man ihn fragen, merfhen, was er hierzu würdt jagen. Ein Fürft hat Gewalt vnd alzeit Macht, Brangezaigter einer Vhrſach

erfordern zu laßen die Gemain,

da fol der Rath nicht zugegen feyn. Der Bifchoff verclagt alda den Rath, daß fich einsmahls begeben hat,

jm Bauern Khrieg er wolte helfen,

mit Volfh dem Bifchoff von Salzburg beyftehen, daß Soldaten Werben vf freyen Gaßen

105

Wolte ihme der Rath; nicht angelaßen,

Da er doch ihr Herr allein,

dem fie follen gehorfam feyn.

Den Gerichts Coften foll abtragen,

jede Parthey ihme felbften clagen,

Die neue Verträg fo wohl als die alten,

foll man bey 200 Markh Golt zum Poen halten, in Monaths Früft auch verfchreiben,

Beede Barthey darbey zu bleiben.

Verfhreibungs Inhalt. Lauttet, wie der Vergleich nunmehr vorbey biß auf 2 Puncten gefchloßen fey, alß weegen anbegerten Poen vnd des, Vmbgelt, fo vf fernern Vertrag geftölt, . mit des Capiteld Bewilligung, Vnd zu gleicher Siglung, Herzog Wilhelm und Herzog Ludtwig zu Bayern Bey dieſem Vertrag Schiedtleuth wahren, ©efertiget zu München den 25. April, mit beeden Thails gewißen Sigi, nach Ehrifti Onaden reichen Gebuhrt, als 1535 gezellet wurbt. Zwilf Schrüfften vorhero verfaft feyn, Würden gelegt In ein gewiß Zrichelein, Welches in der Thumb SNacristey, mit beeden Thails Schlüßl verfpört fey. .

Sal Ordnung. Anno 1540 in der Zahl, Bifchoff hebt auf dazumahl den Salghandl, dahin gebracht, Hieraus ein gemaine Einlag gemacht, Vnd theilt die aus fo ſchon vnd gleich, darvon zu genießen hat arm vnd reich, - ob es nun lang darbey verbliben, Hiervon findet man nichts befchriben, allein wie ed vor Alters gehalten mit dem SalgWefen allergeftalten,

Bon deme würbt zu End gemelbt,

Bon der Sal Ordtnung mehrer erzehlt, Biſchoff Ernft hat 32 Jahr regiert,

Zum Erz Biftumb Salgburg postuliert, Vnd wie die alte Schrifft bericht,

fo bat er vill Ihrung gericht,

Bnglaubige binrichten laßen,

Raiſt auch die gemeine Welt Straßen, wie alle Menfchen, durch den Tod,

Was ift fein Lohn, der Gnad ihm Gott.

710. Bifhoff Wolffgang von Salmb.

Weegen Berdienft feines Herrn Battern, auch fein felbft, ald eines fromben Herrn, Hat man beede genommen in Acht,

Vnd ihne zum Bifchoffen zu Salkburg gemacht, Wahr zwar Fhlein von Perſohn,

Hingegen an Tugenten groß zu fehen an, Wie auch an Berftandt und Gefchiclichkheit, Hett er das Lob zu feiner Zeit,

Zimblih Hof gehalten, doch wohl bezalt, denen Dienern geben guett Vnderhalt,

vf gute Prediger auch spendirt,

damit der Chriftliche Glaub pflantzt würbt, Df dem Waßer hat er große Gefahr, Wie er dann in dem 1550ften Jahr

Zu Hädhlperg, die Schrüfft thut fagen,

ind Waßer gefallen mit Roß und Wagen, da er wolt fahrn ins Schlößt hinein,

da brach die Brudhen mit ihm ein.

Sn dem 1551ften Jahr,

da wurbdten vor dem Bierthor

fünff fähndl Soldaten gemuftert,

die haben Nicola geplündert,

Vnd ald man 1552 zölt,

Wurdt ein NReich8Berfamblung angeftölt, Wider ben Türdhen vill Voldh allhier,

bie fahren vf beeden Waßer für.

107

Ain Allmofen Ordtnung würbt aufgericht, daß vf der Gaßen Niemant betle nicht, fonder im Brueberhaus das Allmofen

all Wochen daſelbſt abholen,

Wie dann Bifchoff wochentlich

4 fl. Allmofen zum Brueder Haus gibt. Vf dem Waßer bat Bifchof niemahl Glüch, Alfo auch den lösten Augenblidh

da er von der Welt namb flucht,

ftarb er an der Waßer Sucht.

Hat wol regiert, alß guett verricht,

Gott jey fein Troft am jüngften Gericht.

71. Biſchoff Wolfgang von Elofen.

Die frumbfhatt ſtehet zwahr wohl, Haußwörthfchafft man auch brauchen fol, jedoch ift bößer frumb in Himmel fahrn, als ewig Verderben durch geitzigs Spahren, biefer wahr frumb in Löbend Zeit, | Warumb, vielleicht vmb die Selligfhait.

72. Vrbanuus von Trenbach. (1561.)

Wahr frumb vnd gelehrt, auf Gott verthraut, Hat in dem Thumb das Gemwölb gepaut, ingleichen auch ven Predig Stuhel,

fo nad) der Prunft 1662 alß zufammen fuhel, zu Troft ond Hall feiner Seelen,

paut er im Creutz Gang ein Bapellen,

Allwo fein Leichnamb liegt begraben,

feines Gefchlechts will er Gedechtnus haben, die Khürchen bey St. Salvator,

fo ohne Gewolb auch wahr zuvor,

die hat er ebenfalls gewölben laßen,

Weil er gehren pauet allermaßen,

das Francißcaner Clofter hat er aufgericht Bon Fundament, vor Augen mans ficht, Pfingftag und Freytag Proceßion,

die ftüfft er auf Das neue an,

108

daß mans foll halten in dem Thumb, jm Creuggang dafelbft geben vmb, BIN Vnderthan zum Glauben befhert, dieweill er wahr frumb vnd gelert, dem Spital reicht er alle Jahr

200 fl. Allmofen dar,

fo bat er auch gleichergeitalten

zu Wienn ein Alumnat ausgehalten, jährlich hierzu 1000 fl. spendirt, Ganzley zu Hof im Gewolb aufgeführt, Vnd andere Sachen pauet noch mehr, die Regiftratur mehret Er,

Schlößer, Törfer und Vnderthan,

die bracht er zu dem Stüfft heran, Zum Türfhen Khrieg auch anneben Hat er 20000 fl. Steur geben,

Zum Consillium Trient man ihn

3 mahl begehrt, ift nie erichin,

Hat fich allezeit entfchuldiget,

aus gewißer Vrſachen gefchriben ftehet, Regiert loͤblich 37 Jahr,

Bon ihm ein Coadjutor begehret wahr, würdt Leopoldt von Defterreich

Als Erzherzog erwehlet gleich,

der thet einen Administratorn nennen, Herrn Chriftoffen von Pöttingen.

Nun endt ſich Urbani zeitliche LXöben, Gott woll ihme hiervor das ewig gäben.

73. Wenzeslaus. (1664.)

Graf Wenzl von Thumb zu einem Bifchoff erwölt zu Paßau, da man 1664 Jahr zölt,

ein Herr, Eheifch vnd nüchter zwar,

Regiert nicht aus das neundte Jahr,

Bernünfftig, khlug vnd bereth,

darbey fein Herz for aller Sorgen frey,

die Priefter vnd Münhig hielt er in Ehrn,

doch khunt er ihnen die Platen fchern,

Vmb Gelt und Guett ftuntt fein Verlangen, Was nuer Gelt trueg, thet er anfangen, mit feiner Statt er vi Neuerung anhub, biß fih Gott ins Mitt fchlug,

Vnd forter zu Gericht den Wenzl Bifchoff, da er noch vill zu bauen hofft,

in dem 1673er Jahr eben,

Wolt die Feſtung zu pauen anheben,

Hat ihn ein großer Stein erthrudht,

den 6ten Jenner ganz ainig fchöch,

Gott geb ihm das Himmelreidh.

Alind.

Die Niglauer mit ihren Schälieren,

die Jeſuwither mit ihren Pantulieren,

die Capuziner mit ihrem Mäfchieren,

die Burger mit ihren Anggieren,

die Baurn mit ihren Ramendieren,

fambt des Pachuß Macht,

Haben den Bifchoff Wenzl vmbs Leben bracht, Gott geb ihm eine feelige Nacht.

Heim: Ehronit von lm.

Nach der Handſchrift der Univerfitäte - Bibliothek zu Gießen (Nr. 552 des Kataloge. Bl. 294 299), ohne Zweifel diefelbe, deren Wegelin in feinem Thesaurus rerum Suevicarum. Lindau, 1756. I. pag. CX., als zu den Handſchriften der Kraft'ſchen Bibliothek gehörig, gebenkt; die im Anhange mitgetheilten Lieder finden ſich in derfelben Handſchrift Bl. 5b ff. Eigentliche Veſchreibung, der Weitberühmten Aaiſerlichen reichſtadt Ulm, Wie Sie an dz Aloſter Reichenau, und wider darvon kommen If, auch wie le zerſt ort und wider erbaut worden, Und wie Sie hernadher an d3 Römifdhe Reich kommen, Wie auch von Ihrem guten Regiment, und Policey Ordnung, Alcz auf d3 kürtzeſt in teutfepen reimen verfaft und geflelt, durch Georg Branner von ausgfpurg

Anno 1600 Jahr.

3u lob Ulm der werbten Statt,

Einem Erfamen weißen Rath, Auch einer löblichen gemein,

Sp Hie in diefer Statt thut fein, WIN Jetzundt Flärlich anzeigen,

Ihr loöblich thaten nicht verſchweigen. So vihl Ich hab von Ihr geleſen,

Und bin auch ſelber darin geweſen. Wie mir dan in etlichen Jahren

Vihl gudts alda Iſt widerfahrn, Von einem Rath und der gemein,

Gott der will Ihr belohner fein. Bon Ihrem Erften Uhrfprung Schun,

Will Ich Jetzunndt nichts melden thun. Sonder ih hab mir für genommen,

Das fürnembfte zu überfummen.

11

Doch auff ds Kürteft fo ich Fan, Und fah im Gottes namen an. Das Ulm ein Alte Statt ſey, Iſt bey dem abzunemmen frey. Als man zehlet 600 Jahr Nach der gebuhrt Chriſti fürwahr, Haben die Ulmeriſchen Herrn Ein ſchoͤne Kirch gebaut zu Ehrn, Außerhalb der Statt wohl bekant, Zu Aller Hailg wardt ſie genant. Auch wahr die ſchönſte Kirch der Zeit, In dem gantzen Schwabenlanndt weit. Dan Sie kein Kirch in der Statt hätten, Sonder gar einſam leben thätten. Hielten ein files Regiment, Zebten von Ihrer Zins und rendt. Die handwerchhsleutt hielten fich haus, In der Vorftatt vor dem thor rauf. Doch auch mit Burger albereit, Undt underthan der Obrifatt. Das Regiment wehrt lange Jahr, Bis auf Kaifer Carolum zwar. Der Erft dis nahmens und regiert, Der die Statt erweittert und zirt, Und fich hernach ein @lofter eben, Geſchinckhet hatt und übergeben. Hied Reichenau, wie Ich verfteh, Lieg beim Eoftenter Bodenſee. Des Benedicter Ordens zwar, | Und fur zue vor aufflommen wahr, Wie wohl man meint die Ulmer wehrt, Haben folches felber begehrt An den Kayfer, d8 er fih gar Dem Cloſter übergeb fürwahr Mit al Ihrer Gerechtigkeit, Und vergaben all ihr freyheit. Aber es hatt fih wohl hernach Genugfam gereumwet biefe fach.

112

Das fie ſich alfo willigklich Dem Elofter undergaben ſich. Die Mündy wahren gar wohlgemuth, Hielten Hauß mit der Ulmer gutt. Sie banfhetirten tag und naht, Lebten In wohluft und In bracht, Undt thätten großen hochmut treiben, Darvon gar vihl währe zue fchreiben. Obſchon die Ulmer auff-ver Bahn Mit großem koſten hielten an. Auff Goncilien und Reichtägen. Bon Shrer alten freiheit wegen. So fönden fie doch den befchwerben Der Mönche gar nicht ledig werben. Das wehret etlich hundert Jahr. Entlich ſchichht es Gott wunderbahr. Dan Kaiſer Fridrich der tritt Machet fich ledig, loß undt quit Bon aller anfprach überal, Zerriß alle bünbtnus zue mahl, Und fie gants und gar abfolviert Bon diefem Flofter ob berührt. Do müflen fie dem Abt dargegen Ein grofe Summa gelt erlegen, Das Ihm die Ulmerifche herren Willig von herken gaben gern, Auff das fie num von foldher bürd Der möndhe erlediget würd, Was Ulm under diefer zeit Erlitten hab für Frieg und ftreitt, Und wie ſie ſchaden hatt genommen, Will ich gar Fürylich überfummen. Als Kaifer Heinrich der fünfft farb, Hertzogen Lotari erwarb Vom Papft die wahl zum Kaiſertumb. Jedoch etlih Eurfürften fromb, Wollen Herkog Conrad den Schwaben Zu eim Römifchen König haben.

ns

Lothari, der wolte nicht weichen

Und hertzog Conrad auch beögleichen. Der Sache rüftet fich zue der woͤhr,

Kam in fchwaben mit grofem Heer; Da Ihm etlich ftatt hulden thätten

Und Ihn für Iren. König hätten, Das wolten die Ulmer nicht thun,

Ihn gar für Keinen König bon, Sprachen, Conrad wahre Ihr König,

Dem wollten fie fein underthänig. Des hätt der Sache Lotarius

Ab den Ulmern ein verdrus, Und rüdhett für das Stättlein trußig,

Belägertef grümmig und ſtutzig, Berbrandt und verhörgt die vorftatt,

Und mit gewalt beftigen hatt, Er Fam mit feinem vold hinein,

Erwürget vihl burger mit Bein, Vihl fieng er und thät vihl verjagen,

Und fie gar Jämmerlichen plagen, Das Stättlein zerfchlaifft und -zerftört,

Und es in grund und boden Fehrt. Als er nun meint, er hätt mit boden

Sid) gnugfam an den Ulmer grocdhen, Zog er mit feinem Volckh wieder ab,

Und fi wider zue Haufe gab. Der Bapft erfuhr dis und wahr fro

Und ſchrib baldt dem Lotario, Weil es ihm wehr ſo wohl gelungen,

Das er die Schwaben hat bezwungen, Daz er nad) Rom baldt kommen folt,

Er Ihn zum Kaiſer Frönen wolt. Lotari machet fich darvon,

Wolt vom Papft erlangen die kron, Jedoch lied e8 Gott nicht gefchehn,

Starb under Wegen uhnverfehn. Als ſiech zue trug diefer tobtfall,

Kamen einhellig zue der wahl

“,

- Den vor der PBapft-nicht haben wolt,

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Die Eurfürften und wehlten gleich

Hertzog Conraden zu dem Reich,

- Das man Ihn dazu wehlen folt. Als der fromme fürft zum reich Fam, Er fi der Ulmer ſtarkh annam, Dieweil fie ihm gang uhngerfpalten : Traum. und glauben hätten gehalten, Und von feinet wegen beftritten, Auch gar grofen Schaden erlitten, | Derhalben der fromb Katfer theuwr, | Gab Ihr an gelt ein grofe fteur. Das fie fi) wiederumb erholten Und Ihr flatt wider bauwen follten, Schickht ihr auch etlich taußent man Zu Ihrem bauw, den fiengen6 an, Und madhten die ftatt gantz und gar Moch trey mal weitter ald fie wahr. Gab ihnen auch fondere freyhait Und privilegien der Zeit.

Alſo nam dieſe Statt mit ruh

Bon Jahr zue Jahren Immer zu. Under Kaifer Ludwig zugleich“

Kam fie an daz Römifche reich, Der that fie auch flattlich begaben

Mit vihl freyhait, die fie noch haben. Darauff die Herren wohlbedacht.

Ihren Schweerbrieff haben gemacht. Den die nachfommen hoch geehrt,

Gebeſſert haben und gemehrt. Welchen man noch der ganten gmein

Am Schweertag thut vorlefen fein. Hernach Kaifer Carol der Vierdt

Sich auch mit Friegen wohl veriert.. Doch die Statt nicht vihl umb Ihn gab,

Muft figloß wider ziehen ab. Nach diefem, wie Ich findt gefchrieben,

Haben fich auch an fich geriben.

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Der Hertzog auß Bayern desgleich, Und ein Hertzog auß Öfterreich, Bon Wiettenberg grauff Eberhart, Den man thet nennen mit dem bart. . Die fiegen der Statt vihl zue Laidt. Do wider alle bilfichkait. Einesmals ſich begeben hat, Dz die feindt zwaymal in die ſtatt Auff einen tag hinein fendt kommen Und durch verrätherey eingnommen. Aber die Ulmer wohl behergt Haben mit dem feindt nicht gefchergt, Und ſchlugen die feindt ohne grauß Zwaimal wider zur Statt hinauf. Und haben ritterlich gefämpft. AN Ihr feindt redlich gepämpfft, Die Alte Ulmer vor der Zeit Wahren gar wohl verdiente leit. Bei Kaiſer, König, Fürften, Herrn, Hielt man fie gar in hoher Ehrn. Die Statt in Ihrem wappen far Fieret ein Schwarter Adler Zwar. Wie dan ein Reichftatt führen Soll, Und Ihr derfelb gebühret wohl. Koch ein wappen halb Schwark und Weiß, Die Ihr gegeben wahr zum preiß. Bon Kaiſer Carlo Magno wehrt, Der fie mit begabt und verehrt. Ihn Ihrem Zirdh hatt fle Inn fum, Achtenthalb taufendt Schritt herumb. Mit ihren mauren Ift fie feft, Dazu verwahret auff dz beft. Mit bolwerckh und mit wafer graben. So Es umb diefe Statt thut haben. Die Iller und dz wafer blauw, Kommen bey der Statt In thonaw. Die fleißet hart an der Statt hin, Bringet der Statt nicht Fleinen gwin. g*r

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Fünff große hauptihor die Statt hatt, Dardurch man reußet, fehrt u gatt. Sp Iſt die gang Stadt fürwahr, Sn vier Viertel getheilet zwar. Mitt Schöner gaßen überall, Der bey Achzig fein zuemal. Sie Iſt gezteret, alfo fein. AL gaßen durauß pfläftert fein, Auch hatt ed in der Statt vorauß Ein groß und wohlgerüft Zeighauß, Mitt aller Kriegs Munition, Dem feindt ein widerftandt zu thun. Fier waßerftuben es auch hatt, Darauß dz waßer In die Statt, Überall wirbt getheilet auß, Ein Seber ders begehrt zur hauß. Auch hatts In der Statt wohl befunnen, Biß zu 4 und ſechzig Schöpfbrunnen, Und vier und zwaindg röhrfaften fein, Welche ftehen auff der gemein. Durch diefe Statt ein waßer rent, Wie oben gmelt, die blauw genent, Iſt der Stadt mehr nutz weder Schabt, Und treibt acht und firtzig mihl rabt, Seg, Schleift, Walch, drey undt zwang greder. Hatt In der Statt Sieben bäbder, Darein dz gmeine Boldh thut gahn. Auch hatt e8 Sechs Schlag Flodh ſchein, Mehr hatt es Inn der Statt gemein. Sieben märfht darauff man kaufft ein. Brot, Korn, wein, filch, holy und Schmalk, Deßgleichen obs, Fraut, fleifch undt Salk, Was man in Ein hauß brauchet eben, Und der menfch darvon hatt zue leben. Keinen gröfern weinmardht e8 hatt Im teitfchlandt, als in dieſer ftatt. Weitter Ich euch Alhie bedeut, Hatt es vihl gewerb und handtwerchhsleit,

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Die find außgetheilt fo weißlich

In 19 Zünfften, merdh mid. Und daz Ich nicht mit Uhnvernunfft

Thue Schreiben, daz Ift die gröſt Kunft. Der lein und gbarchet gwerb Ehrlich,

Sp hatts In der Statt gar herlidh File Kauffleutt dardurch, die wahr wirt

©efauffet und gar weit geführt, In fonderheit wirdt da gemacht

Der befte Barchet, hoch geadht. Auch zarte Studh und Teinwat gutt,

Die man audy mit verfchidhen th. Faſt Jedes handwerckh in der Statt

Seine geſchworne Zunfftmaifter hatt. Weitter So thue Ich euch anzeig,

Das Ich billich nit fol verſchweig, Dan dieſe Statt Iſt gar nicht fünfter,

Darin ftett ein berliches münfter, Da dan dz Haylig Goͤttlich wort

Wirt täglich predigt an dem ort, Auch die Haylige Sacrament

Werden gang treuerlich außgefpent, Rah Chrifti wort und meinung recht,

Geleich dem herren wie dem knecht. Hatt gar ein feines Kirchenwefen. So hab Ich In der Eronic glefen,

Dz man an diefem münfter zwar

Hab gebaumwt hundert und Elff Jahr, Bis ed Iſt worden gar vollenbt,

Davon hatt man vihl gutts gewent. Namlich hatts Foft ohn alle Schulden

Bis in Neun hundert taußent gulden, Dz Iſt für wahr ein große Summen, |

Und Kein frembde huͤlff darzu kommen. In gantzer teutſcher Nation

Sols kein groͤßre Pfarkierch hon, Ohn dz Straßburger Münfter zwar.

Sp hatt man erft bey wenig Jahr

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Aug Chriftlichem euffer bedacht,

Ein fchöne Drgel hinein gmadht. Ein ganges werdh fchön außbefondert,

Hat pfeifen ſiben Zehn hundert, Welche die kirch ‚gar herlich ziert

Und Gott zu lob mit figuriert. Acht PBredicanten In der Statt

Beſoldet ein Erjamer rath, Darunder ein Doctor hochgelert,

In Heyliger Schrifft wohl bewehrt, Er war gebürtig von vilecfh (9,

Hies her Johannes Befenbedh, Welcher auch Iſt mit feiner lehr

Ein euffriger Prediger.

Sechs Iateinifcher Ehlas fie haben

Für Jung Stubierende Fnaben, Die man fein underrichten thut

In Allen freuen Künften gutt, Deren man etlich mit der Zeit

Auff hohe Schulen fchirfhet weit. Noch hatt ein weifer Rath zur handt

Bey Sechzig Pfarren auff dem Land, Die Sie befolden und erhalten,

Gott wol ob ihm mit gnaden walten. Waß anbelangt die Obrichkeit,

Der Ich Jetzt meld in fonderheit, So erwehlt man in diefer Statt

Ein und fiergig herren In Rath, Sechs und Zwaintig werben gezelt, Die man von gefchlechtern wolt, Darauß nembt man Zwen alte bern,

‚Die fürnembfte der Statt mit ehrn Und taugenlich zum regiment,

Die man die Eltern herren nent. Drey burg:n maifter erwöhlt man recht, Drie auch fein von guttem gefchlecht, Der ein Jeder ein gantzes Jahr |

Allein Regieren thut für wahr, - _

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Und fein ampt treüwlichen verricht, Dem armen wie dem reichen fpricht. Die fünff Zehen thue Ich beveutten, Nembt man von gwerb und hantmwerdhöleuten, Und werden auß dem rath erwehlt, Die fürnembfte ämpter beftelt. Durch diefe herren obberüert Wirt Statt undt land gar wohl regiert. Dan ein Erfamer weifer Rath Ein fleißiges auffſehen hatt Auff feine burger allerftändt Mitt ordentlichem regiment, Und gutte adhtung-gibt mit fleiß, I keine falſche Sect einreiß Durch gſchwende practtic oder liſt, Wie mancher Statt geſchehen Iſt. Halten gar ſteuff ob gottes Wort, Welches Iſt Ihrer Seelen hort. Gutte Statut und Policey, Güttig ohn alle Tyranney. Auch hatt ein Rath mit Ihren Armen Ein groß mitleiden und erbarmen, Iſt Ihnen güttig und geneigt | Und Ihnen grofe hülff erzeigt. Ihre Underthanen alle zeit Stett fie bey mit gerechtigfait. Dargegen Iſt ein gmein wie billig, Eim rath gehorfam und guttwillig, Und Halten da einander Schuß, Darauf da wächts gemeiner nup. Dan Gott thut fie gar hoch begaben "Mit grofer reichtumb, die fie haben. . - Darumb ft die Statt hoch berümbt, Mit lob erböhet und verblümt. Durch diefen gutten gruch und Nam Wirt man Ihr oft neidig und gram. Wan Ihnen maß zu handen gath, AL woche dreymal halten rath Mitt leutten, erfahren und glert,

L

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Die Alle ſachen hoch und wichtig, Betrachten weißlich und fürfichtig. Dur weifen güttigen beſchaͤid, Der Statt fie offt erhalten frid. Was fie eim Schuldig fein von recht, Es fey gleich herren oder knecht. Halten Jeder nad) feinem ſtandt, Gwalt und Unrecht thun Sie niemandt. Dem Hayligen Römifchen reich, Auch Anderen Ständen desgleich, Hatt Ulm Alzeit ohngefpalten Beftändigliche treum gehalten; Deßhalben fie auch wirt zerftört Bon Lotario, wie gehört. Geſchehen bei fünffhundert Sahren, Noch ließ fie wahre treum nicht fahren. In allen ſachen Aidespflichtig, Blieb fie redlich, Standihafft, auffrichtig, Und thut auch niemandt Urfach geben Zue Krieg oder auffruhr darneben. Alſo habt Ihr von mir vernommen | Mitt wenig wort In einer Summen, Wie fi die Statt Ulm vorab Zu Jeder Zeit gehalten hab. Gott der ber wol fie noch hinfort Erhalten bey feinem reinen wort, Und wöll den Herren diefer Statt, Einem erfamen weifen Rath, Berleühen frid und einigfait, Wahre Forcht Gottes und Weißhatt, ©Seelig und wohl zue regieren, Wie bisher Ihr regiment führen, - Daß ein rath und ganke gemein Einhellig und einträchtig fein, . Und ein ander nicht wiberftreben. Gott der herr woͤll vnß allen geben Rach dieſer Zeit dz Ewig leben. Amen.

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Anhang.

1. Ein Rüves Lied,

wie ed vor der Statt Ulm Ao. 1552 Im Marggreuifchen Krieg iſt Zugangen.

Als man Zehlt Funfzehenhundert Und Zwey und Funffzig Zar, Geſchach